Sacha Coenen gewinnt in Uddevalla – Farres rettet nach schwierigem Samstag wichtige Punkte
Sacha Coenen meldet sich mit Sieg beim MXGP of Sweden im Titelkampf der MX2 zurück.
Sacha Coenen hat den MX2-Grand-Prix von Schweden gewonnen und sich nach seiner Verletzung wieder an der Spitze zurückgemeldet. Der Belgier kontrollierte in Uddevalla beide Läufe vor Liam Everts und hielt den Druck seines Landsmanns bis zur Zielflagge aus.
Camden McLellan komplettierte mit zwei dritten Plätzen das Overall-Podium. WM-Leader Guillem Farres musste nach seinem punktlosen Qualifying Race am Samstag Schadensbegrenzung betreiben und verließ Schweden zumindest mit wichtigen Zählern für die Meisterschaft.
Coenen hält Everts hinter sich
Coenen erwischte die Starts, die er für seine Rennstrategie brauchte. Auf einer Strecke, auf der Überholmanöver schwierig waren, konnte der KTM-Pilot seine Geschwindigkeit an der Spitze nutzen und musste sich nicht durch das Feld arbeiten.
Everts blieb über weite Strecken unmittelbar hinter ihm. Einen entscheidenden Fehler machte Coenen, wie schon of gesehen, jedoch nicht. Der Belgier hielt jeweils einen kleinen Abstand und verhinderte damit eine echte Gelegenheit zum Angriff.
Sein Körper ist nach der Verletzung noch nicht vollständig beschwerdefrei. Coenen erklärte nach dem Rennen, dass ihm vor allem die Narbe noch Probleme bereitet. Mit der aktuellen Situation müsse er umgehen, seine Entwicklung sieht er aber auf dem richtigen Weg.
Vier Grands Prix stehen noch im Kalender. Eine große Titelansage vermied Coenen trotz des Sieges. Sein Plan bleibt, jedes Wochenende einzeln anzugehen und zunächst wieder regelmäßig sein eigenes Niveau abzurufen.
Everts kommt seinem ersten Saisonsieg näher
Liam Everts fuhr in Schweden sein bislang stärkstes Wochenende seit längerer Zeit. Nach mehreren schwierigen Grands Prix passte sein Team das Setup des Motorrads an, was ihm auf dem harten Untergrund von Uddevalla mehr Vertrauen gab.
Der Belgier konnte Coenens Tempo mitgehen. Was fehlte, war eine brauchbare Stelle für einen Angriff. Gerade am Sonntag bot die Strecke nach Einschätzung der Fahrer nur wenige Möglichkeiten, einen ähnlich schnellen Konkurrenten sauber zu überholen.
Everts sprach nach dem Rennen auch über die Präparation. Mehrere aufgearbeitete Außenlinien hätten zusätzlichen Grip geboten und das Feld enger zusammengebracht. Die technisch schwierigen und rutschigen Passagen reichten dagegen kaum aus, um größere Unterschiede zu erzeugen.
Seine Einschätzung fiel entsprechend knapp aus: Viele Überholmanöver habe er am Sonntag nicht gesehen.
Everts wartet 2026 weiterhin auf seinen ersten GP-Sieg. Nach den Fortschritten der vergangenen Wochen und Platz zwei in Uddevalla bekommt er bereits am kommenden Wochenende in Arnhem die nächste Gelegenheit.
McLellan: Ohne Startposition geht auf Hardpack wenig
Camden McLellan brachte mit 3-3 sein neuntes Podium der Saison nach Hause. Der Triumph-Pilot sah bei sich trotzdem Reserven, denn nach einer Woche Pause brauchte er den Samstag zunächst, um wieder seinen Rhythmus zu finden.
Am Sonntag konnte der Südafrikaner das Tempo der Spitzengruppe mitgehen. Auch er stieß jedoch auf dasselbe Problem wie Everts: Wer auf dem flachen und engen Hardpack-Kurs hinter einem ähnlich schnellen Fahrer festhing, bekam kaum eine Gelegenheit zum Vorbeifahren.
McLellan sieht darin auch einen Grund, weshalb seine Resultate auf Sand lange stärker wirkten. Dort kann er schlechte Starts mit Linienwahl und Überholmanövern eher korrigieren. Auf hartem Boden wird die Ausgangsposition wesentlich wichtiger.
„Wenn du hier als 20. startest, kommst du nicht mehr nach vorne“, erklärte der Triumph-Pilot. Genau an seinen Starts arbeitet McLellan deshalb weiter.
Farres muss nach dem Samstag reagieren
Guillem Farres ging unter anderen Voraussetzungen in den Sonntag. Nach dem Zwischenfall im Qualifying Race hatte der WM-Leader am Samstag keine Punkte erhalten und damit einen Teil seines Vorsprungs eingebüßt.
Hinzu kam, dass der Spanier nach seinem Sturz am Samstag körperlich nicht vollständig fit war. Trotzdem fand er am Sonntag wieder in die Spitzengruppe und konnte den Schaden in der WM begrenzen.
Im zweiten Lauf musste Farres nach einem kleinen Sturz erneut Positionen aufholen. Der Triumph-Fahrer arbeitete sich anschließend gemeinsam mit McLellan wieder nach vorne und sprach später von einem Sonntag, mit dem er angesichts der Ausgangslage zufrieden sein konnte.
Ganz ohne Fragezeichen reist der Tabellenführer allerdings nicht aus Schweden ab. Farres gab nach dem Rennen an, dass er sich körperlich momentan zwar nicht schlecht fühle, aber noch nicht wisse, wie sein Zustand am kommenden Wochenende aussehen werde.
Uddevalla macht Überholen zur Geduldsprobe
Die Aussagen der drei Podiumsfahrer deckten sich in einem wesentlichen Punkt. Das reine Tempo entschied in Uddevalla nicht automatisch darüber, ob ein Fahrer auch Positionen gewinnen konnte.
McLellan beschrieb die Strecke als vergleichsweise flach und schwer zu überholen. Everts sah durch die präparierten Außenlinien viele Fahrer auf einem ähnlichen Niveau. Coenen profitierte deshalb besonders davon, dass er vorne fahren, seine Linien frei wählen und das Rennen kontrollieren konnte.
Schon eine Woche später ändern sich die Bedingungen deutlich. Arnhem ist das letzte Sandrennen der MX2-Saison 2026. Dort dürften Linienwahl und Verkehr wieder eine größere Rolle spielen – und McLellan bekommt genau den Untergrund, auf dem er schlechte Startpositionen in der Vergangenheit deutlich besser korrigieren konnte.
