Die Lawrence-Show von Hangtown

Die Fans erlebten beim Hangtown National ein spannendes Duelle zwischen den Lawrence Brüdern

Die Fans erlebten beim Hangtown National ein spannendes Duelle zwischen den Lawrence Brüdern. / Foto: MX Sports Pro Racing, Inc

Eine Woche nach dem Saisonauftakt in Pala hat die AMA Pro Motocross Meisterschaft einen klaren Fingerzeig erhalten. Jett Lawrence ist zurück.

Beim traditionsreichen Hangtown Motocross Classic in Rancho Cordova feierte der Honda-Pilot seinen ersten Gesamtsieg der Saison und präsentierte sich dabei so dominant, wie man es aus seinen besten Tagen kennt. Zwei Laufsiege, die schnellste Qualifikationszeit und die volle Punktausbeute machten deutlich, dass der amtierende Pro Motocross- und SMX-Champion trotz seiner Winterverletzung wieder eine ernsthafte Gefahr für alle Titelkonkurrenten darstellt.

Jett kontrolliert das Geschehen

Bereits im Qualifying setzte Lawrence ein Ausrufezeichen. Als einziger Fahrer blieb er unter der Marke von 1:50 Minuten und verwies Rookie Haiden Deegan deutlich auf Rang zwei.

Im ersten Lauf ließ der Australier anschließend keine Zweifel aufkommen. Nach dem Holeshot kontrollierte er das Rennen von Beginn an und verwaltete seinen Vorsprung souverän bis ins Ziel. Dahinter lieferten sich Bruder Hunter Lawrence und Haiden Deegan den Kampf um die verbliebenen Podiumsplätze.

Während Hunter kurz vor Rennende an Deegan vorbeiging, fuhr Jett einem ungefährdeten Laufsieg entgegen.

Auch im zweiten Rennen führte letztlich kein Weg am Honda-Star vorbei. Zwar brachte ein Rennabbruch mit anschließendem Neustart zusätzliche Spannung ins Rennen, doch Lawrence übernahm erneut früh die Führung und setzte sich gegen die starke Konkurrenz durch.

Das Duell der Brüder

Besonders interessant entwickelte sich dabei der zweite Lauf. Über weite Strecken schien Hunter Lawrence in Schlagdistanz zu seinem Bruder zu bleiben. Immer wieder verkürzte der Meisterschaftsführende den Rückstand und setzte Jett unter Druck.

Doch genau in dieser Phase zeigte der jüngere Lawrence seine Klasse.

„Ich wusste, dass Hunter sofort da sein würde, wenn ich von Anfang an volles Risiko gehe. Deshalb habe ich zunächst meinen Rhythmus gefunden und später einen kurzen Sprint eingelegt, um seinen Rhythmus zu stören. Das hat funktioniert“, erklärte Jett nach dem Rennen.

Innerhalb weniger Runden wuchs der Abstand von knapp einer Sekunde auf mehrere Sekunden an. Die Entscheidung war gefallen. „Es ist schwieriger, gegen Jett zu fahren als gegen jeden anderen. Er ist mein stärkster Gegner“, räumte Hunter anschließend ein.

Deegan weiter auf dem Vormarsch

Auch wenn der Sieg außer Reichweite blieb, durfte sich Haiden Deegan über das nächste starke Wochenende freuen.

Der Yamaha-Pilot stand in seinem erst zweiten Pro-Motocross-Rennen in der 450er-Klasse erneut auf dem Podium und sammelte wichtige Erfahrungen gegen die etablierte Spitze. Auffällig dabei: Deegan fuhr zwei nahezu identische Rennen. Mit den Platzierungen drei und drei hielt er sich aus Fehlern heraus und sammelte konstant Punkte.

„Ich möchte von Wochenende zu Wochenende besser werden. Das ist das Ziel. Wir werden weiterarbeiten und es nächste Woche erneut versuchen“, sagte der Rookie.

Mit Rang drei in der Meisterschaft liegt Deegan nach zwei Veranstaltungen bereits mitten im Titelkampf.

Hunter bleibt Tabellenführer

Trotz der Niederlage gegen seinen Bruder konnte Hunter Lawrence Hangtown ebenfalls mit einem positiven Gefühl verlassen. Nach seinem Doppelsieg in Pala folgte nun ein ebenso souveränes 2-2-Ergebnis. Damit bleibt der Honda-Pilot weiterhin Spitzenreiter der Meisterschaft.

Der Vorsprung ist allerdings deutlich geschrumpft. Nur noch sechs Punkte trennen die beiden Brüder nach zwei von elf Rennen. Damit entwickelt sich genau das Szenario, auf das viele Fans gehofft hatten: ein direkter Titelkampf zwischen Hunter und Jett Lawrence.

Titelkampf nimmt Fahrt auf

Während Jett Lawrence in Hangtown seinen ersten Sieg des Jahres feierte, sorgte das Wochenende gleichzeitig für eine weitere Erkenntnis. Die Honda-Brüder scheinen aktuell das Maß der Dinge in der 450er-Klasse zu sein.

Hinter ihnen lauern Fahrer wie Haiden Deegan, Chase Sexton und Jorge Prado, doch in Rancho Cordova gelang es niemandem, das Tempo der beiden Australier über die volle Renndistanz mitzugehen.

Nach zwei Rennen ist die Saison noch lang. Hangtown hat jedoch gezeigt, dass der amtierende Champion wieder dort angekommen ist, wo ihn die Konkurrenz am wenigsten sehen wollte: ganz vorne.

Ergebnis des Hangtown National 2026