MXGP of Australia: Was die Fahrer wirklich sagten

Guillem Farres als frischgebackener MX2 Weltmeister beim MXGP of Australia 2026 in Darwin

Guillem Farres als frischgebackener MX2 Weltmeister beim MXGP of Australia 2026 in Darwin. / Foto: Ralph Marzahn

Das Saisonfinale in Darwin hatte seine eigene Dynamik. Ein erheblicher Teil der Factory-Piloten fehlte verletzungsbedingt, darunter mit Lucas Coenen und Tim Gajser zwei Fahrer, die unter normalen Umständen ganz vorne zu erwarten gewesen wären. Das schmälert die Leistungen der Anwesenden nicht, gehört bei der Einordnung der Ergebnisse aber dazu.

Jeffrey Herlings beendete seine WM-Saison mit dem achten GP-Sieg in Folge und erklärte anschließend, warum ausgerechnet die Rennen, die er nicht gewinnen konnte, für seinen sechsten Titel wichtig waren. Romain Febvre verabschiedete sich nach sieben Jahren von Kawasaki, Calvin Vlaanderen bestritt sein letztes Rennen für Ducati und Tom Vialle fehlte erneut nicht viel zum ersten MXGP-Laufsieg.

In der MX2 fiel die letzte offene Titelentscheidung. Guillem Farres machte bereits im ersten Lauf den WM-Titel perfekt, während Camden McLellan mit einem weiteren starken Wochenende eine Triumph-Saison abrundete, die mit Platz eins und zwei in der Fahrer-WM sowie dem Herstellertitel kaum besser hätte enden können.

Was die Fahrer in Darwin wirklich sagten – und was ihre Aussagen zum Saisonabschluss verraten.

Herlings: Vielleicht war dieser Titel tatsächlich anders

Jeffrey Herlings hätte nach dem Saisonfinale genügend Zahlen aufzählen können. Sechster Weltmeistertitel. 13 gewonnene Grands Prix. 22 Laufsiege. Zum Abschluss acht GP-Siege hintereinander.

Interessanter war allerdings, welchen Punkt er selbst hervorhob. „Ich glaube, dass ich dieses Jahr cleverer war als bei meinen vorherigen Titeln. In den ersten Rennen konnte ich bei einigen Grands Prix das Tempo nicht mitgehen und ich habe das akzeptiert.“ Gerade bei Herlings ist dieser Satz bemerkenswert.

Seine Karriere war oft davon geprägt, gewinnen zu wollen, sobald sich auch nur die kleinste Möglichkeit bot. Darwin klingt dagegen nach einem Fahrer, der akzeptiert hat, dass eine Weltmeisterschaft nicht an jedem Sonntag gewonnen werden muss. „Manchmal muss man verlieren, um zu gewinnen. Ich glaube, das habe ich inzwischen gelernt.“ Das erklärt möglicherweise einen Teil seiner Saison besser als die 13 GP-Siege.

Herlings musste zu Beginn des Jahres mit einem neuen Team und einem neuen Motorrad akzeptieren, dass andere zeitweise schneller waren. Statt daraus an jedem Wochenende einen Kampf auf Biegen und Brechen zu machen, sammelte er Punkte.

Als sein Paket passte, änderte sich das Bild komplett. Acht gewonnene Grands Prix in Folge zum Saisonende sind dafür eine ziemlich deutliche Antwort. Vielleicht war der sechste Titel deshalb tatsächlich weniger eine Geschichte darüber, wie schnell Jeffrey Herlings fahren kann. Das wusste ohnehin jeder.

Interessanter ist, dass er offenbar gelernt hat, wann er es nicht unbedingt beweisen muss.

Febvre: „Jeffrey war dieses Jahr schwer zu schlagen“

Romain Febvre versuchte es bis zum Schluss. Schon in China hatte sich gezeigt, dass seine Aussagen aus der Türkei nicht aus der Luft gegriffen waren. Wenn der Kawasaki-Pilot vorne startet, kann er mit Herlings kämpfen.

Darwin bestätigte das erneut. „Ich habe alles gegeben und bis zum Ende gekämpft. In China war es knapp und hier wieder, aber Jeffrey war dieses Jahr schwer zu schlagen.“

Im ersten Lauf kam Febvre gut weg, lag schnell auf Rang zwei und konnte zunächst bei Herlings bleiben. Erst drei oder vier Runden vor Schluss verlor er den direkten Anschluss. Moto zwei wurde bereits in der ersten Kurve komplizierter. Herlings rutschte weg und kreuzte dabei Febvres Vorderrad. Der Franzose musste sich anschließend wieder durch das Feld arbeiten.

Trotzdem kam er noch einmal heran.

Das passt zu dem Bild der letzten Grands Prix: Febvre fehlte zum Saisonende nicht grundsätzlich die Geschwindigkeit. Herlings war schlicht noch ein Stück besser – und vor allem konstant in der Position, seine Geschwindigkeit in Siege umzusetzen.

Febvre nimmt deshalb zum dritten Mal in seiner Karriere WM-Silber mit. „Es ist nie einfach, einen Titel zu verteidigen, deshalb bin ich stolz darauf, zum dritten Mal in meiner Karriere die Silbermedaille zu holen. Das ist nicht schlecht. Und man darf nicht vergessen, dass ich der Älteste bin, fast 35. Nicht viele Fahrer haben in meinem Alter solche Erfolge erreicht.“

Das klingt nicht nach Zufriedenheit über Platz zwei. Eher nach einer realistischen Einordnung dessen, was er geleistet hat.

Und gleichzeitig war Darwin ein Abschied. „Das war mein letzter Grand Prix mit Kawasaki nach sieben wunderbaren Jahren – eine Erfolgsgeschichte, die wir heute Abend feiern werden.“ Nach sieben gemeinsamen Jahren endet damit eines der prägenden Kapitel in Febvres Karriere. Ganz beendet ist es allerdings noch nicht. Beim Motocross of Nations steht er noch einmal für Kawasaki am Start.

Vialle: Der erste Sieg fehlt – der Rest inzwischen kaum noch

Tom Vialle verlässt Darwin ohne den MXGP-Laufsieg, den er sich für die letzten Grands Prix ausdrücklich vorgenommen hatte. Weit entfernt war er davon erneut nicht.

Vialle fühlte sich auf der Strecke vom ersten Training an wohl, gewann am Samstag das Qualifikationsrennen und verschaffte sich damit die erste Gate-Pick für Sonntag.

Das zahlte sich aus. „Dadurch konnte ich beide Holeshots holen und mir damit auch den Holeshot Award für die Saison sichern.“ Das ist mehr als eine nette Randnotiz. Noch in der Türkei hatte Vialle erklärt, dass gute Sprünge aus dem Gatter allein nicht reichten, wenn er anschließend nicht als Erster aus den Kurven kam.

In Darwin funktionierte genau das.

Im ersten Lauf konnte er daraus noch nicht genug machen. Im zweiten war er dagegen wieder dicht am Sieg. „Ich denke, dass ich im zweiten Lauf gezeigt habe, dass ich nah am Sieg war.“ Das zieht sich inzwischen durch mehrere Grands Prix.

Vialle muss nicht mehr beweisen, dass er auf einer 450er in der MXGP vorne fahren kann. Was ihm am Ende seiner ersten Saison mit Honda noch fehlt, ist der letzte Schritt vom Beinahe-Sieg zum Sieg.

Seine eigene Bilanz fällt entsprechend positiv aus. „Ich denke, es war ein gutes Jahr für mich – auf einem neuen Motorrad und in einem neuen Team. Wenn ich eine gute Offseason habe, kann ich nächstes Jahr um noch mehr Siege kämpfen.“

Nach den letzten Wochen klingt das nicht besonders weit hergeholt.

Adamo: Das China-Problem ließ sich zumindest teilweise lösen

Andrea Adamo war in China vor allem über zwei Dinge unzufrieden gewesen: sein Gefühl und seine Geschwindigkeit.

Eine Woche später klingt er anders. „Im Vergleich zum vergangenen Wochenende in China bin ich ziemlich zufrieden. Wir haben einige Verbesserungen vorgenommen und die haben sich ausgezahlt.“ Mit 4-3-4 über das Wochenende sammelte Adamo genauso viele Punkte wie der Drittplatzierte des Grand Prix.

Wichtiger ist für ihn aber offenbar, dass die Richtung wieder stimmt. Sein fünfter WM-Rang entspricht zudem dem Ziel, das er sich für seine erste MXGP-Saison gesetzt hatte. „Ich bin wirklich zufrieden mit der Saison. Sie war solide und ich bin stolz darauf. Platz fünf in der Meisterschaft und nur eine Handvoll Punkte von den ersten Vier entfernt: Wir haben unser Ziel erreicht.“

Gleichzeitig redet Adamo die Arbeit am neuen Motorrad nicht klein. „Wenn man ein neues Motorrad auf die Strecke bringt, gibt es natürlich Verbesserungen, aber auch noch Entwicklungsarbeit.“

Das ist nach seinem China-Statement interessant. Dort hatte er ausdrücklich angekündigt, am Motorrad Dinge verändern zu wollen. Darwin deutet zumindest darauf hin, dass einige dieser Änderungen in die richtige Richtung gingen.

Vlaanderen: Ein unspektakulärer Abschied von Ducati

Für Calvin Vlaanderen war Darwin mehr als nur das letzte Rennen der Saison. Es war sein letzter Grand Prix auf der Ducati. Mit zwei sechsten Plätzen verabschiedete sich der 30-Jährige, bevor er 2027 für das Honda-Team SR Motoblouz antritt.

„Ich bin mit meiner Fahrweise nicht vollständig zufrieden. Ich denke, es hätte besser sein können, aber ich bin froh, mit zwei sechsten Plätzen nach Hause zu fahren.“ Das passt ziemlich gut zu Vlaanderens letzten Wochen. In China war er noch Vierter geworden und hatte sich dort auch das gesamte Wochenende über als viertschnellsten Fahrer gesehen. In Darwin fehlte dieses letzte Stück.

Seine eigentliche Aussage richtet sich allerdings weniger auf den Sonntag als auf das gesamte Ducati-Kapitel. „Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen, aber wir haben weitergekämpft und niemals aufgegeben. Darauf können wir stolz sein.“

Bemerkenswert ist auch sein letzter Satz. „Ich wünsche allen für die Zukunft nur das Beste.“ Vlaanderen spricht damit bereits wie jemand, für den dieses Projekt abgeschlossen ist. 2027 beginnt für ihn bei Honda ein neues Kapitel.

Jonass: Die Top Fünf wurden zum neuen Normal

Pauls Jonass wurde erneut Fünfter. Noch vor einigen Monaten wäre das vielleicht die eigentliche Nachricht gewesen. Zum Saisonende ist es beinahe schon erwartbar. „Was mich wirklich gefreut hat, waren die Starts zum Ende der Saison. Ich habe bei vier der letzten fünf Grands Prix einen Top-Fünf-Ergebnis geholt.“

Genau darin liegt seine Entwicklung. In der Türkei hatte Jonass noch davon gesprochen, den Anschluss an die ersten Vier herstellen zu wollen. Ganz gelungen ist das noch nicht. Aber der Bereich direkt dahinter wurde zunehmend seiner. Auch die Starts, die ihn zuvor häufiger zu Aufholjagden gezwungen hatten, funktionierten besser.

Der nächste Schritt für 2027 liegt damit ziemlich offen vor ihm: Aus regelmäßigen Top-Fünf-Plätzen müssen Podien werden.

Farres: Weltmeister – und plötzlich war Moto zwei fast nebensächlich

Guillem Farres brauchte in Darwin nicht den perfekten Grand Prix. Er brauchte im ersten Lauf das richtige Ergebnis. Camden McLellan gewann, Farres wurde Zweiter – und damit war die Weltmeisterschaft entschieden.

„Wir haben die Meisterschaft im ersten Rennen klargemacht, Camden hat gewonnen und ich wurde Zweiter. Das war ein unglaubliches Gefühl.“

Danach änderte sich die Ausgangslage komplett. Zum ersten Mal an diesem Wochenende musste Farres nicht mehr rechnen. Kein Vorsprung musste verteidigt, kein Risiko gegen den möglichen Punktverlust abgewogen werden. Der zweite Lauf verlief entsprechend unspektakulärer. Farres startete als Dritter, fand nicht ganz das Tempo der Spitze und wurde Fünfter.

Es spielte keine entscheidende Rolle mehr. „Insgesamt war es eine unglaubliche Saison und definitiv eine, an die ich mich für den Rest meines Lebens erinnern werde.“

Farres‘ Titel ist auch deshalb bemerkenswert, weil seine Saison keineswegs aus einem problemlosen Durchmarsch bestand. Es gab Stürze und Wochenenden, an denen McLellan oder andere schneller waren. Entscheidend war, dass Farres nur selten komplett einbrach.

Seine Aussage bringt das ziemlich gut auf den Punkt. „Es war nicht immer einfach, aber wir haben aus jeder Situation das Beste gemacht.“ Genau daraus entstehen Weltmeisterschaften.

McLellan: Der Titel ging an Farres – sein Anteil an Triumphs Saison bleibt trotzdem gewaltig

Camden McLellan gewann in Darwin erneut einen Lauf und beendete die Weltmeisterschaft auf Rang zwei. Er hätte allen Grund gehabt, sich darüber zu ärgern, dass sein Teamkollege am Ende vor ihm steht. Davon ist in seiner Aussage wenig zu hören. „Was für ein Jahr!“

Noch interessanter wird es danach. „Vor allem bin ich stolz auf das ganze Team. Sie verdienen diesen Sieg und sie verdienen die Meisterschaft.“ McLellan stellt damit Triumphs Erfolg über seine persönliche Niederlage im Titelkampf. Und der ist tatsächlich größer als Farres‘ WM-Titel allein.

Triumph beendet die Saison mit Farres und McLellan auf den ersten beiden Plätzen der Fahrer-WM und gewinnt zusätzlich die Herstellerwertung. „Die Meisterschaft als Erster und Zweiter zu beenden und dazu die Hersteller-WM zu gewinnen, ist großartig.“

Dabei fühlte sich McLellan in Darwin nach eigener Aussage nicht einmal besonders gut. „Ehrlich gesagt habe ich mich nie wirklich so gut gefühlt, aber ich habe es irgendwie hinbekommen.“ Das ist fast die interessantere Aussage über sein Wochenende. Auch ohne perfektes Gefühl gewann er einen Lauf und kämpfte erneut ganz vorne. Für den WM-Titel reichte es nicht.

Für Triumph war seine Saison trotzdem ein wesentlicher Teil eines Jahres, das die Kräfteverhältnisse in der MX2 deutlich verändert hat.

Längenfelder fehlt – und damit auch ein wichtiger Vergleich

Simon Längenfelder trat in Darwin nicht an. Nach seiner Erkrankung während des China-GPs fiel damit auch der direkte Vergleich mit Farres und McLellan beim Saisonfinale weg. Das gehört zur Einordnung dieses Wochenendes ebenso wie die zahlreichen Ausfälle in der MXGP.

Denn Darwin war zwar das WM-Finale, aber nicht mehr das vollständige Feld, das über weite Teile der Saison gegeneinander gefahren war. Farres‘ Titelentscheidung ändert das nicht. Weltmeister wird man über eine Saison, nicht über die Starterliste eines einzelnen Grand Prix.

Für die Bewertung einzelner Ergebnisse in Darwin sollte man die fehlenden Fahrer trotzdem im Hinterkopf behalten.

Everts: Fünf Podien in Folge – und zum Schluss ein Laufsieg

Liam Everts beendete seine Saison genau so, wie sich seine letzten Wochen entwickelt hatten. Vorne. Im letzten Lauf des Jahres übernahm er die Führung und setzte sich anschließend ab. „Als ich die Führung übernommen hatte, konnte ich mich auf mein eigenes Fahren konzentrieren und mich absetzen.“

Damit gewann Everts den letzten MX2-Lauf der Saison.

Noch wichtiger ist allerdings die Entwicklung, die diesem Sieg vorausging. Bereits in China hatte er sein viertes Podium in Folge gefeiert. Mit Darwin kam ein weiteres hinzu. Aus einem guten Saisonendspurt wurde damit eine echte Serie. „Das Jahr mit einem Sieg, einem weiteren Podium und Platz vier in der Meisterschaft zu beenden, ist wirklich positiv.“

Everts beendet die Saison also nicht nur mit einem guten Ergebnis. Er beendet sie mit einer Formkurve, die deutlich nach oben zeigt.

Janis Reisulis: Wieder ein Podium – und trotzdem sieht man noch die Baustellen

Janis Reisulis beendet seine erste vollständige MX2-Saison mit einem weiteren Podium. Im zweiten Lauf zog er den Holeshot und führte das Rennen zunächst an. „Ich habe im zweiten Rennen den Holeshot geholt, was die Sache im Vergleich zum ersten Lauf deutlich einfacher gemacht hat.“

Damit bestätigte sich noch einmal, was in den vergangenen Wochen zu sehen war: Reisulis kann inzwischen mit der Spitze fahren. Ganz sauber war der Lauf trotzdem nicht. „Während ich geführt habe, habe ich ein paar Fehler gemacht.“ Am Ende stand Gesamtrang drei.

In China war noch zu sehen gewesen, dass ihm gegen Ende eines Rennens etwas fehlte. In Darwin bekam er nun die Erfahrung, selbst ein MX2-Feld anzuführen. Genau solche Situationen dürfte er für den nächsten Schritt brauchen.

Die Geschwindigkeit ist längst kein Geheimnis mehr. 2027 wird es darum gehen, aus ihr häufiger komplette Rennen zu machen.

Sacha Coenen: Eine schwierige Schlussphase endet ohne Befreiungsschlag

Sacha Coenen kam bereits nach schwierigen Wochen nach Australien. Auch Darwin brachte nicht den großen Befreiungsschlag. Im ersten Lauf erwischte er einen guten Start, machte anschließend aber einen Fehler und musste sich wieder bis in die Top Fünf zurückarbeiten. Dazu kam ein kleiner Sturz mit einem Überrundeten.

Moto zwei begann bereits in der ersten Kurve schlecht. „Ich verlor etwas Zeit und kam danach nicht wirklich in Gang.“ Immerhin arbeitete er sich noch auf Rang vier vor. Damit endet eine Saison, deren Schlussphase deutlich schwieriger verlief, als Coenen sich das vorgestellt haben dürfte.

Sein letzter Satz zeigt allerdings, dass die Pause kurz wird. „Das war’s für diese Saison. Jetzt geht es in die USA.“ Der Blick geht damit bereits auf das nächste Kapitel.

Karlis Reisulis: Platz sieben reicht ihm selbst nicht

Karlis Reisulis beendet die Weltmeisterschaft auf Rang sieben. Seine eigene Saisonbewertung fällt trotzdem kritisch aus. „Es gab definitiv einige Highlights in dieser Saison, aber ich glaube nicht, dass ich konstant genug war.“

Damit trifft er den entscheidenden Punkt ziemlich gut. Bei Reisulis gab es immer wieder Rennen, in denen das Potenzial sichtbar war. Zu häufig folgten darauf aber Wochenenden, an denen Gefühl, Rhythmus oder Konzentration fehlten.

Auch in Darwin fühlte er sich nach eigener Aussage nicht wie er selbst und hatte mental zu kämpfen. „Wenn ich über die Grands Prix hinweg konstantere Ergebnisse zusammengebracht hätte, hätte die Saison meiner Meinung nach noch besser sein können.“

Für 2027 ist die Aufgabe damit klar definiert. Nicht einzelne Spitzen müssen höher werden. Die Ausschläge nach unten müssen kleiner werden.

Karssemakers: Drei starke Grands Prix verändern den Blick auf den Winter

Kay Karssemakers beendete die Saison mit Gesamtrang sechs. Entscheidender ist für ihn die Serie davor. „Platz sechs insgesamt war ein guter Abschluss der Saison mit drei konstanten Grands Prix hintereinander.“

Darwin war dabei keineswegs fehlerfrei. Im ersten Lauf warf ihn ein größerer Fehler neben die Strecke zurück, anschließend folgte ein weiterer. Trotzdem kämpfte er sich wieder auf Rang sieben. Im zweiten Rennen kam er als Letzter aus der ersten Kurve und arbeitete sich noch auf Platz sechs nach vorne.

Vor einigen Wochen hätte ein solcher Start sein Rennen womöglich komplett zerstört. Jetzt konnte er daraus noch ein ordentliches Ergebnis machen. Karssemakers geht deshalb mit einem anderen Gefühl in den Winter als noch zur Saisonmitte. „Ich fühle mich immer noch stark und freue mich jetzt auf einen guten Winter und ein erfolgreiches Jahr 2027.“

Die letzten drei Grands Prix liefern ihm zumindest eine Grundlage dafür.

Darwin war ein Finale mit Lücken – aber auch mit klaren Antworten

Die Starterliste des letzten Grand Prix war nicht mehr die stärkste der Saison. Lucas Coenen, Tim Gajser und weitere Factory-Piloten fehlten verletzungsbedingt. Simon Längenfelder trat in der MX2 ebenfalls nicht an.

Das sollte bei einzelnen Platzierungen nicht vergessen werden. Die großen Geschichten von Darwin verändert es aber kaum. Herlings brauchte das Saisonfinale nicht mehr, um Weltmeister zu werden. Er nutzte es, um mit seinem achten GP-Sieg in Folge zu zeigen, wie stark seine zweite Saisonhälfte war. Febvre konnte ihn erneut fordern, musste aber gleichzeitig anerkennen, dass Herlings 2026 die entscheidenden Antworten häufiger gefunden hatte.

Und in der MX2 fiel endlich die letzte offene Entscheidung.

Guillem Farres ist Weltmeister. Camden McLellan beendet die Saison als Zweiter. Triumph gewinnt zusätzlich die Herstellerwertung. Vor drei Jahren war Triumph in der MX2 noch der Neuling. 2026 beendet die Marke die Saison auf den ersten beiden Plätzen der Weltmeisterschaft. Das dürfte von Darwin am längsten hängen bleiben.