Herlings trotzt beim MXGP of Italy Rückschlägen vergangener Tage
MXGP Podium beim Grand Prix in Montevarchi. / Foto: JPA
Jeffrey Herlings hat den MXGP of Italy gewonnen und damit seine starke Form der vergangenen Wochen bestätigt. Auf der anspruchsvollen Strecke von Montevarchi setzte sich der Niederländer vor WM-Leader Lucas Coenen und Maxime Renaux durch. Alle drei Fahrer hatten nach dem Rennen jedoch nicht nur über ihre Leistungen, sondern auch über die schwierigen Bedingungen zu sprechen.
Herlings belohnt sich für starke Rennen
Nach den technischen Ausfällen der vergangenen Grand Prix war der Sieg für Jeffrey Herlings mehr als nur ein weiteres gutes Ergebnis. Der Honda-Pilot zeigte sich vor allem erleichtert, dass diesmal alles zusammenpasste. „Wir hatten zuletzt zwei sehr schlechte Wochenenden. So etwas gehört zum Motorsport dazu, aber natürlich kostet das viele Punkte“, erklärte Herlings.
Auf der Strecke musste er sich die Siege hart erarbeiten. Besonders im ersten Lauf stand der fünfmalige Weltmeister permanent unter Druck. Zunächst von Renaux, später auch von Coenen. „Es ist nicht einfach, ein ganzes Rennen lang vorne zu fahren, wenn ständig jemand hinter dir Druck macht“, sagte Herlings.
Gleichzeitig machte der Niederländer deutlich, dass die Bedingungen alles andere als einfach waren. Vor allem der Staub und die Steine sorgten für Diskussionen. „Im Zeittraining war es wegen des Staubs und der Steine teilweise wirklich gefährlich. Heute war es besser, aber einfach war es trotzdem nicht.“
Lob für Coenen
Obwohl Herlings und Coenen auf der Strecke um Positionen kämpften, fand der Niederländer nach dem Rennen anerkennende Worte für den KTM-Piloten. „Lucas fährt sehr fair. Er macht keine verrückten oder schmutzigen Manöver. Gegen solche Fahrer fährt man gerne.“
Für Herlings ist genau das ein wichtiger Grund, warum Coenen trotz seines jungen Alters bereits um die Weltmeisterschaft kämpft. „Wenn du so intelligent fährst wie er, kannst du eine lange Karriere haben.“
Coenen nimmt wichtige Punkte mit
Lucas Coenen verließ Montevarchi zwar nicht als Sieger, dürfte mit dem Wochenende dennoch zufrieden sein. Der Belgier musste zwar einige Punkte auf Jeffrey Herlings abgeben, verteidigte aber seine Führung in der Weltmeisterschaft.
Dabei begann das Wochenende alles andere als optimal. Bereits beim Streckenrundgang war Coenen skeptisch. „Als ich die Strecke gesehen habe, dachte ich mir sofort, dass das nicht besonders gut aussehen würde.“
Vor allem die vielen Steine sorgten für Unbehagen. Dennoch gelang es ihm, sich durch zwei konstante Rennen auf Rang zwei der Tageswertung zu fahren. „Auf solchen Strecken darf man keinen großen Fehler machen. Man muss clever fahren und die Situation richtig einschätzen.“
Besonders bemerkenswert war seine Aufholjagd im ersten Lauf, nachdem er am Start zunächst weit zurückgefallen war.
Renaux kämpft trotz gesundheitlicher Probleme
Maxime Renaux gehörte über weite Strecken des Wochenendes zu den schnellsten Fahrern. Im ersten Lauf setzte er Herlings massiv unter Druck und sorgte gemeinsam mit dem Niederländer für eines der spannendsten Rennen des Tages. „Ich habe wirklich versucht, eine Lücke zu finden“, sagte Renaux. „Aber Jeffrey ist ein sehr erfahrener Fahrer. Ihn zu überholen ist nicht einfach.“
Hinzu kamen körperliche Probleme, die dem Franzosen das Leben zusätzlich schwer machten. „Ich kämpfe im Moment ein wenig mit meiner Gesundheit. Deshalb war es besonders schwierig, bei diesen Temperaturen konstant am Limit zu fahren.“
Trotzdem zeigte sich Renaux mit dem Podium zufrieden. Nach dem enttäuschenden Wochenende in Lettland sei das Ergebnis ein wichtiger Schritt gewesen.
Unterschiedliche Meinungen zur Strecke
Während viele Fahrer die Bedingungen in Montevarchi kritisierten, fiel das Urteil der drei Podiumsfahrer differenziert aus.
Herlings sprach offen über die Gefahren durch Staub und Steine, Coenen bezeichnete die Strecke als schwierig und fordernd. Renaux konzentrierte sich dagegen vor allem auf die sportliche Seite und lobte das Rennen an der Spitze.
Einig waren sich jedoch alle drei in einem Punkt: Fehler wurden in Montevarchi sofort bestraft. Genau deshalb standen am Ende jene Fahrer auf dem Podium, die das richtige Gleichgewicht zwischen Risiko und Kontrolle gefunden hatten.
