Mit Christof Lischka stößt ein neues Gesicht zu KTM

Mit Christof Lischka stößt ein neues Gesicht zu KTM. / Foto: BMW

KTM hat eine der wichtigsten Personalentscheidungen seit dem Neustart nach der Sanierung getroffen. Mit Christof Lischka wechselt ein langjähriger Entwicklungschef von BMW Motorrad nach Mattighofen und übernimmt ab Oktober die Verantwortung für Technik und Produktentwicklung der Marken KTM, Husqvarna und GASGAS.

Die Verpflichtung zeigt, welche Themen bei KTM künftig im Mittelpunkt stehen sollen.

Technik rückt stärker in den Fokus

Als neuer Chief Technology and Product Officer wird Lischka künftig die Entwicklung neuer Fahrzeuge sowie die strategische Ausrichtung der Modellpaletten verantworten. Damit übernimmt er eine Position, die für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens eine zentrale Rolle spielt.

Nach den wirtschaftlich turbulenten vergangenen Jahren geht es für KTM längst nicht mehr ausschließlich um Wachstum und Marktanteile. Ebenso wichtig wird die Frage sein, mit welchen Produkten die Marke in den kommenden Jahren auftreten möchte und wie sich die Motorräder technisch weiterentwickeln.

Dabei spielen auch Qualität, Haltbarkeit und Kundenzufriedenheit eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren.

Erfahrung aus München

Lischka bringt für diese Aufgabe umfangreiche Erfahrung mit.

Zuletzt verantwortete er bei BMW Motorrad die komplette Fahrzeugentwicklung. Insgesamt blickt der Maschinenbauingenieur auf mehr als zwei Jahrzehnte Entwicklungsarbeit innerhalb der BMW Group zurück.

In dieser Zeit war er unter anderem in den Bereichen Fahrzeugkonzepte, Fahrdynamik und Gesamtfahrzeugintegration tätig. Seit 2019 leitete er die Entwicklung bei BMW Motorrad und begleitete zahlreiche Modelle von der ersten Idee bis zur Serienreife.

Mit diesem Hintergrund erhält KTM einen Manager, der die Anforderungen moderner Motorradentwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven kennt.

Nicht nur Manager, sondern auch Motorradfahrer

Interessant dürfte für viele KTM-Fans ein weiterer Punkt sein.

Lischka kennt den Offroad-Sport nicht nur aus Besprechungsräumen und Entwicklungsabteilungen. Er war selbst im Enduro-, Rallye- und Motocross-Sport aktiv und nahm unter anderem an Veranstaltungen wie der Roof of Africa und der Abu Dhabi Desert Challenge teil.

Diese praktische Erfahrung dürfte insbesondere bei einer Marke wie KTM von Bedeutung sein, deren Identität seit Jahrzehnten eng mit dem Offroad-Sport verbunden ist.

Auch deshalb hob KTM-CEO Gottfried Neumeister hervor, dass Lischka Entwicklung nicht nur aus technischer Sicht verstehe, sondern auch aus der Perspektive eines aktiven Fahrers.

Wichtiger Baustein im Umbau des Unternehmens

Die Verpflichtung fällt in eine Phase, in der sich KTM weiterhin neu aufstellt.

Nach der finanziellen Krise und dem Einstieg von Bajaj wurden zahlreiche Bereiche des Unternehmens neu organisiert. Mit Christof Lischka ist nun auch die Führungsstruktur der KTM AG wieder komplett.

Neben CEO Gottfried Neumeister, CFO Petra Preining und CCO Stephan Reiff übernimmt der ehemalige BMW-Manager künftig die technische Verantwortung innerhalb des Vorstands.

Für KTM geht es dabei um weit mehr als einen gewöhnlichen Personalwechsel. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich die Marke nach der Restrukturierung positionieren möchte. Neue Modelle, technische Innovationen und die Weiterentwicklung bestehender Baureihen werden dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Mit Christof Lischka setzt KTM dafür auf einen Mann, der die Motorradbranche seit Jahrzehnten kennt – und nun mithelfen soll, das nächste Kapitel der Unternehmensgeschichte zu schreiben.