David Luongo: Warum die MXGP weiter auf Expansion setzt
David Luongo gibt einen Blick in die Zukunft der MXGP. / Foto: Ray Archer
Die MXGP-Weltmeisterschaft wird auch 2026 ihren internationalen Kurs fortsetzen. Für Infront-Motorsport-Chef David Luongo steht dabei vor allem eine Botschaft im Mittelpunkt: Motocross soll eine echte Weltmeisterschaft bleiben und sich nicht auf Europa beschränken. Das machte Luongo gegenüber Medienvertretern deutlich.
Nach dem erfolgreichen Finale in Australien im vergangenen Jahr kehrt die Serie zunächst nach Südafrika zurück. Gleichzeitig bleibt China ein zentraler Bestandteil der langfristigen Strategie. Für Luongo sind diese Veranstaltungen weit mehr als einzelne Überseerennen. Sie sollen dazu beitragen, neue Märkte zu erschließen und die weltweite Bedeutung der MXGP weiter auszubauen.
China gewinnt für die MXGP immer mehr an Bedeutung
Besonders die Entwicklung in China verfolgt Luongo mit großem Interesse. Zwar rechnet er kurzfristig noch nicht mit einem chinesischen Hersteller in der MXGP, doch das Interesse am Motocross-Sport nehme spürbar zu. Vor allem der Standort Shanghai gilt für die Verantwortlichen als wichtiger Baustein, um die Präsenz in einem der größten Märkte der Welt weiter auszubauen.
Für die MXGP geht es dabei nicht nur um Rennveranstaltungen. Vielmehr sieht Luongo in China langfristig Potenzial für neue Partner, Investoren und möglicherweise sogar zukünftige Hersteller, die den Weg in den Grand-Prix-Sport finden könnten.
USA zeigt Interesse
Wie Luongo ebenfalls mitteilte, gibt es auch auf der anderen Seite des Atlantiks großes Interesse an der MXGP-Serie, und man arbeite weiterhin intensiv an einer engeren Zusammenarbeit. Ob wir bereits 2027 einen Grand Prix in den USA erleben werden, steht derzeit noch in den Sternen.
Die Nachwuchsarbeit trägt inzwischen Früchte
Sportlich zeigte sich Luongo mit dem aktuellen Niveau der Weltmeisterschaft äußerst zufrieden. Er bezeichnete das Fahrerfeld als eines der stärksten, das die MXGP jemals erlebt habe. Verantwortlich dafür sei vor allem die konsequente Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahre.
Von der MXGP Academy über die EMX65-, EMX85- und EMX125-Klassen bis hin zur MX2 sieht Luongo inzwischen eine durchgängige Ausbildungsstruktur, die regelmäßig neue Talente hervorbringt. Jahr für Jahr würden Fahrer diesen Weg durchlaufen und schließlich den Sprung in die MXGP schaffen.
Gerade deshalb blickt der Infront-Chef auch gelassen auf die regelmäßigen Wechsel einzelner Fahrer in Richtung USA. Während viele Beobachter den Abgang von Talenten kritisch sehen, erkennt Luongo darin kein Problem. Aus seiner Sicht rücken bereits die nächsten Generationen nach. Als Beispiele nannte er die aktuelle MX2-Klasse sowie mehrere vielversprechende Nachwuchsfahrer in den europäischen Meisterschaften.
Hohe Leistungsdichte in der Königsklasse
Für Luongo zeigt sich die Stärke des Systems inzwischen direkt auf der Strecke. Mehrere ehemalige Weltmeister kämpfen aktuell in der MXGP gegeneinander, während sich an der Spitze regelmäßig unterschiedliche Fahrer um Siege und Podiumsplätze streiten. Die hohe Leistungsdichte wertet er als Ergebnis der Investitionen in die Nachwuchsförderung.
Seiner Ansicht nach beginnt die Zukunft des Sports nicht in der MXGP-Klasse selbst, sondern viele Jahre früher bei den jüngsten Fahrern. Wer langfristig erfolgreich sein wolle, müsse den Nachwuchs fördern und dürfe sich nicht ausschließlich auf die Profis konzentrieren.
Ernée soll zum Saisonhöhepunkt werden
Zum Abschluss richtete Luongo den Blick auf die bevorstehenden Veranstaltungen. Besonders das Motocross of Nations in Ernée hob er hervor. Die Nachfrage nach Tickets und das Interesse rund um die Veranstaltung seien bereits jetzt außergewöhnlich hoch. Entsprechend groß sind die Erwartungen an das Nationenrennen, das für viele Fans erneut zu einem der Höhepunkte der Saison werden könnte.
Gleichzeitig lobte Luongo die Investitionen des MSC-Teutschenthal in den Talkessel. Neuer Boden, umfangreiche Streckenarbeiten und weitere Modernisierungen sollen in Teutschenthal dazu beitragen, den tausenden Fans spannende Rennen und ein unvergleichliches Wochenende zu bieten.
