Tim Gajser: Solider Auftakt auf neuer Yamaha: Struktur statt Risiko
Tim Gajser überzeugte in Alghero auf der Yamaha. / Foto: Bavo Swijgers
Der Auftritt von Tim Gajser in Alghero war weniger von Ergebnisdruck geprägt als von Erkenntnisgewinn. Beim ersten Lauf der Internazionali d’Italia EICMA Series 2026 zeigte der Slowene, dass der Wechsel auf Yamaha bereits erste Früchte trägt – auch wenn noch nicht alles reibungslos lief.
Der erste MX1-Lauf stellte Gajser dabei vor typische Herausforderungen eines frühen Saisonrennens. Ein schwacher Start warf ihn weit zurück, und auf der engen, durch Regen aufgeweichten Strecke von Alghero waren Überholmanöver nur schwer umzusetzen. Hinzu kam Arm-Pump, der den Rhythmus zusätzlich störte. Rückblickend ordnete Gajser die Situation selbst sehr nüchtern ein: „Im ersten Lauf war ich etwas verkrampft, hatte keinen guten Start und lag sehr weit hinten. Wir wissen alle, dass es hier in Alghero extrem schwierig ist zu überholen. Dazu kam Arm-Pump – aber insgesamt war es okay.“
Die Daten aus Lauf 1 bestätigen diesen Eindruck. Zwar fehlte die Ausgangsposition, doch die Rundenzeiten blieben stabil, ohne größere Einbrüche. Besonders in einzelnen Sektoren war Gajser konkurrenzfähig, konnte das Potenzial jedoch nicht in Positionsgewinne ummünzen.
Lauf zwei: freierer Stil, klarer Fortschritt
Im zweiten Lauf präsentierte sich Gajser spürbar gelöster. Ein besserer Start brachte ihn früh in Schlagdistanz zur Spitzengruppe, und vor allem sein Fahrstil wirkte freier und flüssiger. Die History-Charts zeigen eine konstante Phase im Rennverlauf, in der er das Tempo der Fahrer vor ihm mitgehen konnte – ein wichtiger Schritt auf neuem Material.
Auch das spiegelte sich in seinen Worten nach dem Rennen wider: „Im zweiten Lauf hatte ich einen besseren Start, bin freier gefahren und konnte das Tempo der Jungs vor mir mitgehen. Damit muss ich zufrieden sein.“
Die Sektorzeiten aus Lauf 2 unterstreichen diesen Fortschritt. In technisch anspruchsvollen Abschnitten tauchte Gajser regelmäßig unter den schnelleren Fahrern auf, während die Rundenzeiten insgesamt homogener wurden. Der große Angriff auf die Spitze blieb zwar aus, doch genau das war an diesem Wochenende nicht das primäre Ziel.
Einordnung: Richtung stimmt, Arbeit folgt
Gajser selbst zog ein bewusst realistisches Fazit – und traf damit den Kern seines Wochenendes: „Ich muss mit dem ersten Rennen trotzdem zufrieden sein. Es gibt noch viel zu tun, aber wir sind auf dem richtigen Weg und in der richtigen Richtung.“
Alghero war für Tim Gajser kein Ort für große Gesten, sondern für Bestandsaufnahme und Feinarbeit. Die Yamaha-Basis funktioniert, das Vertrauen wächst, und die Zahlen zeigen klar: Mit besserer Ausgangsposition und weiterem Feinschliff kann aus dieser Kombination schnell mehr werden.
Kein Ausrufezeichen – aber ein sauber unterstrichener Anfang auf neuem Kapitel.
