WMX – Wer kann Titelverteidigerin Lala Turner stoppen?
Diese drei Damen stehen im Mittelpunkt der US WMX Saison 2026. Mikkayla Nielson, Lala Turner und Charli Cannon
Wenn am Freitag in Rancho Cordova die ersten WMX-Pilotinnen ans Startgatter rollen, beginnt eine Saison, die schon vor dem ersten Rennen für viel Aufmerksamkeit sorgt. Selten zuvor war das Interesse an der amerikanischen Frauen-Motocross-Meisterschaft größer als 2026.
Mit sechs Veranstaltungen im Rahmen der AMA Pro Motocross Meisterschaft erhält die Serie erneut eine Bühne, von der viele Fahrerinnen früher nur träumen konnten. Der Saisonauftakt beim traditionsreichen Hangtown Motocross Classic verspricht dabei direkt eine erste Standortbestimmung im Kampf um den Titel.
Auffällig ist zudem, wie stark die Promotoren der SMX- und Pro-Motocross-Serie die WMX-Meisterschaft in diesem Jahr in den Mittelpunkt rücken.
Bereits seit dem Beginn der Supercross-Saison 2026 wurde die Frauenserie regelmäßig in Übertragungen, Social-Media-Kampagnen und offiziellen Kommunikationskanälen beworben. Kaum ein Rennwochenende verging, ohne dass auf die bevorstehende WMX-Saison hingewiesen wurde.
Diese Aufmerksamkeit ist keineswegs selbstverständlich. Über viele Jahre führte die Frauenserie eher ein Nischendasein. Zwar gab es immer wieder starke Fahrerinnen und spannende Meisterschaftskämpfe, die öffentliche Wahrnehmung blieb, wie auch in der WMX im Rahmen der Motocross-Weltmeisterschaft, jedoch häufig hinter dem sportlichen Niveau zurück.
2026 scheint sich das zu ändern.
Alle jagen die Titelverteidigerin
Die Favoritin trägt erneut die Startnummer eins.
Lachlan „Lala“ Turner geht als zweifache Titelverteidigerin in die neue Saison und hat in den vergangenen beiden Jahren eindrucksvoll gezeigt, warum sie aktuell als Maßstab der WMX-Serie gilt. Die Yamaha-Pilotin gewann 2025 erneut die Meisterschaft und könnte sich mit einem dritten Titel in Folge endgültig einen Platz unter den erfolgreichsten Fahrerinnen der Seriengeschichte sichern.
Ein Selbstläufer dürfte die Mission Titelverteidigung allerdings nicht werden.
Australien schickt die nächste Herausforderin
Zu den größten Gegnerinnen Turners zählt einmal mehr Charli Cannon. Die Australierin überzeugte bereits im vergangenen Jahr mit mehreren starken Auftritten und beendete die Meisterschaft auf Rang zwei. Zwar fehlte ihr noch der erste Gesamtsieg in den USA, doch mehrfach brachte sie Turner an ihre Grenzen.
Mit einem weiteren Jahr Erfahrung auf amerikanischen Strecken und ohne gesundheitliche Probleme reist Cannon nun mit deutlich höheren Erwartungen nach Kalifornien.
Nielsen will den nächsten Schritt machen
Komplettiert wird die Spitzengruppe von Mikayla “Kay Kay” Nielsen. Die Honda-Pilotin war die einzige Fahrerin, die Turner in der vergangenen Saison schlagen konnte. Obwohl Nielsen vor allem aus dem Offroad- und Wüstenrennsport bekannt ist, entwickelte sie sich in den vergangenen Jahren auch im Motocross zu einer festen Größe.
Nach Rang drei in der Meisterschaft soll 2026 nun der nächste Schritt folgen. Viele Beobachter erwarten deshalb erneut einen Dreikampf zwischen Turner, Cannon und Nielsen.
Hangtown verlangt den Fahrerinnen alles ab
Für einen einfachen Saisonauftakt ist Hangtown ohnehin nicht bekannt. Die traditionsreiche Naturstrecke im Prairie City SVRA zählt zu den anspruchsvollsten Kursen im gesamten Kalender. Tiefe Spurrillen, zahlreiche Höhenunterschiede und technisch schwierige Passagen sorgen Jahr für Jahr für anspruchsvolle Bedingungen.
Hinzu kommen die erwarteten Temperaturen von deutlich über 30 Grad Celsius. Gerade zum Saisonauftakt könnte die Hitze zu einem entscheidenden Faktor werden.
Mehr Aufmerksamkeit als je zuvor
Neben dem sportlichen Niveau wächst auch die Bedeutung der Serie weiter. Durch die umfangreiche Übertragung im Rahmen der AMA Pro Motocross Meisterschaft erreicht die WMX inzwischen deutlich mehr Zuschauer als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig sorgen steigende Preisgelder, Herstellerprämien und eine immer stärkere internationale Beteiligung für zusätzlichen Aufschwung.
Entsprechend groß sind die Erwartungen an die neue Saison.
Die Frage vor dem Auftakt bleibt jedoch dieselbe wie in den vergangenen beiden Jahren: Wer kann Lala Turner schlagen? Die ersten Antworten darauf wird das Wochenende in Hangtown liefern.
