Jeremy Sydow beendet erste Triumph-WM-Saison mit Podiumsserie
Jeremy Sydow (gelbe Kleidung) mit seinem Triumph Factory Team. / Foto: Future7Media
Jeremy Sydow hat seine erste EnduroGP-Saison mit Triumph auf Rang vier der Enduro1-Weltmeisterschaft beendet. Beim Finale im walisischen Rhayader fuhr der Deutsche an beiden Renntagen auf Platz drei seiner Klasse und bestätigte damit den Aufwärtstrend der vergangenen Monate.
Der Blick auf die reine Abschlusstabelle erzählt allerdings nur einen Teil seiner Saison. Sydow verpasste den WM-Auftakt verletzungsbedingt und musste zunächst einem Rückstand hinterherfahren. Ab dem EnduroGP in Finnland stand er jedoch bei jedem verbleibenden WM-Wochenende auf dem Enduro1-Podium.
In Wales zweimal Dritter
Beim Heimrennen von Triumph deutete Sydow bereits am Freitagabend seine Geschwindigkeit an. Im Super Test fuhr er auf Rang zwei der Enduro1-Klasse.
Am Samstag legte er im ersten Cross Test die zweitschnellste Zeit des gesamten Feldes hin. Über den weiteren Renntag hielt sich der 26-Jährige in den Top Ten der Gesamtwertung und beendete den ersten Fahrtag auf EnduroGP-Rang zehn. In der E1 bedeutete das Platz drei hinter Josep Garcia und Triumph-Markenkollege Morgan Lesiardo.
Sonntag ging es in der Gesamtwertung noch eine Position nach vorne. Sydow platzierte sich in mehreren Tests unter den fünf Schnellsten aller Klassen und kam als Neunter der EnduroGP-Wertung ins Ziel. In Enduro1 stand erneut Rang drei zu Buche.
Ganz ohne Probleme verlief das Wochenende nicht. Sydow fühlte sich gesundheitlich angeschlagen und verlor durch einige Fehler zusätzliche Sekunden. Trotzdem reichte sein Tempo an beiden Tagen für das Klassenpodium.
Elf Punkte fehlen zum WM-Podium
Mit 162 Punkten beendet Sydow die Enduro1-Weltmeisterschaft auf Rang vier. Weltmeister Josep Garcia kam auf 280 Zähler, Morgan Lesiardo wurde mit 221 Punkten Zweiter und Antoine Magain sicherte sich mit 173 Punkten Rang drei. Damit fehlten dem Deutschen am Ende lediglich elf Zähler zum WM-Podium. In der klassenübergreifenden EnduroGP-Wertung steht Sydow mit 62 Punkten auf Position zwölf.
Gerade vor dem Hintergrund des verpassten Saisonauftakts bekommt dieser Abstand eine andere Bedeutung. Seine stärkste Phase kam erst im weiteren Verlauf des Jahres – und hielt bis zum Finale an.
„Es war nicht der beste Start mit meiner Verletzung und dem verpassten ersten Lauf, aber ich denke, ich habe gezeigt, wozu ich in der Lage bin“, blickte Sydow nach dem Finale zurück. Vor allem seine Serie seit Finnland wertete er positiv: „Seit Finnland stand ich jedes Wochenende in meiner Klasse auf dem Podium.“
Vom Motocross zum Enduro
Sydows Entwicklung bekommt auch deshalb Gewicht, weil seine Karriere lange einen anderen Schwerpunkt hatte. Der Sachse war über Jahre im Motocross unterwegs, startete in der MX2-Weltmeisterschaft und im ADAC MX Masters, bevor sich sein sportlicher Weg in Richtung Enduro verlagerte.
Mit Triumph begann 2026 ein neues Kapitel seiner Laufbahn. Die Verletzung zum Saisonstart verhinderte einen direkten Vergleich über die komplette Meisterschaft. In der zweiten Saisonhälfte rückte Sydow jedoch regelmäßig in den Bereich vor, in dem die Enduro1-Podien vergeben wurden.
Auch Teammanager Paul Edmondson sieht darin die Basis für den nächsten Schritt. Sydow habe im Verlauf des Jahres große Fortschritte gemacht und kämpfe inzwischen konstant um die ersten drei Plätze seiner Klasse sowie um die Top Ten der EnduroGP-Gesamtwertung.
Die ungewöhnlich früh beendete EnduroGP-Saison verschafft dem Deutschen nun eine lange Vorbereitung auf 2027. Genau dort soll die Entwicklung weitergehen. Sydow selbst formulierte nach Wales noch kein konkretes Ergebnisziel, will die zusätzliche Zeit aber nutzen, um sich weiter zu steigern und herauszufinden, was im zweiten gemeinsamen Jahr mit Triumph möglich ist.
