Chad Reed: TwoTwo Motorsports vor möglichem Comeback
Chad Reed sprach öffentlich über die mögliche Rückkehr von TwoTwo Motorsports
Die Gerüchte um eine Rückkehr von Chad Reeds TwoTwo Motorsports bekommen neue Nahrung. Bereits zuvor hatten wir über ein mögliches Supercross-Projekt des Australiers berichtet, bei dem auch Basketball-Legende Michael Jordan als Partner im Gespräch ist. Nun hat sich Reed erstmals ausführlicher zu seinen Überlegungen geäußert. Tatsächlich beschäftigt sich der zweifache 450SX-Champion mit einer Wiederbelebung seines ehemaligen Rennstalls. Eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen.
Beim Auftakt der australischen Supercross-Meisterschaft in Townsville sprach der inzwischen 44-Jährige über seine Pläne und darüber, was ihn zu einer Rückkehr als Teambesitzer bewegen könnte.
Dabei spielt vor allem seine Familie eine wichtige Rolle. Reed ist inzwischen wieder nach Florida gezogen und hat dort ein rund 49 Hektar großes Grundstück erworben. Seine Kinder verfolgen ebenfalls sportliche Ambitionen im Motocross, insbesondere Sohn Tate.
Reed beschäftigt sich deshalb zunehmend mit der Frage, wie dessen Zukunft im professionellen Rennsport aussehen könnte. Offenbar ist er nicht vollständig davon überzeugt, dass die bestehenden Teams für seinen Sohn die passenden Voraussetzungen bieten würden.
Eine eigene Mannschaft könnte ihm dagegen die Möglichkeit geben, dessen sportliche Entwicklung selbst mitzugestalten.
2028 oder doch erst 2029?
Reed nennt 2028 als möglichen Zeitpunkt für eine Rückkehr von TwoTwo Motorsports. Gleichzeitig macht er deutlich, dass ein solcher Neustart mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden wäre.
Neben dem Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur müssten unter anderem zwei neue Teamtrucks angeschafft werden. Damit diese rechtzeitig einsatzbereit wären, müssten wichtige Entscheidungen bereits Anfang 2027 getroffen werden.
Auch die Verpflichtung geeigneter Fahrer könnte zur Herausforderung werden. Nach Reeds Einschätzung stehen für 2028 nur wenige Spitzenfahrer zur Verfügung, deren Verträge auslaufen. Hinzu kommt die sportliche Entwicklung seines Sohnes. Tate dürfte erst 2029 im Supercross antreten. Ein Teamstart zu diesem Zeitpunkt könnte deshalb besser zu den familiären Plänen passen.
Reed würde das Projekt zwar gerne möglichst früh verwirklichen, scheint sich aber bewusst zu sein, dass ein überstürzter Einstieg wenig Sinn ergeben würde.
Welche Rolle spielt Michael Jordan?
Besonders aufmerksam verfolgt werden dürften Reeds Aussagen zu den möglichen finanziellen Partnern.
Bereits in unserem früheren Bericht hatten wir die Gerüchte über eine mögliche Zusammenarbeit mit Michael Jordan aufgegriffen. Der ehemalige NBA-Star ist mit seinem NASCAR-Team 23XI Racing bereits im professionellen Motorsport engagiert.
Reed räumte nun ein, dass Gespräche über mögliche Partnerschaften hinter den Kulissen stattfinden. Auch die Spekulationen um Jordan haben demnach einen realen Hintergrund. Ob daraus tatsächlich eine Zusammenarbeit entsteht, konnte oder wollte Reed allerdings nicht sagen.
Für ihn steht lediglich fest, dass er TwoTwo Motorsports nicht erneut vollständig auf eigene Rechnung betreiben möchte. Ein Neustart kommt für ihn nur mit einem entsprechend starken Partner infrage. Jordan wäre dabei sicherlich ein prominenter Kandidat. Dass beide künftig gemeinsam ein Supercross-Team betreiben werden, lässt sich aus Reeds Aussagen jedoch noch nicht ableiten.
Ein Team, das bereits Geschichte geschrieben hat
TwoTwo Motorsports war zwischen 2011 und 2015 eine feste Größe im amerikanischen Supercross-Fahrerlager. Reed hatte die Mannschaft gegründet, um seine Karriere unabhängig von einem bestehenden Werksteam fortzusetzen. Zunächst setzte er Honda-Motorräder ein, später wechselte das Team zu Kawasaki.
Als Fahrer und Teambesitzer in Personalunion übernahm Reed dabei nicht nur die sportliche Verantwortung, sondern musste sich auch um die wirtschaftliche und organisatorische Seite kümmern. 2015 wurde der Rennstall schließlich geschlossen.
Später trat Reed mit CR22 Racing und Unterstützung von Mountain Motorsports noch einmal unter eigener Teamstruktur an, allerdings in deutlich kleinerem Umfang.
Die nun diskutierte Neuauflage von TwoTwo Motorsports könnte wieder größere Dimensionen erreichen. Reed denkt dabei offenbar nicht an ein kleines Familienprojekt, sondern an eine professionelle Mannschaft mit entsprechender Infrastruktur und mehreren Fahrern.
Seine eigenen Erfahrungen als Teambesitzer dürften bei diesen Überlegungen eine wichtige Rolle spielen. Schließlich weiß er aus erster Hand, wie aufwendig es ist, ein konkurrenzfähiges Team im amerikanischen Supercross aufzubauen und dauerhaft zu finanzieren.
Noch ist nichts unterschrieben
Reeds Aussagen zeigen, dass die Überlegungen zu TwoTwo Motorsports ernsthafter Natur sind. Sie bestätigen allerdings weder einen konkreten Neustart noch eine bereits vereinbarte Partnerschaft mit Michael Jordan.
Damit bleibt das Projekt vorerst in der Planungsphase.
Sollte Reed tatsächlich einen Einstieg zur Saison 2028 anstreben, müssten bereits in den kommenden Monaten entscheidende Schritte folgen. Vor allem die Finanzierung, die Infrastruktur und die Verpflichtung geeigneter Fahrer werden darüber entscheiden, ob aus seinen Vorstellungen ein neuer Rennstall entsteht.
Eine Verschiebung auf 2029 ist dabei ebenso denkbar.
Fest steht bislang nur, dass Reed den Gedanken an TwoTwo Motorsports offenbar nie vollständig aufgegeben hat. Ob die Startnummer 22 künftig wieder auf den Trucks einer eigenen Mannschaft zu sehen sein wird, hängt nun vor allem davon ab, ob sich die richtigen Partner für das Projekt finden.
