KMP Honda Racing powered by Krettek

KMP Honda Racing powered by Krettek greift nach dem ADAC MX Masters Titel 2023 / Foto: ADAC

Mit der Verpflichtung von Jordi Tixier greift KMP Honda mit gleich 2 Top-Fahrern nach der Krone der ADAC MX Masters und will die Dominanz der Österreicher nach 7 Jahren durchbrechen.

2015 war die letzte Saison, in der nicht ein Motorrad aus Österreich den begehrten Titel bei den ADAC MX Masters gewann. Damals dominierte Suzuki regelrecht das Geschehen: Glenn Coldenhoff wurde Meister vor Dennis Ullrich (Castrol Suzuki) und Jeremy Seewer. Wenn Ken Roczen nicht gerade den Gelben wieder frischen Wind einhauchen würde, könnte man schreiben: Die guten alten Zeiten, als noch jemand die gelbe Magie auf einem MX-Track entfachte.

KMP Honda macht Ernst

Zurück in die Gegenwart, in der Alex Karg als Teamchef von KMP Honda alle Register zieht, um endlich den Masters-Titel zu gewinnen. Die Verpflichtung von Max Nagl sorgte Mitte November schon für Aufsehen im nationalen Paddock. Der Bajuware schien mit der Husqvarna regelrecht verheiratet zu sein, weshalb der Move so überraschend war. Nagl selbst ist als Titelverteidiger natürlich wieder Titelfavorit und verfügt über einen unglaublichen Erfahrungsschatz.

Max Nagl beim MXoN RedBud 2022 / Foto: SevenOnePictures

Wie Max mit einer gepimpten Serien-Honda zurechtkommen wird, werden wir erst bei den Rennen sehen. In seiner Zeit als Werksfahrer bei HRC fuhr er zumindest den ein oder anderen Sieg in der WM ein. Genau zu der Zeit stand Max auch schon einmal unterm Zelt von Karg, als er für KMP in Aichwald ans Masters-Gatter rollte. Jeder weiß, dass sich Max wohl nur selbst schlagen kann, oder wird es dieses Jahr anders sein?

Stress unterm KMP Honda Zelt?

Schaut man in die letzten Jahre, kommt die größte Konkurrenz wohl aus dem eigenen Stall. Diese Woche gab sein Team KMP Honda bekannt, dass nun auch Max’ „bester Kumpel“ Jordi Tixier unterm roten Zelt stehen wird. Uff! Tixier ist zweifacher Masters-Champ und ehemaliger Weltmeister. Max und Jordi haben sich in den letzten Jahren verbitterte Duelle geliefert und sind nicht wirklich beste Freunde. Wer hier Ärger vermutet, wird aber eher enttäuscht werden, denn die Jungs sind Profis und erfahren genug. Dennoch wird für beide das erste Duell sicher schon unterm Zelt ausgetragen.

Jordi Tixier ist ab sofort Teamkollege von Max Nagl im KMP Honda Racing Team, poweeered by Krettek. / Foto: SevenOnePictures

Es ist allerdings schon überraschend, dass KMP nun gleich zwei Titelfavoriten hat, während man in den Jahren zuvor nicht so stark aufgestellt war. Doch wie kommt das? Nagl hat seinen Sponsor Krettek mitgebracht und Tixier hat mit dem Nils Honda Team ohnehin einen Vertrag mit den roten Japanern. Da scheint Alex Karg ein smarter Schachzug gelungen zu sein, davon zu profitieren. Sportlich wird es interessant zu sehen sein, wie Tixier den Spagat zwischen Supercross Weltmeisterschaft und dem teils sandigen Geläuf der Masters in Drehna, Dreetz und Tensfeld meistern wird. Bei Max dürfte der Fokus wie immer darauf liegen, dem roten Feuerstuhl eine Holeshot-Garantie einzuhauchen. 

Wer soll den beiden Paroli bieten?

Apropos Holeshot. Nach Nagl und Roczen dürfte Henry Jacobi der derzeit beste deutsche 450er-Starter auf diesem Planeten sein. Mehrere Holeshots zog der Thüringer in seinen vergangenen WM-Jahren und das Team Sarholz ist erfahren genug, ihm ein Moped mit ausreichend Leistungs hinzustellen. 

Holeshot-Maschine Henry Jacobi / Foto: SevenOnePictures

Für die Moto-Flocke Nummer 1 ist diese Saison alles neu und doch wieder alt: Jacobi ist zurück auf KTM, zurück bei Sarholz, zurück bei Trainer Chrispo Selent und zurück bei den ADAC MX Masters. Das der ehemalige Champ von 2018 um den Titel fahren kann ist klar, doch die Konkurrenz ist groß. Mit der verbissenen Stimmung zwischen Tixier und Nagl und dem vor so gut wie nichts zurück schreckenden Henry, ist für Entertainment gesorgt.

Britische Höflichkeit?

Andre Sarholz hat allerdings noch ein zweites Ass auf der Hand. Oder ist es doch nur ein Königspärchen? Das britische Königshaus brennt und seitdem die Queen von uns gegangen ist, wirbelt die angelurte Prinzenbraut ohne königliches Blut den steifen Laden ordentlich auf. Aufwirbeln will die Masters endlich auch Adam Sterry. Der Brite galt seit Engagement bei den Masters eigentlich als Favorit, doch so richtig konnte er den Laden noch nicht aufmischen. Ob er seine britische Höflichkeit 2023 auf der Strecke ausblenden kann? Gegen die französische Dreistigkeit und Thüringer Entschlossenheit sollte er nicht ein weiteres Mal seine Backe hinhalten.

Tom Koch verspürt immer gute Laune im Paddock / Foto: SevenOnePictures

Apropos Thüringen. Im höflichen britischen Stile kommt Tom Koch stets daher. (ist positiv gemeint!) Manch einer munkelt, dass der Podcast-Partner und Kumpel von Jacobi diese Saison schneller als sein Markenkollege sein wird. 2022 begann aufgrund einer Verletzung behäbig für den Kosak-Piloten, doch am Ende wurde er immer stärker. Geht die Entwicklung so weiter, wird er um Siege mitfahren können.

Jedes Rennen läuft die MXoN-Quali

Übrigens wird die Entscheidung, wer ins deutsche MXoN-Team gehört, in diesem Jahr zumindest sportlich auf der Strecke im direkten Duell entschieden. Team-Chef Marcel Dornhöfer ist bei jedem Masters-Rennen vor Ort und sieht die Jungs nicht nur auf der Strecke performen, sondern hat auch kurze Wege zur Kommunikation. 

Bleiben noch zwei deutsche Jungs, die sich sicher selbst zu den Favoriten zählen. Stefan Ekerold auf der Bauerschmidt Husqvarna zeigte 2022 in Jauer bereits, was möglich ist, als er stark mit an der Spitze fuhr, ehe sein Bike streikte. Besonders spannend wird es bei Klassenaufsteiger Max Spies zu beobachten sein, ob sein Größennachteil auf der 250er sehr gravierend war und er auf der 450er noch besser zurechtkommt. Jasikonis oder De Dycker haben es vorgemacht.