Brian Hsu und Stark Future: Gemeinsam in der WSX

Brian Hsu startet für Stark Future in der World Supercross Championship WSX

Brian Hsu startet für Stark Future in der World Supercross Championship WSX

Mit Brian Hsu hat sich Stark Future für die WSX-Saison 2026 einen Fahrer ins Team geholt, der auf eine bewegte Karriere zurückblicken kann. Der 28-Jährige wird künftig die Stark Varg in der FIM World Supercross Championship pilotieren und sich dort erstmals mit dem rein elektrischen Motorrad im direkten Wettbewerb gegen die etablierten Verbrennermodelle messen.

Für Stark Future ist Hsu weit mehr als ein schneller Neuzugang. Der Deutsche soll das noch junge Rennprojekt entscheidend mit voranbringen.

„Seine Geschwindigkeit war nicht der entscheidende Faktor“

Wer Brian Hsu verpflichtet, bekommt einen Fahrer mit reichlich Erfahrung. EMX125-Europameister, Einsätze in der MXGP, Starts beim Pariser Supercross und zuletzt die Rückkehr nach Verletzungen in der italienischen Pro Prestige MX2-Meisterschaft – genau dieser Weg überzeugte Stark-Sportdirektor Sébastien Tortelli.

„Brians Geschwindigkeit ist eigentlich der kleinste Teil der Geschichte“, erklärt Tortelli. „Natürlich weiß ich, dass er im Supercross schnell fahren und vorne mitkämpfen kann. Ausschlaggebend war aber alles, was dahintersteckt.“

Vor allem Hsus Umgang mit Rückschlägen habe Eindruck hinterlassen.

„Dass er sich nach seinen Verletzungen zurückgekämpft und die italienische Meisterschaft auf Rang fünf beendet hat, sagt genauso viel über seinen Charakter wie über sein Talent aus“, so Tortelli. „Wir wollten einen Fahrer, der schwierige Situationen erlebt hat und daran gewachsen ist.“

Entwicklung spielt eine zentrale Rolle

Für Stark beginnt 2026 die zweite Saison in der World Supercross Championship. Nachdem der Hersteller im vergangenen Jahr bewiesen habe, dass die Stark Varg im direkten Vergleich mit Motorrädern mit Verbrennungsmotor konkurrenzfähig sein kann, rückt nun die Weiterentwicklung des Motorrads stärker in den Fokus.

Genau dabei soll Hsu eine wichtige Rolle übernehmen.

„Brian ist nicht nur hier, um Rennen zu fahren“, sagt Tortelli. „Seine Rückmeldungen zur Abstimmung und sein Gefühl auf dem Motorrad werden direkten Einfluss darauf haben, wie wir die Varg weiterentwickeln. In einem so jungen Projekt ist der Fahrer fast genauso wichtig wie ein Ingenieur.“

Gerade weil sich die Leistungsentfaltung eines Elektromotors deutlich flexibler anpassen lässt als die eines Verbrenners, besitzt das Feedback der Fahrer für Stark einen besonders hohen Stellenwert.

Viel Erfahrung auf unterschiedlichen Motorrädern

Ein weiterer Pluspunkt ist Hsus vielseitiger Hintergrund. Der Deutsche kennt Motocross und Supercross auf höchstem Niveau und musste sich im Laufe seiner Karriere immer wieder auf neue Motorräder und Bedingungen einstellen.

„Brian hat EMX, MXGP und Supercross bestritten. Er kann sich schnell auf unterschiedliche Motorräder und Strecken einstellen – genau das brauchen wir für die Weiterentwicklung der Varg“, erklärt Tortelli.

Selbst Hsus frühere Ausbildung als Violinist sieht der Franzose als Vorteil. „Das zeigt Disziplin und Konzentration. Genau diese Eigenschaften brauchst du auch bei der Entwicklungsarbeit. Geduld und Erfahrung sind dort oft genauso wichtig wie reine Geschwindigkeit.“

Michael Hicks soll den Einstieg erleichtern

Mit Michael Hicks steht Hsu zudem ein Teamkollege zur Seite, der die Stark Varg bereits aus der vergangenen WSX-Saison bestens kennt. „Michael ist seit dem ersten Tag unser Referenzfahrer“, sagt Tortelli. „Er hat die Varg bereits eine komplette Saison gegen Motorräder mit Verbrennungsmotor eingesetzt. Diese Erfahrung ist für Brian enorm wertvoll.“

Beide Fahrer sollen ihre Set-ups vergleichen, gemeinsam an der Abstimmung arbeiten und sich gegenseitig antreiben. Je schneller Hsu das Motorrad versteht, desto schneller kann Stark neue Erkenntnisse in die Entwicklung einfließen lassen.

Ergebnisse sollen folgen

Dass Stark auch sportlich den nächsten Schritt machen möchte, macht Tortelli kein Geheimnis. Nach mehreren Top-3-Laufergebnissen im vergangenen Jahr sollen 2026 weitere hinzukommen.

Trotzdem setzt der Sportdirektor zunächst andere Prioritäten. „Brian muss sich zuerst vollständig an das Motorrad gewöhnen. Dann werden die Ergebnisse folgen. Unser Ziel ist es, in dieser Saison häufiger auf dem Podium zu stehen. Aber wir befinden uns erst im zweiten Jahr unseres Projekts. Deshalb müssen Entwicklung und Rennerfolge Hand in Hand gehen.“

Für Brian Hsu bedeutet der Wechsel damit eine besondere Aufgabe. Neben dem Kampf um gute Platzierungen wird er maßgeblich daran beteiligt sein, die Stark Varg im harten Rennalltag weiterzuentwickeln – und genau darin liegt für Stark einer der größten Werte seiner Verpflichtung.