Trey Cox vor seinem WM-Debüt: „Ich möchte das Wochenende einfach genießen“

Trey Cox (links) bestreitet am Wochenende sein MX2 WM Debüt beim MXGP of South Africa in Johannesburg

Trey Cox (links) bestreitet am Wochenende sein MX2 WM Debüt beim MXGP of South Africa in Johannesburg

Für den 17-jährigen Für Trey Cox wird der MXGP of South Africa ein Wochenende, das er so schnell nicht vergessen wird. Der Sarholz-KTM-Pilot steht in Johannesburg erstmals bei einem Lauf zur MX2-Weltmeisterschaft am Start – und feiert sein Debüt ausgerechnet vor den eigenen Fans.

Der Südafrikaner gehört zu den vielversprechenden Talenten seines Landes und sammelte zuletzt in der Europameisterschaft wichtige Erfahrungen. Nun wartet der bislang größte Moment seiner Karriere. Im Gespräch mit MXNEWS-Online spricht Cox über die besondere Atmosphäre eines Heim-Grand-Prix, die Unterstützung seiner Familie, seine Ziele für das Rennwochenende und darüber, welche Rolle Sarholz KTM auf seinem bisherigen Weg gespielt hat.

Trey, an diesem Wochenende bestreitest du beim MXGP of South Africa dein Debüt in der MX2-Weltmeisterschaft – und das ausgerechnet bei deinem Heim-Grand-Prix in Johannesburg. Was bedeutet dieser Moment für dich und deine Familie?

Es ist wirklich etwas Besonderes. Normalerweise müssen wir Südafrikaner immer nach Europa reisen, um auf diesem Niveau Rennen zu fahren. Dass diesmal die Europäer zu uns kommen, macht dieses Wochenende einzigartig. Gerade für meine Familie und unseren Namen im südafrikanischen Motorsport bedeutet das sehr viel. Dazu kommen die vielen Fans, die mich unterstützen. Vor heimischem Publikum auf diesem Niveau fahren zu dürfen, ist einfach unglaublich.

Dein Vater Alfie Cox gehört zu den größten Motorsport-Legenden Südafrikas. Was hat er dir mit auf den Weg gegeben, das dir an diesem Wochenende helfen kann?

Mein Vater hat mir immer beigebracht, Spaß am Sport zu haben und niemals aufzugeben. Aber auch mein Bruder hat einen großen Anteil an meiner Entwicklung. Er ist seine komplette Juniorenkarriere Motocross gefahren, bevor er zum Rallyesport gewechselt ist. Von beiden habe ich gelernt, immer 100 Prozent zu geben und dem Prozess zu vertrauen. Man muss jeden Tag hart arbeiten, wenn man irgendwann ganz nach oben kommen möchte.

In Südafrika gibt es nur wenige Möglichkeiten, auf WM-Niveau Rennen zu fahren. Wie besonders ist es, dass dein erstes MX2-WM-Rennen ausgerechnet vor heimischem Publikum stattfindet?

Ich hatte das Glück, unter guten Voraussetzungen aufzuwachsen. Mein WM-Debüt zu Hause feiern zu können, ist deshalb etwas ganz Besonderes. Ich glaube, ich habe das alles noch gar nicht vollständig realisiert. Im Moment versuche ich einfach, den Druck nicht zu groß werden zu lassen.

Was mich besonders bewegt, sind die vielen Nachrichten, die ich jeden Tag bekomme – von kleinen Kindern bis hin zu Menschen, die zweieinhalb Mal so alt sind wie ich. Alle wünschen mir viel Glück. Das zeigt, wie viel dieser Grand Prix den Menschen hier bedeutet.

Du kennst viele Fahrer aus der MX2-Weltmeisterschaft bereits aus deinen Einsätzen in der EMX250. Welche Ziele hast du für dein WM-Debüt, und mit welchem Ergebnis wärst du am Sonntag zufrieden?

Das Niveau ist unglaublich hoch. Wenn ich in beiden Läufen Punkte holen könnte, wäre das schon ein tolles Ergebnis. Natürlich hoffe ich auf gute Resultate, aber ich werde mir keinen zusätzlichen Druck machen. Ich möchte das Wochenende einfach genießen und diesen besonderen Moment erleben, dass die Weltmeisterschaft endlich wieder in unserem Land gastiert.

Camden McLellan und Calvin Vlaanderen haben gezeigt, dass südafrikanische Fahrer zur Weltspitze gehören können. Sind sie Vorbilder für dich?

Auf jeden Fall. Beide sind eine große Inspiration für mich, weil sie aus demselben Land und einem ähnlichen Umfeld kommen wie ich.

Calvin ist etwas älter und ungefähr im Alter meines Bruders. Deshalb habe ich seine Anfänge in Südafrika gar nicht so intensiv verfolgt. Camden dagegen war immer nur ein paar Jahre älter als ich. Ich habe miterlebt, wie er südafrikanische Meisterschaften auf der 85er gewann und sich bis an die Weltspitze entwickelt hat. Zu sehen, dass er heute um WM-Podestplätze kämpft, gibt mir Hoffnung, dass ich diesen Weg eines Tages ebenfalls gehen kann.

Wo siehst du dich in zwei oder drei Jahren? Ist ein Stammplatz in der MX2-Weltmeisterschaft dein großes Ziel?

Wenn alles nach Plan läuft, möchte ich in zwei oder drei Jahren fest in der MX2-Weltmeisterschaft fahren. Allein einen Platz in dieser Meisterschaft zu bekommen, wäre schon etwas Besonderes. Danach geht es darum, sich jedes Jahr weiterzuentwickeln. Das große Ziel ist natürlich dasselbe wie bei jedem Motocross-Kind: Eines Tages Weltmeister zu werden.

Welche Rolle hat dein deutsches Team Sarholz KTM dabei gespielt, dass dein WM-Debüt in Südafrika überhaupt möglich wurde?

Sarholz KTM hat uns in den vergangenen Monaten enorm geholfen. Das Team hat uns viele Kosten abgenommen und dafür gesorgt, dass wir uns auf den Sport konzentrieren konnten. Auch bei meinem MX2-Debüt haben sie mich in vielen Bereichen unterstützt und vieles möglich gemacht.

Obwohl wir erst seit etwa sechs Monaten zusammenarbeiten, fühlt es sich so an, als wären wir schon viel länger ein Team. Die Atmosphäre ist familiär und genau das macht die Zusammenarbeit so angenehm. Dafür bin ich wirklich dankbar.