WSX startet in Calgary: Anderson gegen Webb und Nico Koch mittendrin
Der WSX Auftakt findet 2026 in Galgary statt. / Foto: SX Global
An diesem Wochenende beginnt in Calgary die neue Saison der FIM World Supercross Championship. Nach dem packenden Finale des vergangenen Jahres verspricht auch die Ausgabe 2026 jede Menge Spannung. Während Jason Anderson seinen Titel in der WSX-Königsklasse verteidigen will, bekommt es Titelverteidiger Max Anstie in der SX2 mit neuer Konkurrenz zu tun. Auch aus deutscher Sicht lohnt sich der Blick auf den Saisonauftakt: Brian Hsu startet erstmals mit Stark Future, während Nico Koch den nächsten Schritt seiner Karriere geht und seine erste komplette World-Supercross-Saison bestreitet.
Anderson trifft auf einen neuen Herausforderer
Jason Anderson geht als amtierender Weltmeister in die neue Saison. Der US-Amerikaner setzte sich 2025 in einem engen Dreikampf gegen Joey Savatgy und Christian Craig durch und gehört erneut zu den Favoriten.
Ganz so einfach dürfte die Titelverteidigung allerdings nicht werden. Mit Cooper Webb stößt einer der erfolgreichsten Supercross-Piloten der vergangenen Jahre neu zur Serie. Für den Auftakt in Calgary sitzt Webb noch auf einer Yamaha von Star Racing, ehe er bereits ab der zweiten Runde voraussichtlich für das Tedder-KTM-Team antreten wird.
Viel Zeit, sich auf das neue Motorrad einzustellen, bleibt dem Amerikaner allerdings nicht. Genau deshalb dürfte interessant werden, wie schnell sich Webb an seine neue Umgebung gewöhnt. An seiner Siegermentalität bestehen jedenfalls kaum Zweifel.
Dean Wilson ersetzt den verletzten Savatgy
Nicht am Start stehen wird dagegen Joey Savatgy. Der Vizemeister des vergangenen Jahres muss den Saisonauftakt verletzungsbedingt auslassen.
Für ihn rückt Dean Wilson ins Feld. Der Schotte zählt seit Jahren zu den Publikumslieblingen der Serie und bringt reichlich Erfahrung mit. Auch wenn Wilson kurzfristig einspringt, dürfte er durchaus in der Lage sein, den etablierten Favoriten das Leben schwer zu machen.
Neben Anderson und Webb gehören außerdem Justin Hill und Christian Craig zum erweiterten Favoritenkreis. Hill kehrt auf KTM zurück und gilt mit seinem aggressiven Fahrstil als idealer Kandidat für das spezielle WSX-Format. Craig wiederum bewies bereits im vergangenen Jahr, dass er bis zum Finale um den Titel kämpfen kann.
Neue Regel soll mehr Spannung bringen
Für 2026 wurde außerdem das Reglement angepasst. Während die Fahrer im vergangenen Jahr nach dem Qualifying ihre Startplätze nur einmal wählen konnten, dürfen sie ihre Gate-Auswahl nun vor jedem der drei Wertungsläufe neu treffen.
Damit sollen Nachteile, die sich aus einer ungünstigen Startplatzwahl über den gesamten Renntag hinweg ergeben konnten, vermieden werden. Gerade auf engen Supercross-Strecken könnte diese Änderung entscheidenden Einfluss auf den Rennverlauf haben.
Max Anstie bekommt starke Konkurrenz
In der SX2-Klasse startet Max Anstie als Titelverteidiger. Der Brite gewann die Meisterschaft 2025 und zählt erneut zu den Favoriten.
Leicht wird die Titelverteidigung jedoch nicht. Cameron McAdoo nimmt erstmals an der World Supercross Championship teil und dürfte Anstie sofort unter Druck setzen. Auch Devin Simonson hat sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich gesteigert und könnte regelmäßig um Podiumsplätze kämpfen.
Zwei Deutsche greifen in der SX2 an
Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick in diesem Jahr gleich auf zwei Fahrer.
Brian Hsu bestreitet seine erste komplette World-Supercross-Saison auf der elektrischen Stark Future. Der ehemalige Suzuki-Werksfahrer bringt das nötige Tempo mit, muss sich jedoch erst an das besondere WSX-Format mit drei kurzen Wertungsläufen gewöhnen. Gelingt ihm das, sind Podiumsplatzierungen durchaus im Bereich des Möglichen.
Auch Nico Koch steht vor einem wichtigen Kapitel seiner Karriere. Der Deutsche geht für das 595 Racing Team an den Start und bestreitet seine erste komplette World-Supercross-Meisterschaft. Damit setzt Koch seinen eingeschlagenen Weg konsequent fort und konzentriert sich immer stärker auf den Supercross-Sport. Die internationale Serie bietet ihm die Möglichkeit, sich regelmäßig mit den Cracks aus den USA, Europa und Australien zu messen und weitere Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln.
Weitere Kandidaten für Überraschungen
Zum weiteren Favoritenkreis gehören Kyle Peters, Crockett Myers, Cole Thompson, Jack Chambers, Michael Hicks, Henry Miller, Ryan Breece und Robbie Wageman. Gerade das kurze Rennformat sorgt regelmäßig dafür, dass bereits kleine Fehler oder gute Starts den Ausgang eines Rennens entscheidend beeinflussen.
Nicht in Calgary am Start stehen wird Jake Cannon. Der Australier konzentriert sich zunächst auf seine EMX250-Saison und soll erst nach deren Abschluss in die World Supercross Championship einsteigen.
Der Saisonauftakt in Calgary dürfte bereits erste Antworten liefern. Kann Jason Anderson seinen Titel erfolgreich verteidigen oder setzt Cooper Webb sofort ein Zeichen? In der SX2 richtet sich der Blick auf Max Anstie und Cameron McAdoo – aus deutscher Sicht aber ebenso auf Brian Hsu und Nico Koch, die beide mit unterschiedlichen Voraussetzungen in ihre World-Supercross-Saison starten.
