Lettenbichler lässt beim Abestone Hard Enduro nichts anbrennen
Manuel Lettenbichler beim Abstone Hard Enduro 2026. / Foto: Future7Media
Wer soll Manuel Lettenbichler in dieser Hard-Enduro-Saison eigentlich stoppen? Beim Abestone Hard Enduro in Italien lieferte der Deutsche darauf zumindest keine Antwort. Lettenbichler holte bereits am Samstag die maximale Punkteausbeute aus Prolog und Sprint Race und setzte am Sonntag noch einen drauf. Nach zwei Stunden im Gold Final hatte der Red-Bull-KTM-Pilot mehr als sechs Minuten Vorsprung auf Mitch Brightmore und damit seinen vierten WM-Sieg der laufenden Saison eingefahren.
Dabei war Abestone alles andere als ein gemütlicher Sonntagsausflug. Nur fünf Fahrer der Gold-Klasse schafften die kompletten sechs Runden. Lettenbichler bestimmte vorne trotzdem vom ersten Umlauf an das Tempo und fuhr zudem die mit Abstand schnellste Rennrunde.
„Was für ein großartiger WM-Lauf. Die Strecke war wirklich gut fahrbar, dadurch wurde es ein intensives, aber auch richtig gutes Rennen. Körperlich war es hart, aber ich glaube, wir haben das Wochenende sehr gut gemanagt“, sagte Lettenbichler anschließend.
Ganz ohne Zwischenfall ging es allerdings nicht. Gegen Ende stürzte er im Fluss, nachdem er nach eigener Aussage etwas zu viel wollte und den Abstand zu Brightmore weiter vergrößern wollte. Bei mehr als sechs Minuten Vorsprung durfte er sich diesen Ausrutscher leisten.
Brightmore bleibt Lettenbichlers erster Verfolger
Mitch Brightmore war erneut derjenige, der Lettenbichler zumindest am nächsten kam. Der Brite brachte seine X-Grip GASGAS auf Rang zwei ins Ziel und stand damit beim vierten der bislang fünf WM-Läufe auf dem Podium.
Dahinter wurde deutlich härter um den letzten Platz auf dem Podest gekämpft. Teodor Kabakchiev setzte sich schließlich gegen James Moore und Mario Román durch. Kabakchiev wurde auf seiner Sherco Dritter, Moore folgte mit mehr als viereinhalb Minuten Rückstand auf Rang vier. Román komplettierte als Fünfter die Gruppe der Fahrer, die alle sechs Runden absolvierten.
Moores vierter Platz war gleichzeitig ein wichtiger Treffer in der Junior-WM. Der Südafrikaner holte die volle Junior-Punktzahl und liegt mit 147 Zählern nur noch sieben Punkte hinter Ashton Brightmore.
Bolt noch nicht wieder bei hundert Prozent
Für Billy Bolt verlief das Wochenende deutlich schwieriger. Der Husqvarna-Pilot wurde Zwölfter und kämpfte dabei nicht nur mit seiner fehlenden Rennfitness, sondern laut Team auch mit einer Erkrankung.
Bolt befindet sich weiterhin auf dem Weg zurück, nachdem er zuvor vier Monate nicht auf dem Motorrad gesessen hatte. Dass sein Speed grundsätzlich vorhanden ist, zeigte zumindest seine beste Runde im Gold Final: Sie war die drittschnellste des gesamten Feldes.
Über zwei Stunden sah die Sache allerdings anders aus. „Es war ein schwieriger Tag und, um ehrlich zu sein, insgesamt ein schwieriges Wochenende. Es gab einige gute Momente und mit dem Bike lief es besser als erwartet, aber beim Speed habe ich immer noch ziemlich zu kämpfen“, erklärte Bolt.
Interessant ist dabei, dass Bolt selbst weniger auf seine Erkrankung einging als auf den Trainingsrückstand. Abestone war erst sein fünftes Rennen nach der viermonatigen Pause. „Es gibt noch einiges, woran ich arbeiten und was ich verbessern muss. Ich freue mich sogar auf die kurze Pause, weil wir jetzt zwei Wochen haben, um uns neu zu sortieren und vor Südafrika etwas Arbeit reinzustecken.“
Rang zwölf sieht für einen Billy Bolt zunächst ziemlich ungewohnt aus. Die drittschnellste Runde zeigt aber auch, dass man dieses Ergebnis nicht einfach als fehlenden Speed abhaken sollte. Eine schnelle Runde und zwei Stunden Hard Enduro sind nach vier Monaten Pause eben zwei verschiedene Dinge.
24 Punkte Vorsprung für Lettenbichler
Lettenbichler reist mit 150 Punkten aus Italien ab. Mitch Brightmore folgt mit 126 Zählern, Kabakchiev liegt mit 94 Punkten auf Rang drei. Drei WM-Läufe stehen noch aus, insgesamt sind damit noch 99 Punkte zu vergeben. KTM spricht nach Abestone von einem auf 24 Punkte angewachsenen Vorsprung.
Als Nächstes wartet vom 23. bis 26. September das Roof of Africa in Lesotho. Danach folgen Sea to Sky in der Türkei und das Hixpania-Finale in Spanien.
Lettenbichler hat sich mit seinem nahezu perfekten Wochenende in Italien ein ordentliches Polster geschaffen. Entschieden ist die WM damit noch nicht – aber wer ihn schlagen will, muss derzeit erst einmal einen Weg finden, über ein komplettes Wochenende überhaupt Punkte auf ihn gutzumachen.
