Lucas Leok steigt auf die 125er um – und wird direkt Meister

Lucas Leok reißt das Golden Plate nach dem Titelgewinn im ADAC Junior Cup 125 stolz nach oben

Lucas Leok reißt das Golden Plate nach dem Titelgewinn im ADAC Junior Cup 125 stolz nach oben. / Foto: Ralph Marzahn

Lucas Leok hat für den nächsten Titel keine lange Eingewöhnungszeit gebraucht. Ein Jahr nach dem Gewinn des ADAC MX Junior Cup 85 holt sich der Este auch die 125er-Meisterschaft – und das gleich in seiner ersten Saison in der Klasse.

Ganz ohne Druck ging es beim Finale in Fürstlich Drehna allerdings nicht. Emil Ziemer hatte vor den beiden letzten Läufen noch eine Chance auf den Titel und machte am Sonntagmorgen deutlich, dass er sie nutzen wollte.

Der Schweizer gewann den ersten Lauf von der Spitze weg. Leok blieb an ihm dran, musste aber nicht auf Biegen und Brechen angreifen. Platz zwei vor Timo Heuver genügte, um mit einer guten Ausgangslage in das letzte Rennen des Jahres zu gehen.

„Mit dem zweiten Platz im ersten Lauf habe ich mich in eine gute Ausgangslage gebracht“, sagte Leok später.

Das klingt unspektakulär, beschreibt aber ziemlich gut, wie der Este das Finale anging. Nicht jeder Zweikampf musste gewonnen werden. Entscheidend war zunächst die Meisterschaft.

Ziemer muss gewinnen, Leok kann rechnen

Im zweiten Lauf war die Rollenverteilung ähnlich. Heuver erwischte den Holeshot, doch Ziemer ging noch in der ersten Runde vorbei. Leok lag auf Platz drei und hätte sich damit durchaus arrangieren können.

Das bestätigt er selbst. „Im zweiten Lauf wollte ich mich auf Platz drei auf die Meisterschaft konzentrieren.“

Während Leok also die Punkte im Blick behalten konnte, blieb Ziemer nur die Flucht nach vorne. Der Schweizer setzte sich ab und hielt den Druck auf den Tabellenführer hoch.

Dann unterlief ihm nach etwa zwei Dritteln der Renndistanz der Fehler, den er an diesem Nachmittag eigentlich nicht gebrauchen konnte. Ziemer stürzte und fiel auf Rang drei zurück.

Für Leok änderte sich damit schlagartig die Situation. Die Meisterschaft war praktisch unter Kontrolle. Plötzlich lag aber auch der Tagessieg auf dem Tisch. „Nachdem Emil gestürzt war, witterte ich die Chance auf den Tagessieg und habe noch mal etwas mehr Gas gegeben.“

Leok ging zwei Runden später an Heuver vorbei und übernahm die Führung. Ziemer kämpfte sich ebenfalls noch am Niederländer vorbei, doch Leok bekam er nicht mehr.

Aus dem zunächst kontrollierten dritten Platz wurde ein Laufsieg. Und aus dem Tabellenführer der neue Champion.

Zwei Jahre, zwei Klassen, zwei Titel

Mit 2-1 gewann Leok auch die Tageswertung in Fürstlich Drehna vor Ziemer und Heuver. In der Meisterschaft lautet die Reihenfolge ebenfalls Leok vor Ziemer und Heuver, dahinter folgen Finn Lange und Dawid Zaremba.

Der eigentlich interessante Punkt liegt aber im Klassenwechsel.

2025 hatte Leok noch den ADAC MX Junior Cup 85 gewonnen. Für 2026 ging es auf die 125er – mehr Leistung, größeres Motorrad und neue Konkurrenz. Dass daraus bereits im ersten Jahr der nächste Titel wird, war keineswegs selbstverständlich.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich in meinem ersten Jahr auf der 125er direkt die Meisterschaft gewinnen konnte.“

Gerade das letzte Rennen zeigte dabei, dass Leok inzwischen nicht nur schnell fahren kann. Er wusste zunächst ziemlich genau, was er für den Titel brauchte, und war bereit, sich mit Platz drei zufriedenzugeben.

Erst als Ziemers Sturz die Situation veränderte, ging er wieder auf Angriff. Das Risiko war zu diesem Zeitpunkt überschaubar, die Chance auf den Tagessieg dafür plötzlich da. Leok nahm sie mit.

So endet seine erste 125er-Saison genauso wie sein letztes Jahr auf der 85er: mit einem Meistertitel.