Tom Vialle spricht über seinen MXGP-Neustart

Honda HRC Petronas Team Präsentation 2026 Tom Vialle

Honda HRC Petronas Team Präsentation 2026 Tom Vialle. / Foto: Bavo Swijgers

Nach drei erfolgreichen Jahren in den USA kehrt Tom Vialle 2026 mit dem Honda HRC PETRONAS Team zurück auf die MXGP-Bühne – und das gleich mit einem der spannendsten Schritte seiner Karriere. Der zweifache Weltmeister wagt den Aufstieg in die 450er-Klasse und startet erstmals in der Königskategorie der Motocross-Weltmeisterschaft. Neues Bike, neues Team, neue Gegner – und gleichzeitig vertrautes Terrain in Europa.

Vor dem Saisonauftakt stellte sich der Franzose den Fragen der internationalen Presse über die Rückkehr aus Amerika, die Umstellung auf die 450, seine Erwartungen an das erste MXGP-Jahr und die besondere Motivation, die ihn antreibt.

Tom, du bist nach drei Jahren in den USA zurück in Europa und startest 2026 erstmals in der MXGP-Klasse auf der 450. Wie war die Umstellung für dich?

Es war eigentlich eine schöne Rückkehr. Ich war drei Jahre in den USA und davor vier Jahre hier in Europa. Die Anpassung war keine riesige Veränderung, ich bin schnell wieder in den Rhythmus gekommen. Natürlich ist die 450er neu für mich, das ist meine erste Saison in dieser Klasse, also gibt es einiges zu lernen.

Was war die größte Herausforderung beim Wechsel in die 450er-Klasse?

Definitiv das Motorrad. Die Leistung der 450 ist komplett anders, dazu kommt ein neues Team und neue Gegner, gegen die ich noch nie gefahren bin. Ich fahre die Honda seit November und wir haben viel getestet, um ein gutes Set-up zu finden, mit dem ich zufrieden bin. Aber Testen und Trainieren ist etwas anderes als GPs zu fahren – das wird der echte Maßstab sein.

Du hast bereits enorme Erfolge in der 250er-Klasse gefeiert, sowohl in den USA als auch in der Weltmeisterschaft. Welche Erwartungen hast du an deine erste 450er-Saison?

Es ist schwer, das genau zu sagen. Ich bin gerade erst mein erstes 450-Rennen gefahren. GP-Rennen sind noch einmal anders als Vorbereitungsläufe. Der erste Schritt ist, auf das Podium zu kommen und wenn möglich um Siege zu kämpfen. Wichtig ist, konstant zu sein, denn die Saison ist lang – fast 20 GPs. Ich möchte jedes Wochenende vorne dabei sein und mich im Laufe der Saison steigern.

Wie unterscheidet sich das Racing in Europa im Vergleich zu deiner Zeit in den USA?

Die Strecken sind anders, das Format ist anders – in MXGP haben wir zwei Renntage und ein langes Wochenende. Ich kenne die europäischen Strecken, aber ich muss mich wieder an den Rhythmus gewöhnen. Trotzdem habe ich hier vier Jahre in der 250er-Klasse verbracht, deshalb denke ich, dass ich mich schnell wieder vollständig anpassen werde.

Ein dritter WM-Titel würde dich historisch in eine besondere Position bringen. Ist das etwas, das dich motiviert?

Ehrlich gesagt wusste ich das vorher gar nicht. Aber natürlich wäre das ein Traum. Im Moment konzentriere ich mich darauf, mich in der 450er-Klasse zu entwickeln. Wenn wir irgendwann um Titel kämpfen können, wäre das großartig.

Chase Sexton hat erwähnt, dass er dich gern beim Motocross of Nations in Ernée sehen würde. Wäre das für dich ein besonderes Ziel?

Motocross of Nations ist immer etwas Besonderes, vor allem in Frankreich. Ich war 2023 dort und wir haben gewonnen – das war eines der besten Wochenenden meines Lebens. Wenn ich ausgewählt werde, würde ich sehr gern wieder fahren und auch gegen Chase antreten. Wir haben viel zusammen trainiert, aber noch nie wirklich gegeneinander auf der Strecke gekämpft.

Wie würdest du deine Ausgangslage vor dem ersten GP in Argentinien beschreiben?

Ich fühle mich gut vorbereitet. Wir haben viel gearbeitet, das Bike ist auf einem guten Level, und ich habe mich schnell wieder an Europa gewöhnt. Jetzt geht es darum, das im Rennen umzusetzen und Schritt für Schritt weiterzukommen.