Mads Fredsøe verlässt CAT Moto – führt sein Weg zurück zu Becker Racing?

Mads Fredsoe und Cat Moto Bauerschmidt KTM gehen getrennte Wege

Mads Fredsoe und Cat Moto Bauerschmidt KTM gehen getrennte Wege

Platz fünf in der EMX250 klingt auf den ersten Blick nicht nach einer Saison, die man komplett abhaken müsste. Wer allerdings Mads Fredsøes eigene Worte nach dem Finale liest, bekommt ein anderes Bild. Der Däne ist mit seinem Jahr überhaupt nicht zufrieden und macht daraus auch kein Geheimnis.

„Platz fünf in der EMX250-Meisterschaft 2026. Eine ziemlich enttäuschende Saison, um es vorsichtig auszudrücken. Es gab immer wieder richtig gute Momente, aber insgesamt habe ich es nie wirklich auf dem Papier zusammengebracht.“

Diese Einschätzung passt durchaus zu dem, was Fredsøe über die Saison gezeigt hat. Der Speed für die vorderen Plätze war immer wieder vorhanden. Es gab Wochenenden, an denen er vorne mitmischen konnte, aber über die komplette Meisterschaft fehlte die Konstanz, um aus diesen einzelnen starken Auftritten mehr zu machen.

Für einen Fahrer mit seinen Ansprüchen war P5 deshalb offenbar zu wenig.

„Ich muss auch bei mir selbst suchen“

Interessant ist vor allem, wie Fredsøe seine Saison einordnet. Er könnte einige Dinge aufzählen, die gegen ihn gelaufen seien, schreibt er. Technische Probleme und Veränderungen innerhalb der Struktur nennt er ausdrücklich.

Dann bremst er sich allerdings selbst.

„Ich könnte jetzt viel darüber schreiben, warum die Dinge in dieser Saison nicht für mich gelaufen sind. Es war eine Kombination aus vielen Sachen, technischen Problemen, Veränderungen in der Struktur und anderem. Aber ich muss auch bei mir selbst suchen.“

Das ist ein bemerkenswerter Satz. Denn Fredsøe deutet durchaus an, dass in seinem Umfeld nicht alles gepasst hat, macht daraus aber keine Abrechnung mit dem Team. Stattdessen spricht er anschließend über ein Problem, das sich nicht mit einem anderen Fahrwerk oder einem neuen Mapping beheben lässt.

„Ich muss den Spaß an diesem Sport und das Feuer in mir wiederfinden. Versteht mich nicht falsch, ich liebe diesen Sport. Aber unter den Umständen war ich in letzter Zeit einfach nicht ich selbst.“ Was genau mit diesen Umständen gemeint ist, lässt Fredsøe offen. Mehr daraus zu machen, wäre Spekulation.

Dass ein 19-jähriger Fahrer nach einer EMX250-Saison öffentlich sagt, dass ihm zuletzt etwas von der Freude und dem inneren Feuer abhandengekommen ist, sollte man aber auch nicht einfach als übliches Social-Media-Gerede beiseitewischen.

Da scheint mehr hinter seiner Enttäuschung über Platz fünf zu stecken als nur ein paar verlorene Punkte.

Nach zwei Jahren ist bei CAT Moto Schluss

Gleichzeitig bestätigt Fredsøe, dass seine Zeit bei CAT Moto Bauerschmidt KTM beendet ist. Zwei Jahre waren beide Seiten gemeinsam unterwegs, und trotz der schwierigen letzten Saison fällt sein Abschied keineswegs bitter aus.

„Glückliche Tage, traurige Tage, Lachen, Weinen – wir hatten alles dabei. Ein ADAC-Titel, ein EMX250-Podium und ein EMX250-Moto-Sieg waren einige der Highlights. Danke, Jungs.“

Gerade diese Erfolge zeigen auch, warum Fredsøe mit Rang fünf nicht zufrieden sein kann. Er hat bereits bewiesen, dass er Rennen auf diesem Niveau gewinnen kann. Der nächste Schritt wäre gewesen, diese Geschwindigkeit regelmäßiger abzurufen und sich über eine komplette EMX250-Saison ganz vorne festzusetzen.

Das ist 2026 nicht gelungen. Nun kommt der Schnitt.

Zurück zu Becker Racing?

Und damit landen wir bei einem Namen, der im Zusammenhang mit Fredsøes Zukunft zuletzt häufiger gefallen ist. Wenn wir es richtig verstanden haben, soll Mads Fredsøe 2027 zu seinem früheren Team Becker Racing zurückkehren.

Eine Bestätigung dafür haben wir derzeit nicht. Entsprechend schreiben wir Fredsøe auch noch nicht fest ins Becker-Zelt. Es ist eine Information, die im Fahrerlager kursiert und die sich erst noch bestätigen muss.

Ganz aus der Luft gegriffen wäre diese Verbindung allerdings nicht. Fredsøe kennt Becker Racing bereits aus seiner früheren Karriere. Gerade nach seinen jetzigen Aussagen könnte ein bekanntes Umfeld durchaus interessant sein.

Denn vielleicht geht es bei seiner Entscheidung für 2027 gar nicht zuerst darum, welches Motorrad auf dem Papier die beste Leistung hat oder welches Team das größte Zelt im Fahrerlager aufstellt. Wenn ein Fahrer selbst sagt, dass er den Spaß und sein Feuer wiederfinden muss, bekommt die Frage nach dem Umfeld eine ganz andere Bedeutung.

Ob Becker Racing dabei tatsächlich die Antwort ist, werden die nächsten Wochen zeigen. Genauso gut kann sich die Geschichte als eines der vielen Gerüchte herausstellen, die zu dieser Jahreszeit durch das Fahrerlager wandern und irgendwann wieder verschwinden.

Erst einmal eine Nummer größer

Bevor Fredsøe seine Zukunft für 2027 klärt, hat er noch eine Aufgabe vor sich. Seine Saison ist mit dem Ende der EMX250 nämlich noch nicht vorbei. Beim Motocross of Nations wird er für Dänemark antreten und dafür von der 250er auf die 450er wechseln.

Auch dazu passt seine eigene Wortwahl ziemlich gut: „Jetzt fahre ich nach Hause, bekomme etwas frische Luft, neue Leute um mich herum und ein neues, größeres Motorrad. Dann wird hart für das MXoN trainiert. Darauf freue ich mich.“

Vor allem die „neuen Leute“ fallen nach seinen vorherigen Aussagen auf. Man kann darin einiges hineininterpretieren, sollte es aber nicht übertreiben. Fredsøe selbst sagt nicht, dass dieser Tapetenwechsel bereits etwas mit seinem Team für 2027 zu tun hat. Für die kommenden Wochen ist die Aufgabe ohnehin klar: Kopf frei bekommen, auf die 450er einstellen und Dänemark beim MXoN vertreten.

Danach dürfte sich zeigen, wo Fredsøe 2027 wieder den Spaß und das Feuer finden möchte, die ihm zuletzt offenbar gefehlt haben.

Und vielleicht steht dann tatsächlich wieder Becker Racing auf seinem Teamshirt.