Jeremy Sydow macht den E1-Titel in der DEM vorzeitig klar

Jeremy Sydow sichert sich vorzeitig den DEM E1 Titel

Jeremy Sydow sichert sich vorzeitig den DEM E1 Titel. / Foto: Marcel Sänger

War Rehna der bislang deutlichste Beleg dafür, wie schwer Jeremy Sydow in der Deutschen Enduro Meisterschaft derzeit zu schlagen ist? Die Antwort darauf liefern weniger große Worte als die Zeitenliste. Sechs Sonderprüfungen standen für die DEM-Fahrer auf dem Programm. Sechsmal setzte Jeremy Sydow die Bestzeit. Dazu der Sieg im Championat und vorzeitig der nächste Deutsche Meistertitel in der E1. 

Und ausgerechnet dieser Tag war keiner, an dem man einfach nur sauber seine Runden abspulen musste.

Der Dauerregen am Freitag hatte das Gelände rund um Rehna ordentlich aufgeweicht. Vor allem der Cross-Test auf der Motocross-Strecke war mit tiefem Schlamm und großen Pfützen weit von den ursprünglich geplanten Bedingungen entfernt. Dazu kam der lange Endurotest mit deutlich schnelleren Passagen. Rund 70 Kilometer pro Runde, drei Umläufe und zwei sehr unterschiedliche Prüfungen warteten auf die DEM-Fahrer. 

Sydow fand dafür später selbst die wohl passendste Beschreibung: „Ich bin zu einem perfekten Tag gesurft. Platz eins und Deutscher Meister in der E1. Danke an alle, die mir heute bei diesen schwierigen Bedingungen geholfen haben.“

Das mit dem Surfen war angesichts des Untergrunds gar nicht einmal so weit hergeholt.

Sechs Prüfungen, kein Ausrutscher

Wer Enduro fährt, weiß, dass eine einzelne Bestzeit noch nicht besonders viel bedeutet. Über einen kompletten Tag keine Prüfung abzugeben, sieht schon anders aus.

Sydow war im Schlamm des Cross-Tests schnell, kam aber genauso mit dem langen und schnelleren Endurotest zurecht. Gerade diese Mischung machte seinen Auftritt in Rehna so deutlich. Es gab an diesem Tag nicht die eine Prüfung, die ihm besonders entgegenkam. Er war überall vorne.

Luca Fischeder blieb im Championat noch am nächsten dran. Der Sherco-Pilot gewann die E3 und hielt seinen Rückstand auf Sydow über weite Strecken in Grenzen. Nach sechs Prüfungen lagen gut 30 Sekunden zwischen beiden. Eine Bestzeit konnte aber auch Fischeder dem Triumph-Piloten nicht abnehmen. 

Sydow musste für seinen Titel also nicht taktieren. Er hätte mit Blick auf die Meisterschaft sicherlich auch anders durch diesen schwierigen Tag kommen können. Stattdessen gewann er einfach alles, was es an diesem Samstag zu gewinnen gab.

Das passt ziemlich gut zu seiner Saison.

International gereift, national das Maß der Dinge

Sydows Entwicklung spielt sich längst nicht mehr ausschließlich in der DEM ab. Der Chemnitzer fährt mit Triumph international und hat sich dort in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt weiterentwickelt.

Solche Kilometer lassen sich nur schwer simulieren. Andere Strecken, andere Böden und Renntage, bei denen Fehler schnell deutlich mehr kosten als ein paar Sekunden. Gerade bei Bedingungen wie in Rehna dürfte diese Erfahrung nicht schaden.

Dass Sydow seinen Vertrag mit Triumph bereits für 2027 und 2028 verlängert hat, zeigt zudem, dass auch der Hersteller mit seiner Entwicklung zufrieden ist.

In der DEM ist das Ergebnis dieser Entwicklung ziemlich deutlich zu sehen. Sydow verteidigt seinen E1-Titel bereits vor dem letzten Lauf. 

Ganz fertig ist seine deutsche Saison damit allerdings noch nicht.

Die E1 ist entschieden, das Championat noch nicht

Beim Finale am 18. Oktober in Streitberg geht es für Sydow um den nächsten Titel. Während die E1 nach Rehna bereits entschieden ist, steht der Championats-Sieger noch nicht fest. 

Und dieser Titel dürfte für ihn kaum weniger interessant sein. Schließlich beantwortet die Klassenwertung die Frage, wer in seiner Hubraumkategorie vorne liegt. Das Championat stellt alle DEM-Fahrer gegeneinander.

Rehna hat dafür einen ziemlich guten Fingerzeig geliefert.

Sechs Prüfungen mit unterschiedlichen Charakteren, schwierige Bedingungen und später noch einmal Regen. Sydow war trotzdem jedes Mal der Schnellste. 

Seine E1-Krone hat er damit bereits verteidigt. In Streitberg kann er noch eine zweite draufsetzen.