Kann Lucas Coenen Southwick erobern?
Lucas Coenen könnte in Southwick seinen ersten AMA Pro Motocross Gesamtsieg feiern. / Foto: Align Media
Lucas Coenen hat in den USA bislang genau ein AMA Pro Motocross National bestritten. Viel Zeit brauchte der Belgier trotzdem nicht, um Eindruck zu hinterlassen.
Bei seinem Debüt in Thunder Valley fuhr der aktuelle MXGP-Spitzenreiter zweimal als Zweiter ins Ziel – jeweils direkt hinter Jett Lawrence. Seitdem wird in den USA immer häufiger eine Frage gestellt: Kann Coenen schon in Southwick seinen ersten Gesamtsieg feiern?
Kaum eine Strecke passt besser
Wenn es im AMA-Kalender einen Kurs gibt, der Lucas Coenen in die Karten spielt, dann ist es Southwick.
Die legendäre Sandstrecke in Massachusetts feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen und gehört seit Jahrzehnten zu den absoluten Klassikern der amerikanischen Motocross-Szene. Tiefer Sand, ausgefahrene Spurrillen und ständig wechselnde Linien verlangen den Fahrern alles ab. Wer hier gewinnen will, braucht nicht nur Speed, sondern auch Ausdauer und Gefühl fürs Motorrad.
Genau deshalb landet Lucas Coenen bei vielen Fans ganz oben auf der Favoritenliste.
Vom ersten Rennen an mittendrin
Dass Coenen auch auf amerikanischen Strecken sofort konkurrenzfähig sein würde, hatten viele zwar erwartet – wie schnell er sich zurechtfinden würde, überraschte dann aber doch. In Thunder Valley mischte der KTM-Pilot vom ersten Training an vorne mit. Am Ende sprang mit zwei zweiten Plätzen direkt Rang zwei in der Tageswertung heraus. Viel besser kann ein AMA-Debüt kaum laufen.
Seitdem hat der Belgier noch einmal nachgelegt. Beim MXGP in Südafrika ließ er der Konkurrenz keine Chance, gewann das Qualifikationsrennen und beide Wertungsläufe und reist mit jeder Menge Selbstvertrauen nach Southwick.
Amerika ist mehr als nur ein Gastspiel
Für Lucas Coenen geht es in den USA um weit mehr als nur gute Ergebnisse – es geht um seine Zukunft. Gemeinsam mit seinem Bruder Sacha träumt der Belgier davon, eines Tages dauerhaft in den USA zu fahren. Dafür braucht es allerdings ein entsprechendes Angebot eines Werksteams, das auch den Weg zu einem Arbeitsvisum ebnen würde.
Schon als Kind saß Lucas vor dem Fernseher und verfolgte die Supercross-Rennen aus Amerika. Damals entstand der Wunsch, irgendwann selbst dort an den Start zu stehen. Mit seinen Gaststarts in der AMA Pro Motocross Championship ist dieser Traum nun ein gutes Stück näher gerückt.
Doch damit gibt sich der Belgier nicht zufrieden.
Sein Ziel ist größer. Er möchte einmal zu den Fahrern gehören, über die auch Jahre später noch gesprochen wird. Als Vorbilder nennt er selbst Namen wie James Stewart oder Jett Lawrence. Für Coenen ist Amerika das Zentrum des Motocross-Sports – und genau dort will er sich langfristig beweisen.
Nach seinem starken Debüt in Thunder Valley machte er außerdem deutlich, dass ihn der zweite Platz nur noch hungriger gemacht hat. Er wolle unbedingt für weitere Rennen in die USA zurückkehren und sich erneut mit den Besten messen.
Die Konkurrenz schläft nicht
Natürlich wird Southwick alles andere als ein Selbstläufer. Hunter Lawrence reist als neuer Meisterschaftsführer nach Massachusetts und gewann zuletzt die Nationals in High Point und RedBud. Sein Bruder Jett liegt nur drei Punkte dahinter und hat in der 450er-Klasse in Southwick bislang jedes Rennen gewonnen, das er dort bestritten hat.
Dazu kommt Jorge Prado, der sich zuletzt immer besser in der amerikanischen Meisterschaft zurechtfindet und in RedBud lange um seinen ersten Laufsieg kämpfte.
Trotzdem richtet sich vor dem Wochenende viel Aufmerksamkeit auf Lucas Coenen. Nicht nur Fans, sondern auch viele Experten trauen dem Belgier zu, auf der Sandstrecke ganz vorne mitzufahren.
Jetzt bietet sich die große Chance
Southwick könnte genau das Rennen sein, auf das Lucas Coenen gewartet hat. Die Strecke passt zu seinem Fahrstil, die Form stimmt und nach seinem starken Einstand in Thunder Valley weiß inzwischen jeder im Fahrerlager, wozu der Belgier in der Lage ist.
Ob es am Ende tatsächlich für den ersten AMA-Gesamtsieg reicht, wird sich am Samstag zeigen. Dass Lucas Coenen zu den ganz heißen Kandidaten gehört, daran zweifelt vor dem traditionsreichen Sandrennen inzwischen kaum noch jemand.
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