Jeffrey Herlings: „Alles ist neu – genau das macht diese Saison spannend“
Jeffrey Herlings steht in Mantova zum ersten Mal auf der Honda am Stargatter. / Foto: Ray Archer
Wenn sich am Wochenende in Mantova das Startgatter senkt, steht einer ganz besonders im Fokus: Jeffrey Herlings. Für den Niederländer beginnt 2026 ein komplett neues Kapitel – erstmals nicht mehr auf KTM, sondern auf der Honda des Honda HRC unter der Leitung von Giacomo Gariboldi.
Allein diese Kombination sorgt bereits für reichlich Gesprächsstoff. Doch Mantova liefert noch mehr: Auf dem traditionsreichen Tazio Nuvolari Circuit trifft Herlings direkt auf einen seiner großen Rivalen – Tim Gajser, der 2026 für Yamaha antritt. Ein frühes Duell, das mehr als nur Trainingscharakter hat.
Viel neu, wenig Zeit – aber klare Richtung
Die Umstellung könnte größer kaum sein. Neue Marke, neues Team, neues Bike – und das alles mit einem Kalender, der kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Herlings selbst wirkt im Gespräch mit italienischen Medien dabei bemerkenswert ruhig. Die ersten Tests mit der Honda bewertet er positiv: „Wir haben in der kurzen Zeit gute Fortschritte gemacht. Jetzt wird man sehen, wie sich das im Rennbetrieb anfühlt.“
Kein großes Trommeln, keine Kampfansage – sondern ein Fahrer, der weiß, dass sich Titel nicht im Februar entscheiden.
Konstanz statt Chaos
Dass Herlings auch 2026 wieder zu den Fahrern zählt, an denen sich das Feld messen muss, ist für nichts Neues. Neu ist allerdings der Ansatz. Statt auf schnelle Highlights setzt der Niederländer bewusst auf Beständigkeit: „Es wird eine lange Saison. Konstanz wird der Schlüssel sein – besonders, weil alles neu ist.“
Ein Satz, der hängen bleibt. Denn genau hier lag in den vergangenen Jahren oft die größte Herausforderung. Geschwindigkeit war nie das Problem. Die Frage ist, wie stabil das Gesamtpaket über Monate hinweg funktioniert und ob der mittlerweile 31-Jährige verletzungsfrei bleibt.
Mantova als Standortbestimmung
Die Internazionali d’Italia sieht Herlings nicht als Bühne für Ergebnisse, sondern als ehrlichen Gradmesser: „Ich betrachte es als Testrennen für die GP-Saison, um zu sehen, wo wir aktuell stehen.“ Gerade Mantova, mit seinem wechselhaften Boden und den tiefen Spurrillen, ist dafür wie gemacht. Hier zeigt sich schnell, ob ein neues Motorrad wirklich verstanden wurde – oder ob noch Arbeit wartet.
Arbeit, Ausdauer, Anpassung
Arbeit gab es in der Vorbereitung genug. Herlings hat bewusst viele Trainingssessions absolviert, mit einem klaren Fokus: „Wir wollten eine gute physische Basis aufbauen, viel Ausdauertraining und lernen, die neue Maschine zu verstehen.“ Das klingt unspektakulär – ist aber genau das Fundament, auf dem Herlings seine größten Erfolge aufgebaut hat.
Aggressiv bleibt aggressiv
Wird sich sein kompromissloser Fahrstil auf der Honda ändern? Eher nicht. Herlings bleibt Herlings: „Ich versuche weiterhin, mein Bestes zu geben – so wie immer. Hoffentlich zahlt sich das in guten Ergebnissen aus.“ Keine Versprechen, keine großen Worte. Aber zwischen den Zeilen steht: Der Hunger ist noch da.
Respekt für die Vergangenheit, Fokus auf die Zukunft
Zum Abschluss wird Herlings dann doch emotional. Auf die Frage nach Vergangenheit und Zukunft findet er klare Worte: „Dank an KTM für 17 großartige Jahre. Jetzt liegt mein kompletter Fokus aber auf Honda und dem neuen Team.“ Ein sauberer Schnitt. Kein Drama. Kein Groll. Sondern der Blick nach vorn.
Zeitplan des INTERNAZIONALI D’ITALIA MX EICMA – Mantova 2026
12:00 – 12:10 – 1. Lauf 125 – 20 Minuten + 2 Runden
12:40 – 12:50 – 1. Lauf MX2 – 25 Minuten + 2 Runden
13:30 – 13:40 – 1. Lauf MX1 – 25 Minuten + 2 Runden
14:30 – 14:40 – 2. Lauf 125 – 20 Minuten + 2 Runden
15:25 – 15:35 – 2. Lauf MX2 – 25 Minuten + 2 Runden
16:20 – 16:30 – 2. Lauf MX1 – 25 Minuten + 2 Runden
