Nach Startchaos: Julien Beaumer feiert in Millville Gesamtsieg

Julien Beaumer feierte in Millville seinen ersten Gesamtsieg in der AMA Pro Motocross Serie

Julien Beaumer feierte in Millville seinen ersten Gesamtsieg in der AMA Pro Motocross Serie. / Foto: Align Media

Das 250er-Rennen beim Spring Creek National begann alles andere als langweilig Schon in der ersten Kurve kam es zu einem heftigen Startcrash, der mehrere Spitzenfahrer aus dem Rennen um den Laufsieg warf. Besonders hart traf es Levi Kitchen und Cole Davies. Kitchen konnte nach dem Rennen selbst nicht genau erklären, wie es zu der Kollision gekommen war. Er wisse nur, dass ihn eine Star Racing Yamaha getroffen habe. Davies sprach ebenfalls davon, von einem Teamkollegen abgeräumt worden zu sein.

Während sich die beiden Titelrivalen anschließend durch das Feld kämpfen mussten, nutzte ein anderer die Gunst der Stunde. Denn KTM-Pilot Julien Beaumer feierte seinen ersten Gesamtsieg in der AMA Pro Motocross Serie. Mit den Platzierungen 1 und 4 war der 250er-Fahrer bei der siebten Runde der Saison nicht zu schlagen.

Schon im ersten Lauf zeigte Beaumer, dass an diesem Tag mit ihm zu rechnen war. Er hielt sich zunächst aus den größten Zweikämpfen heraus und erhöhte erst zur Rennmitte das Tempo. Als er zwei Runden vor Schluss den Abstand zur Spitze sah, setzte er noch einmal alles auf eine Karte – mit Erfolg. Wenig später fuhr er als Sieger über die Ziellinie.

Im zweiten Moto lief es zunächst deutlich zäher. Nach der Streckenbewässerung hatten sich die Bedingungen spürbar verändert und Beaumer tat sich schwer, das nötige Vertrauen zu finden. Erst gegen Rennende kam er wieder besser in Fahrt. Beim Versuch, noch eine Position gutzumachen, rutschte er allerdings zu Boden. Der Sturz kostete zwar einige Plätze, am Gesamtsieg änderte das aber nichts. Rang vier reichte aus, um den Tagessieg einzufahren.

Neun Monate Arbeit zahlen sich aus

Im Ziel war Beaumer die Erleichterung deutlich anzumerken. Nach seinem schweren Rückenbruch im vergangenen Jahr war lange unklar, ob er zum Saisonstart überhaupt wieder Rennen fahren könnte. Umso größer war die Freude, endlich ganz oben auf dem Podium zu stehen.

Der KTM-Pilot erinnerte daran, dass er im April selbst noch nicht wusste, ob ein Start bei der ersten Runde überhaupt realistisch sei. Seit seiner Freigabe im Januar habe er deshalb alles dem Comeback untergeordnet. Der Sieg in Millville sei für ihn der Beweis, dass sich dieser Aufwand gelohnt hat.

Kleine Details machen den Unterschied

Interessant ist dabei, woran Beaumer in den vergangenen Monaten gearbeitet hat. Es ging nicht darum, noch mehr Trainingsstunden abzuspulen. Stattdessen nahm er viele Kleinigkeiten unter die Lupe. Während seiner Verletzungspause analysierte er Rennen, studierte die Fahrtechnik der Lawrence-Brüder und beschäftigte sich intensiv mit Ernährung, Regeneration und dem Zusammenspiel aller Abläufe rund ums Training.

Heute folgt fast jeder Tag dem gleichen Rhythmus. Essen, Training und Erholung laufen nach einem festen Plan. Gleichzeitig investierte er viel Zeit in seine Fahrtechnik. Wochenlang drehte er ruhige Runden und arbeitete an Dingen wie Fußposition und Körperhaltung, bevor das Tempo wieder erhöht wurde. Nach eigener Aussage hat genau das sein Fahren im Motocross auf ein neues Niveau gebracht.

Auch KTM sieht eine klare Entwicklung

Teammanager Ian Harrison beobachtet diese Entwicklung schon seit Wochen. Beaumer sei nach seiner Rückkehr von Rennen zu Rennen stärker geworden und habe sich bewusst nicht verrückt machen lassen. Statt ständig neue Einstellungen am Motorrad auszuprobieren, habe er auf Kontinuität gesetzt und sich darauf konzentriert, selbst besser zu werden.

Für Harrison kommt der erste Gesamtsieg deshalb alles andere als überraschend. Jetzt gehe es darum, den Schwung mitzunehmen und weiter konstant vorne mitzufahren. An die Meisterschaft verschwende innerhalb des Teams derzeit niemand große Gedanken – der Fokus liegt weiter auf dem nächsten Rennen.

Mit seinem Sieg in Millville hat Beaumer endgültig gezeigt, dass er nach seiner langen Verletzungspause wieder zu den schnellsten Fahrern der 250er-Klasse gehört. Nach diesem Wochenende dürfte ihm auch das nötige Selbstvertrauen für die letzten vier Saisonrennen nicht fehlen.

Ergebnisse des Spring Creek National 2026