Davies meldet sich eindrucksvoll zurück
Cole Davies holt sich in Washougal den Tagessieg. / Foto: Align Media
Cole Davies hat beim achten Lauf der AMA Pro Motocross Championship in Washougal genau die Antwort geliefert, die nach seinem enttäuschenden Wochenende zuletzt erwartet wurde. Der Yamaha-Pilot gewann beide Wertungsläufe souverän und sicherte sich mit einem perfekten 1-1-Ergebnis den Tagessieg. Hinter ihm überzeugte Ryder DiFrancesco mit zwei zweiten Plätzen, während Chance Hymas nach zwei konstanten dritten Rängen das Podium komplettierte.
Davies lässt keine Zweifel aufkommen
Nach dem Rückschlag in der Vorwoche stand Davies unter Zugzwang – und genau das schien ihn zusätzlich zu motivieren. Schon im Qualifying gab der Neuseeländer das Tempo vor, anschließend kontrollierte er beide Läufe und holte wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft zurück.
Im Anschluss machte Davies keinen Hehl daraus, dass er genau eine Reaktion erwartet hatte. Der Sieg sei das gewesen, was er von sich selbst verlange. Gleichzeitig verriet er, dass das Team unter der Woche kleinere Änderungen am Bike vorgenommen habe. Keine Revolution, aber genau die Feinabstimmung, die ihm wieder das nötige Vertrauen gegeben habe.
Vor der kurzen Sommerpause kommt der Erfolg für Davies genau zum richtigen Zeitpunkt. Statt mit einem weiteren Rückschlag kann er nun mit neuem Selbstvertrauen nach Unadilla reisen.
DiFrancesco belohnt sich für seinen Aufwärtstrend
Ryder DiFrancesco gehörte in Washougal zu den konstantesten Fahrern des Tages. Mit den Platzierungen zwei und zwei fuhr der Husqvarna-Pilot sein bislang stärkstes Gesamtergebnis der Saison ein. Besonders wichtig war für ihn dabei der Holeshot im ersten Lauf – ausgerechnet in einem Bereich, der ihm in diesem Jahr häufig Probleme bereitet hatte.
Dass ihm die traditionsreiche Strecke im Nordwesten der USA liegt, überraschte ihn selbst kaum. Als Westküstenfahrer kennt DiFrancesco Washougal seit seiner Amateurzeit und fühlt sich auf dem technisch anspruchsvollen Kurs mit seinen Schattenpassagen und wechselnden Bodenverhältnissen besonders wohl.
Auch abseits der Strecke scheint sich für den US-Amerikaner einiges zu entwickeln. In der Pressekonferenz sprach er offen darüber, wie schwierig die vergangenen Jahre nach dem Wechsel aus dem Pro-Circuit-Programm gewesen seien. Inzwischen fühle er sich im KTM-Konzern angekommen und hoffe, dort langfristig eine sportliche Heimat gefunden zu haben.
Hymas setzt seine Aufholjagd fort
Auch Chance Hymas bestätigte seine aufsteigende Form. Nach seinem starken Auftritt in der Vorwoche legte der Honda-Pilot in Washougal mit zwei dritten Plätzen nach und stand damit erneut auf dem Gesamtpodium.
Der 19-Jährige erklärte, dass er sich körperlich inzwischen wieder bei einhundert Prozent fühle. Der eigentliche Kampf habe sich zuletzt vor allem im Kopf abgespielt. Nach mehreren Verletzungen habe ihn die Angst vor dem nächsten Rückschlag lange begleitet. Erst in den vergangenen beiden Rennen sei dieses Gefühl verschwunden. Statt über mögliche Stürze nachzudenken, konzentriere er sich inzwischen wieder ausschließlich aufs Rennfahren.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt Hymas laut eigener Aussage auch durch die jüngsten Weiterentwicklungen an seiner Honda. Gemeinsam mit den Fortschritten beim Motorrad und dem zurückgewonnenen Selbstvertrauen scheint der Werksfahrer genau zur richtigen Zeit wieder in Form zu kommen.
Kitchen verliert Punkte, bleibt aber Tabellenführer
Während Davies jubelte, verlief das Wochenende für Red-Plate-Inhaber Levi Kitchen deutlich schwieriger. Zwei Startkollisionen zwangen ihn jeweils zu aufwendigen Aufholjagden. Am Ende reichte es lediglich zu Rang fünf der Tageswertung.
Kitchen ärgerte sich anschließend vor allem darüber, erneut wertvolle Energie bei den Aufholfahrten verloren zu haben. Dennoch verteidigte er die Führung in der Meisterschaft – wenn auch mit deutlich kleinerem Vorsprung. Damit ist klar: Nach der Pause dürfte der Titelkampf noch einmal richtig an Schärfe gewinnen.
