Guillem Farrés rettet angeschlagen Punkte und verteidigt das Red Plate

Guillem Farrés war in der Pressekonferenz des MXGP of Sweden 2026 sichtlich gezeichnet

Guillem Farrés war in der Pressekonferenz des MXGP of Sweden 2026 sichtlich gezeichnet

Guillem Farrés verließ den Grand Prix von Schweden nur mit den Plätzen sechs und vier, denn nach einem heftigen Sturz am Samstag startete der MX2-WM-Leader körperlich angeschlagen in den Rennsonntag und musste beide Läufe vom äußersten Gatter aufnehmen. Sein Vorsprung auf Sacha Coenen beträgt vor Arnhem noch 24 Punkte.

Der Zwischenfall ereignete sich in der Qualifying Race am Samstag. Farrés stürzte zu Beginn der ersten Runde. Kurz darauf ging ein weiterer Fahrer vor ihm zu Boden, dessen Motorrad direkt in seinem Weg lag.

„Ich konnte nichts machen, um dem Motorrad auszuweichen, und bin sehr, sehr heftig gestürzt“, berichtete der Spanier. Schwerere Verletzungen zog er sich nach eigener Aussage nicht zu, die Folgen des Einschlags waren am Sonntag dennoch sichtbar.

Letzter Startplatz verschärft die Aufgabe

Am Sonntag stand Farrés am äußersten Ende des Startgatters. Auf dem vergleichsweise flachen Kurs von Uddevalla war das ein zusätzlicher Nachteil, weil die Position am Start und die anschließende Linienwahl großen Einfluss auf das Rennen hatten.

„Wir wussten, dass es schwierig werden würde, vor allem vom letzten Startplatz auf einer Strecke wie dieser. Der Start ist hier sehr wichtig und außen zu stehen, kostet dich viel.“

Farrés erreichte im ersten Lauf Rang sechs. Im zweiten Durchgang arbeitete er sich bis auf Platz vier nach vorne, obwohl ihm ein weiterer kleiner Sturz erneut Positionen beziehungsweise Zeit kostete.

„Besonders im zweiten Lauf hatte ich viel Spaß dabei, mich wieder nach vorne zu kämpfen“, sagte der WM-Leader nach dem Rennen.

Schnellste Runde reichte nicht für das Podium

Seine körperlichen Probleme kosteten Farrés nicht den grundsätzlichen Speed. Mit 1:50,168 Minuten fuhr er im zweiten Lauf die schnellste Rennrunde des gesamten MX2-Feldes. Sieger Sacha Coenen kam auf 1:50,687 Minuten, Camden McLellan auf 1:50,746 und Liam Everts auf 1:50,895.

„Ich war nicht bei 100 Prozent und habe trotzdem gezeigt, dass ich schnell war. Ich bin wieder die schnellste Rennrunde gefahren.“

Der vierte Platz trotz schnellster Runde passte zum Charakter der Rennen in Uddevalla. McLellan bezeichnete die Strecke nach dem Grand Prix als vergleichsweise flach und schwierig zum Überholen. Everts verwies auf die präparierten Außenlinien, durch die mehrere Fahrer ein ähnliches Tempo fahren konnten. Coenen profitierte an der Spitze davon, seine Linien frei wählen und das Rennen kontrollieren zu können.

Farrés musste dagegen aus dem Verkehr heraus nach vorne. Sein Tempo reichte im zweiten Lauf für die schnellste Runde, die verlorenen Positionen vom Start ließen sich auf dem schwedischen Kurs jedoch nicht vollständig zurückholen.

24 Punkte Vorsprung vor Arnhem

Mit 6-4 verpasste Farrés an diesem Wochenende das angestrebte Podium, begrenzte nach dem Samstagssturz aber seinen Punkteverlust. Coenen verkürzte den Rückstand in der WM auf 24 Zähler.

Wie stark die Folgen des Sturzes eine Woche später noch zu spüren sein werden, konnte Farrés unmittelbar nach dem Rennen nicht einschätzen. „Nicht allzu schlecht“, antwortete er auf die Frage nach seinem körperlichen Zustand, äußerte jedoch Bedenken mit Blick auf das folgende Rennwochenende.

In Arnhem wartet nun das letzte Sandrennen der MX2-Saison 2026. Farrés reist mit dem Red Plate an, Coenen liegt noch 24 Punkte hinter dem Spanier.