KTM-Festspiele in Alghero: Orange dominiert alle Klassen
Sacha Coenen dominierte Alghero auf seiner KTM. / Foto: JPA
Die Internazionali d’Italia EICMA Series 2026 lieferten in Alghero ein deutliches Signal Richtung Saisonstart – und dieses Signal war klar orange. Auf der durch Regen aufgeweichten Strecke an der Küste Sardiniens bestimmten KTM-Fahrer in allen drei Klassen das Geschehen. Nachwuchs, MX2 und MX1: überall setzte sich die Marke aus Mattighofen durch.
125ccm: Ernecker setzt das Ausrufezeichen
In der Nachwuchsklasse 125ccm ließ Moritz Ernecker keinen Zweifel aufkommen. Zwei Starts, zwei Siege, maximale Punkteausbeute – souveräner geht es kaum. Während viele Fahrer mit tiefen Spurrillen und dem rutschigen Untergrund zu kämpfen hatten, blieb Ernecker ruhig, fuhr kontrolliert, konstant und vor allem fehlerfrei. Ein Auftritt, der früh im Jahr Selbstvertrauen schafft. Direkt dahinter komplettierte der Schweizer Emil Ziemer, das starke KTM-Ergebnis. Die beiden Nachwuchspiloten setzten damit den ersten klaren Akzent eines rundum erfolgreichen Tages.
MX2: Coenen dominiert, Längenfelder bleibt kritisch
Auch in der MX2-Klasse war KTM das Maß der Dinge. Sacha Coenen präsentierte sich in Alghero in beeindruckender Form. Der Belgier gewann beide Läufe und kontrollierte das Geschehen jeweils von der Spitze aus. Gerade unter den schwierigen Bedingungen zeigte sich seine Stärke: aggressiv im Zweikampf, aber ruhig im Rhythmus.
Nach dem zweiten Lauf zeigte sich Coenen entsprechend zufrieden. Er sprach von einem gelungenen Start, einer sauberen ersten Kurve und einem Rennen, in dem er einfach seinen Rhythmus fahren konnte. Besonders positiv bewertete er die Fortschritte am Motorrad über den Winter und dankte seinem Team ausdrücklich. Der Blick gehe nun klar Richtung Argentinien.
Hinter ihm bestätigte Simon Längenfelder seine Rolle als Konstanzfaktor. Mit den Plätzen drei und zwei fuhr der amtierende MX2-Weltmeister auf den zweiten Gesamtrang – ein Ergebnis, das solide wirkt, für ihn selbst aber noch nicht das Ende der Fahnenstange ist.
Nach dem Rennen sprach Längenfelder offen über seine Baustellen. Es sei insgesamt ein gutes Wochenende gewesen, erklärte er, ganz zufrieden sei er aber noch nicht. Vor allem das Arm-Pump-Problem habe ihn im ersten Lauf stark eingeschränkt. Im zweiten Durchgang habe er dann deutlich mehr Flow gefunden, dennoch wisse er, dass hier noch Arbeit nötig sei. Der positive Aspekt: Es bleibt vor dem WM-Auftakt noch Zeit, genau daran zu arbeiten.
MX1: Coenen stark, Adamo überzeugt bei Debüt
In der Königsklasse MX1 setzte sich das orange Bild nahtlos fort. Lucas Coenen bestätigte in Alghero eindrucksvoll, dass er auch 2026 zu den Top-Piloten bei den Big-Boys gehört. Vor allem der zweite Lauf des Tages zeigte seine Entschlossenheit: Innerhalb weniger Meter überholte der Belgier zunächst Tim Gajser und kurz darauf seinen Teamkollegen Andrea Adamo – eine Szene, die sinnbildlich für sein Selbstvertrauen stand.
Nach dem Rennen erklärte Coenen, dass er im zweiten Lauf genau diesen Moment gebraucht habe. Der Start sei solide gewesen, entscheidend sei jedoch die erste Rennphase gewesen, in der er sofort Druck machen konnte. Als er sah, dass sich eine Lücke auftat, habe er sie genutzt – erst gegen Gajser, dann gegen Adamo. Danach habe er seinen Rhythmus gefunden und sich darauf konzentriert, konstante Rundenzeiten zu fahren. Besonders zufrieden zeigte er sich mit dem aktuellen Stand des Motorrads und der Arbeit des Teams über den Winter hinweg.
Ebenfalls stark präsentierte sich Andrea Adamo bei seinem MX1-Debüt. Der Italiener, der die MX2-Weltmeisterschaft 2025 auf Rang drei beendet hatte, bewies in Alghero, dass er auch mit der 450ccm-Maschine konkurrenzfähig ist. Lauf eins beendete er auf Platz zwei, im zweiten Durchgang hielt er diese Position ebenfalls lange. Erst rund fünf Runden vor Rennende bremste ein technischer Defekt seinen Vorwärtsdrang und verhinderte ein noch besseres Ergebnis.
Trotz dieses Rückschlags blieb der Gesamteindruck eindeutig: Auch in der MX1-Klasse war die Dominanz der orangefarbenen Bikes klar spürbar – sowohl sportlich als auch strukturell.
Ein Wochenende, ein klares Statement
Alghero war mehr als nur ein Vorbereitungslauf. Die Resultate quer durch alle Klassen unterstreichen, wie breit KTM aktuell aufgestellt ist – vom Nachwuchs bis zur MX1. Schwierige Bedingungen, ein technisch anspruchsvoller Kurs und starke Konkurrenz machten die Leistungen umso aussagekräftiger. Wer früh in der Saison 2026 nach einem Fingerzeig gesucht hat, bekam ihn in Sardinien – und er war unübersehbar orange.
