Montevarchi: Sacha Coenen bleibt cool – Triumph mit Doppelpodium

MX2 Podium des MXGP of Italy in Montevarchi

MX2 Podium des MXGP of Italy in Montevarchi. / Foto: JPA

Der MX2 Grand Prix von Italien entwickelte sich zu einer Geduldsprobe. Die Strecke in Montevarchi war trocken, steinig und verlangte den Fahrern über das gesamte Wochenende höchste Konzentration ab. Während Sacha Coenen den nächsten Gesamtsieg einfuhr, sorgten Guillem Farrés und Camden McLellan für ein starkes Ergebnis von Triumph.

Coenen setzt auf Kontrolle statt Risiko

Sacha Coenen gehörte zwar erneut zu den schnellsten Fahrern des Wochenendes, doch diesmal stand für ihn nicht die absolute Angriffslust im Vordergrund. „Als ich am Freitag die Strecke gesehen habe, wusste ich, dass es für alle schwierig werden würde“, erklärte der Belgier. Vor allem die Steine und die trockenen Bedingungen hätten das Risiko deutlich erhöht.

Nach einem Fehler in der ersten Kurve des ersten Laufs musste sich Coenen zunächst wieder nach vorne arbeiten. Statt hektisch zu werden, konzentrierte er sich darauf, keine weiteren Fehler zu machen. Im zweiten Rennen genügte ihm anschließend ein kontrollierter Auftritt zum Gesamtsieg.

„Ich habe versucht, sicher zu fahren. Die Strecke war wirklich tückisch und die Steine wurden mit jeder Runde größer. Deshalb wollte ich kein unnötiges Risiko eingehen“, sagte der KTM-Pilot.

Mit dieser Herangehensweise baute Coenen wichtige Punkte im Titelkampf aus und vermied genau die Fehler, die viele seiner Konkurrenten an diesem Wochenende Zeit kosteten.

Farrés sieht eine verpasste Chance

Guillem Farrés stand als Zweiter auf dem Podium, dennoch wirkte der Spanier nach dem Rennen nicht vollkommen zufrieden. Seine Geschwindigkeit stimmte über das gesamte Wochenende. Vor allem in den ersten Runden gehörte der Triumph-Pilot regelmäßig zu den Schnellsten im Feld. Umso mehr ärgerte ihn der Verlauf des zweiten Laufs.

„Mein Start war schlecht und in der ersten Runde hatte ich einen kleinen Kontakt. Danach hing ich weit hinten fest“, erklärte Farrés.

Aus seiner Sicht lag deutlich mehr in Reichweite. „Ich hatte die Geschwindigkeit, um um den Tagessieg zu kämpfen. Deshalb ist es frustrierend, wenn man sich die Chancen selbst in der ersten Runde kaputt macht.“

Trotzdem überwog am Ende nicht nur die Enttäuschung. Mit Blick auf die Meisterschaft wusste Farrés das Ergebnis einzuordnen.

„Wir haben viele Punkte geholt und gezeigt, dass wir jedes Wochenende vorne mitfahren können. Das ist das Wichtigste.“

McLellan dreht die Stimmung

Camden McLellan gehörte zu den Fahrern, die das Wochenende mit einem deutlich besseren Gefühl beendeten, als sie es begonnen hatten.

Nach dem Qualifikationsrennen am Samstag war der Südafrikaner alles andere als zufrieden. „Ich war richtig sauer auf mich selbst“, gab er offen zu. Erst nach einem Moment der Selbstreflexion habe er sich wieder auf das konzentriert, was er eigentlich zeigen wollte.

Die Reaktion folgte prompt. Trotz eines Sturzes und eines schlechten Starts im ersten Lauf kämpfte sich McLellan immer wieder nach vorne. Im zweiten Rennen fuhr er schließlich auf Rang zwei und sicherte Triumph damit das zweite Podium des Tages.

„Geschwindigkeitsmäßig war an diesem Wochenende deutlich mehr drin. Das wusste ich die ganze Zeit“, sagte McLellan.

Lob für die Strecke

Während viele Fahrer die Bedingungen in Montevarchi kritisierten, sah McLellan die Sache etwas anders. „Viele haben sich beschwert, aber ich mochte die Strecke eigentlich“, erklärte er. Gerade die technischen Passagen und die Möglichkeit zu überholen hätten ihm gefallen.

Für den Triumph-Piloten gehörten genau solche Herausforderungen zur Weltmeisterschaft. „Man musste überlegen, wann man Risiko eingeht und wann nicht. Das macht für mich gutes Racing aus.“

Triumph sammelt weiter Selbstvertrauen

Mit Rang zwei für Farrés und Rang drei für McLellan stand Triumph gleich zweimal auf dem Podium. Für beide Fahrer ist das ein weiterer Beleg dafür, dass das Motorrad inzwischen auf unterschiedlichsten Strecken konkurrenzfähig ist.

McLellan machte daraus keinen Hehl: „Schon beim Trackwalk wussten wir, dass diese Strecke unserem Motorrad liegen könnte.“

Während Coenen seine WM-Führung weiter festigte, verließ auch Triumph Montevarchi mit einem positiven Gefühl. Zwei Fahrer auf dem Podium und die Gewissheit, dass die Geschwindigkeit für Siege vorhanden ist, waren für das britische Team ein deutliches Signal vor den kommenden Grand Prix.

Ergebnis MXGP of Italy 2026 in Montevarchi