Kawasaki vor Masters-Comeback? Neues Teamprojekt für 2027 im Gespräch
Kawasaki könnte mit ERC in die ADAC MX Masters zurückkehren. / Foto: Kawasaki
Im Fahrerlager der ADAC MX Masters laufen bereits die Planungen für 2027. Nach Informationen aus unterschiedlichen Quellen beschäftigt sich ERC mit einem Einstieg in den Motocross-Sport. Hinter dem Projekt steht Uwe Reinhardt, der als Teamchef bereits in der Endurance-WM, als auch der EuroMoto Serie aktiv ist.
Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht. Nach unseren Informationen gehen die Überlegungen jedoch über ein loses Gedankenspiel hinaus. Im Raum steht auch eine Unterstützung durch Kawasaki Deutschland.
Wie diese aussehen könnte und welchen Umfang sie hätte, ist derzeit offen. Genau dieser Punkt entscheidet darüber, wie das mögliche Projekt einzuordnen wäre: als eigenständig finanziertes ERC-Team auf Kawasaki oder als Mannschaft, die direkte Unterstützung vom deutschen Importeur erhält.
ERC kennt Kawasaki bereits aus dem EuroMoto-Serie
Reinhardt müsste für den geplanten Wechsel auf den losen Untergrund keine neue Verbindung zum Hersteller aufbauen. ERC setzt bereits in der EuroMoto-Serie auf Kawasaki und kennt damit die Strukturen und Ansprechpartner der Marke.
Der Schritt in die ADAC MX Masters wäre trotzdem ein komplett neues Betätigungsfeld. Anforderungen an Motorräder, Personal und Betreuung unterscheiden sich deutlich vom Langstreckensport auf Asphalt.
Nach unseren Informationen könnte Kawasaki Deutschland bei diesem Aufbau eine Rolle spielen. Ob es um Motorräder, Teile, technische Unterstützung, finanzielle Beteiligung oder eine Kombination daraus geht, können wir aktuell nicht bestätigen.
Koch und Haberland auf der Wunschliste
Auch bei der Fahrerbesetzung kursieren bereits konkrete Namen. Tom Koch und Paul Haberland sollen nach unseren Informationen zu den Kandidaten gehören, mit denen sich das Team für 2027 beschäftigt.
Das bedeutet nicht, dass bereits Verträge unterschrieben wurden. Wie weit mögliche Gespräche fortgeschritten sind, ist uns derzeit nicht bekannt.
Tom Koch wäre für ein neues Masters-Projekt eine klare Besetzung für die große Klasse. Der Deutsche verfügt über jahrelange MXGP-Erfahrung und kämpft 2026 im ADAC MX Masters regelmäßig an der Spitze. Nach dem Rennwochenende in Gaildorf liegt der Sarholz-Pilot auf Rang zwei der Meisterschaft.
Auch Paul Haberland bringt Erfahrung aus nationalen und internationalen Rennen mit. Der Deutsche kennt die Masters-Klasse und wäre damit ein weiterer Kandidat, der ohne lange Eingewöhnungsphase in ein neues Programm einsteigen könnte.
Wie stark steigt Kawasaki Deutschland ein?
Gerade die mögliche Beteiligung von Kawasaki Deutschland macht die Geschichte interessant. Ein weiteres privat eingesetztes Kawasaki-Team wäre etwas anderes als ein Projekt, hinter dem auch der deutsche Importeur steht.
Noch fehlen belastbare Informationen darüber, wie eng ERC und Kawasaki Deutschland bei einem Masters-Programm zusammenarbeiten würden. Auch die Anzahl der Fahrer und die genaue Teamstruktur sind nicht bekannt.
Eine weitere Frage betrifft das Rennprogramm. Die ADAC MX Masters dürften den Kern bilden, sollte ERC den Einstieg tatsächlich umsetzen. Ob darüber hinaus Starts in anderen nationalen Serien oder bei ausgewählten internationalen Rennen geplant sind, ist offen.
Reinhardt hat von uns deshalb konkrete Fragen zum möglichen Kawasaki-Engagement, zur Rolle von Kawasaki Deutschland, zur Teamstruktur und zu den Fahrern erhalten. Bis eine Antwort vorliegt, bleiben sowohl das Projekt als auch die Namen Koch und Haberland unbestätigt.
Sollten die Planungen wie derzeit diskutiert umgesetzt werden, müsste ERC in den kommenden Monaten mehrere Entscheidungen treffen. Motorräder und technische Struktur müssen stehen, Personal verpflichtet und die Fahrerfrage geklärt werden. Gerade bei den derzeit gehandelten Namen dürfte sich früh entscheiden, wie das Kawasaki-Aufgebot für die ADAC MX Masters 2027 aussehen könnte.
