Stark greift den Erzberg an: Mit drei VARGs auf den „Iron Giant“

Stark Race Director Sebastien Tortelli geht im Rahmen des Erzberg Events an den Start.

Stark Race Director Sebastien Tortelli geht im Rahmen des Erzberg Events an den Start.

Das Red Bull Erzbergrodeo 2026 wird ein Stück Motorsportgeschichte schreiben. Erstmals dürfen Elektro-Motorräder unter denselben sportlichen und technischen Bedingungen wie ihre benzinbetriebenen Konkurrenten an den Start gehen. Mitten in diesem historischen Moment steht Stark Future.

Der spanische Hersteller hat nun sein Aufgebot für den härtesten Hard-Enduro-Wettbewerb der Welt vorgestellt – und setzt dabei nicht nur auf aktuelle Spitzenfahrer, sondern auch auf einen prominenten Namen aus der Motocross-Welt.

Drei Fahrer sollen die VARG ins Ziel bringen

Angeführt wird das Team von Eddie Karlsson. Der Schwede zählt seit Jahren zu den bekanntesten Namen im Extreme Enduro und konnte auf der Stark VARG bereits mehrfach beweisen, dass ein Elektro-Motorrad auch unter härtesten Bedingungen konkurrenzfähig sein kann.

Unterstützung erhält Karlsson von Toby Martyn und Cooper Abbott. Während Martyn zuletzt mit starken Leistungen in der SuperEnduro-Weltmeisterschaft auf sich aufmerksam machte, gilt Abbott als eines der vielversprechendsten Nachwuchstalente der internationalen Hard-Enduro-Szene.

Gemeinsam sollen die drei Fahrer den Nachweis erbringen, dass Elektromotorräder inzwischen auch auf einer Bühne wie dem Erzbergrodeo bestehen können.

Motocross-Legende Tortelli ebenfalls am Start

Besonders interessant ist jedoch ein vierter Name auf der Starterliste. Mit Sébastien Tortelli wird auch der aktuelle Race Director der Marke auf dem Erzberg antreten. Der zweifache Motocross-Weltmeister wird zwar nicht den berüchtigten Hauptrennen-Kurs in Angriff nehmen, startet jedoch beim Rocket Ride am Donnerstag sowie im Prolog am Freitag auf einer Stark VARG.

Für viele Motocross-Fans dürfte allein seine Teilnahme eine kleine Überraschung sein. Tortelli gehört zu den erfolgreichsten französischen Motocross-Fahrern seiner Generation und gewann 1996 den 125er-Weltmeistertitel sowie 1998 die 250er-Weltmeisterschaft.

Am Erzberg wird er allerdings nicht nur als Fahrer vor Ort sein. Während des gesamten Wochenendes soll er das Stark-Team unterstützen und seine Erfahrung an die Fahrer weitergeben.

Elektro-Offensive auf dem Erzberg

Die Teilnahme von Stark Future ist weit mehr als ein gewöhnlicher Herstellereinsatz. Erstmals werden Elektro-Motorräder vollständig in die bestehende Wettbewerbsstruktur integriert. Die Fahrer müssen sich wie alle anderen Teilnehmer über den Prolog für das Hauptrennen qualifizieren. Sonderregelungen oder separate Wertungen gibt es nicht.

Um dies zu ermöglichen, hat der Veranstalter zusätzliche Ladeinfrastruktur geschaffen. Neben einer zentralen Ladestation im Fahrerlager wird es auch auf dem Berg selbst einen Versorgungsbereich geben. Zudem sind Batteriewechsel an derselben Stelle erlaubt, an der auch die klassischen Tankstopps stattfinden.

Bewährungsprobe für die VARG

Damit steht Stark Future vor einer der größten Herausforderungen seit der Einführung der VARG. Das Erzbergrodeo gilt seit Jahrzehnten als Synonym für extreme Belastung. Nur ein kleiner Teil der Starter erreicht überhaupt das Ziel des Hauptrennens. Steile Auffahrten, endlose Geröllfelder und technisch anspruchsvolle Sektionen verlangen Mensch und Maschine alles ab.

Genau deshalb dürfte das Wochenende weit über die Hard-Enduro-Szene hinaus beobachtet werden.

Denn am Erzberg geht es 2026 nicht nur um den Kampf gegen den „Iron Giant“. Es geht auch um die Frage, wie konkurrenzfähig die nächste Generation von Offroad-Motorrädern unter den härtesten Bedingungen des Sports tatsächlich ist.