AMA Pro Motocross: Podium für Lucas, Laufsieg für Sacha Coenen
Lucas Coenen feiert in Thunder Valley sein erstes AMA Pro Motocross Podium. / Foto: Align Media
Der Abstecher in die USA hätte für die Coenen-Brüder kaum erfolgreicher verlaufen können. Beim Thunder Valley National in Colorado gehörten sowohl Lucas als auch Sacha Coenen auf Anhieb zu den schnellsten Fahrern ihrer Klassen und sorgten damit für Aufsehen auf amerikanischem Boden.
Während Lucas Coenen bei seinem ersten Start in der AMA Pro Motocross Meisterschaft direkt auf das Podium der 450er-Klasse fuhr, gewann sein Zwillingsbruder Sacha eines der beiden 250er-Rennen.
Lucas mischt die 450er-Elite auf
Wie konkurrenzfähig Lucas Coenen in Colorado sein würde, war vor dem Wochenende eine der spannendsten Fragen. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Bereits im Qualifying fuhr der aktuelle MXGP-Gesamtführende auf Rang zwei. In den beiden Wertungsläufen bestätigte er anschließend seine Geschwindigkeit und überquerte jeweils als Zweiter die Ziellinie.
Besonders bemerkenswert: Der Belgier war erstmals überhaupt bei einem AMA Pro Motocross National am Start und musste sich am Ende lediglich Jett Lawrence geschlagen geben.
Dabei hatte Coenen selbst die Erwartungen bewusst niedrig gehalten. „Ich hatte eigentlich keine Erwartungen. Ich wollte einfach Spaß haben und lernen“, erklärte der 19-Jährige nach dem Rennen. Genau das schien ihm auf der Strecke auch zu gelingen. Immer wieder wirkte der KTM-Pilot, als würde er sich von Runde zu Runde wohler fühlen.
Lob für die Lawrence-Brüder
Trotz seines starken Ergebnisses blieb Coenen nach dem Rennen realistisch. Besonders von Jett und Hunter Lawrence zeigte er sich beeindruckt. „Diese Jungs fahren auf einem unglaublich hohen Niveau“, erklärte der Belgier. „Hier gegen sie zu fahren und von ihnen zu lernen, war eine großartige Erfahrung.“
Gleichzeitig machte sein Auftritt deutlich, dass der Schritt zwischen MXGP und AMA Pro Motocross längst nicht mehr so groß ist, wie viele Beobachter lange angenommen hatten.
Sacha schlägt nach Rückschlag zurück
Auch Sacha Coenen zeigte, warum er aktuell die MX2-Weltmeisterschaft anführt. Der Belgier gehörte bereits im Qualifying zu den Schnellsten, wurde im ersten Lauf jedoch durch einen Sturz weit zurückgeworfen. Mehr als Rang 14 war dadurch nicht mehr möglich.
Im zweiten Rennen ließ er daran jedoch keinen Zweifel aufkommen.
Nach dem Holeshot kontrollierte Sacha das Geschehen an der Spitze und fuhr souverän zu seinem ersten Laufsieg in der AMA Pro Motocross Meisterschaft. Die Kombination aus Platz 14 und dem Sieg reichte am Ende für Rang vier der Tageswertung.
Nach dem Rennen überwog dennoch die Zufriedenheit. Der Laufsieg bestätigte dem Belgier, dass er auch auf amerikanischen Strecken sofort um Spitzenpositionen kämpfen kann.
KTM Europa ging bewusst ein Risiko ein
Dass die beiden Coenen-Brüder überhaupt in Colorado antreten konnten, war keineswegs selbstverständlich. Sowohl Lucas als auch Sacha kämpfen aktuell in ihren jeweiligen Weltmeisterschaften um die Titel. Entsprechend bedeutete der Abstecher in die USA ein gewisses Risiko.
Umso größer dürfte die Zufriedenheit innerhalb des KTM-Lagers ausfallen. Lucas sammelte wichtige Erfahrungen gegen die amerikanische Elite, während Sacha sogar einen Laufsieg einfahren konnte.
Jetzt wartet wieder die Weltmeisterschaft
Viel Zeit zum Feiern bleibt den beiden Belgiern allerdings nicht. Direkt nach dem Rennen traten Lucas und Sacha die Rückreise nach Europa an. Bereits am kommenden Wochenende steht in Montevarchi die nächste Runde der Motocross-Weltmeisterschaft auf dem Programm.
Lucas reist weiterhin als Führender der MXGP-Gesamtwertung nach Italien. Sacha wird dort als Spitzenreiter der MX2-Weltmeisterschaft an den Start gehen.
Thunder Valley war damit nur ein kurzer Abstecher über den Atlantik. Einer, der eindrucksvoll gezeigt hat, dass die Coenen-Brüder inzwischen auch auf der anderen Seite der Welt zur absoluten Spitze gehören.
