Jorge Prado ist SMX-Champion: Die Antwort auf sein schwieriges erstes US-Jahr
Jorge Prado ist SMX Champion 2026. / Foto: Align Media
Jorge Prado hat seinen ersten Titel in den USA gewonnen. Bemerkenswert ist dabei nicht nur das Ergebnis, sondern der Weg dorthin: Vor einem Jahr war seine erste US-Saison praktisch vorzeitig beendet, jetzt verlässt er das SMX-Finale als Champion.
Ganz ohne Stress ging das in Ridgedale allerdings nicht. Prado kam zwar mit dem Red Plate zur Thunder Ridge Nature Arena, doch durch die dreifache Punktevergabe war sein Vorsprung alles andere als beruhigend.
Nach Platz drei im Qualifying folgte im ersten Moto ein fünfter Rang. Damit war vor dem zweiten Lauf wieder ordentlich Druck auf dem Kessel. Prado konnte sich nicht darauf verlassen, den Titel irgendwie über die Ziellinie zu verwalten.
Im entscheidenden Moto erwischte er dann den Start, den er brauchte. Prado zog den Holeshot und führte anschließend über 17 Runden. Mit dem Laufsieg machte er die Meisterschaft klar. Seine 5-1-Ergebnisse reichten gleichzeitig zu Rang zwei in der Tageswertung. Eingefügtes Markdown
Vor einem Jahr fuhr Prado nicht einmal die Playoffs
Gerade mit Blick auf 2025 bekommt dieser Titel eine andere Bedeutung. Prado war damals mit großen Erwartungen in die USA gewechselt. Was folgte, war eine Saison, die mit seiner Zeit als dominierender MXGP-Fahrer wenig gemeinsam hatte. Die Zusammenarbeit mit Monster Energy Kawasaki endete vorzeitig, die SMX-Playoffs fanden ohne ihn statt.
Zwölf Monate später steht derselbe Fahrer ganz oben.
Prado selbst musste nach dem Finale deshalb nicht lange überlegen, welchen Vergleich er ziehen wollte. „Vor einem Jahr bin ich nicht einmal in den SMX-Playoffs gefahren. Red Bull KTM hat den ganzen Winter über Woche für Woche großartige Arbeit geleistet, um mich vorzubereiten. Und ich selbst habe ebenfalls alles getan, um zurückzukommen.“
Dann kam der Satz, der ziemlich gut beschreibt, wie Prado dieses Jahr selbst einordnet: „Das machen Champions doch, oder? Sie kommen zurück.“
Das kann man bei Prado durchaus mit einem kleinen Grinsen lesen. Bescheidenheit war noch nie seine größte Stärke. Nur hat er 2026 genügend Argumente geliefert, um sich solche Sätze erlauben zu können. Eingefügtes Markdown
Aus Selbstvertrauen wurden Ergebnisse
Die Entwicklung begann nicht erst während der drei SMX-Playoffs. Im Supercross stand Prado zweimal auf dem Podium, war zweimal schnellster Qualifier und gewann mehrere Heat Races. Im Pro Motocross folgten fünf Podien und Platz vier in der Meisterschaft.
Trotzdem fehlte lange das wichtigste Ergebnis: ein Sieg.
Der kam beim Pro-Motocross-Finale in Ironman – und zwar ziemlich deutlich mit 1-1. Damit war aus dem Fahrer, der immer wieder davon gesprochen hatte, in den USA gewinnen zu können, endgültig einer geworden, der es auch tatsächlich tat. Eingefügtes Markdown
Als Nummer zwei gesetzt ging Prado anschließend in die SMX-Playoffs. Platz drei beim Auftakt in Columbus brachte ihm die Meisterschaftsführung, der Sieg beim zweiten Playoff verschaffte ihm vor dem Finale das nötige Polster.
Dann kam Ridgedale. Nach dem fünften Platz im ersten Moto hätte Prado anfangen können zu rechnen. Stattdessen gewann er den zweiten Lauf. Das passt zu dem, was er bereits vor dem Finale angekündigt hatte. Prado wollte den Titel nicht im Sicherheitsmodus nach Hause bringen. Dafür war die Konkurrenz ohnehin zu stark und die dreifache Punktevergabe beim Finale zu gefährlich.
Als es darauf ankam, fuhr er vorneweg. „Ich bin viermaliger Weltmeister aus einem Grund. Ich denke, dass ich das in diesem letzten Moto gezeigt habe, als es wirklich gezählt hat.“
Große Worte. Nach diesem zweiten Moto aber keine leeren. Eingefügtes Markdown
Vier WM-Titel – und jetzt der erste Titel in den USA
Prado hat damit einen weiteren großen Titel gewonnen, allerdings nicht seinen fünften WM-Titel im klassischen Sinne. 2018 und 2019 wurde der Spanier MX2-Weltmeister, 2023 und 2024 folgten seine beiden MXGP-Titel. Das sind seine vier FIM-Weltmeisterschaften.
Die amerikanische Serie trägt zwar offiziell den Namen „SuperMotocross World Championship“, findet jedoch ausschließlich in den USA statt. Den SMX-Titel einfach als fünften WM-Titel zu Prados vier FIM-Weltmeisterschaften zu addieren, würde deshalb ein falsches Bild ergeben.
Sportlich braucht der Erfolg diese Aufwertung ohnehin nicht. Prado ist in die USA gegangen, um sich gegen die amerikanische Spitze in Supercross und Motocross zu beweisen. Nach einem ersten Jahr, das komplett anders verlief als geplant, hat er nun seine erste Meisterschaft dort gewonnen.
Interessant ist dabei auch Prados eigene Wortwahl. Selbst unmittelbar nach dem Titelgewinn bezeichnete er sich weiterhin als viermaligen Weltmeister. Eingefügtes Markdown
Für 2027 ist die Situation ebenfalls eine völlig andere als zwölf Monate zuvor. Red Bull KTM hat seinen Vertrag bereits mehrjährig verlängert. Prado kann den Winter damit nutzen, um sich auf seine zweite Saison nach der Rückkehr zu KTM vorzubereiten. Eingefügtes Markdown
2025 wurde noch darüber diskutiert, warum ein viermaliger Weltmeister in Amerika derart große Probleme hatte. Ein Jahr später ist zumindest klar, dass sein Speed beim Wechsel über den Atlantik nicht irgendwo verloren gegangen war.
Auf der KTM hat Prado wieder das gezeigt, was man aus seiner MXGP-Zeit kannte. Und diesmal steht am Ende nicht nur ein einzelner Sieg, sondern seine erste amerikanische Meisterschaft.
