Sacha Coenen bleibt das Maß der Dinge
Sacha Coenen baut WM Führung mit Sieg beim MXGP of Latvia aus.
Manche Strecken scheinen wie für bestimmte Fahrer gemacht zu sein. Bei Sacha Coenen ist das inzwischen offensichtlich Kegums. Der Belgier gewann beim MXGP of Latvia beide Wertungsläufe der MX2-Klasse, feierte seinen dritten Grand-Prix-Sieg in Folge auf lettischem Boden und baute gleichzeitig seine Führung in der Weltmeisterschaft weiter aus.
Dabei war es nicht nur das Ergebnis, das beeindruckte. Vor allem die Art und Weise, wie Coenen das Wochenende kontrollierte, machte deutlich, warum er aktuell das Red Plate trägt.
Von Beginn an das Tempo bestimmt
Bereits im Qualifying gehörte Coenen zu den schnellsten Fahrern auf der Strecke. Als die Startgatter am Sonntag fielen, ließ der KTM-Pilot anschließend keinen Zweifel daran, wer in Kegums den Ton angeben würde.
Mit starken Starts und hohem Tempo in den ersten Rennrunden verschaffte sich Coenen in beiden Läufen früh den entscheidenden Vorteil. Während die Konkurrenz versuchte, ihren Rhythmus zu finden, hatte sich der Belgier bereits abgesetzt.
Gerade auf der tiefen Sandstrecke von Kegums erwies sich das als entscheidender Faktor. Wer einmal freie Fahrt hatte, konnte die zahlreichen Spurrillen und wechselnden Linien deutlich besser kontrollieren als die Fahrer im Verkehr.
„Diese Strecke liegt mir einfach. Ich mag eigentlich alles an ihr“, erklärte Coenen nach dem Rennen. „Man muss an einigen Stellen sehr vorsichtig sein, weil sie ziemlich tückisch werden kann, aber genau das gefällt mir.“
Historischer Tag für die Familie Coenen
Der Grand Prix wurde für den Belgier zusätzlich zu einem ganz besonderen Erlebnis. Während Sacha die MX2-Klasse dominierte, gewann sein Bruder Lucas zeitgleich die MXGP-Kategorie. Beide Brüder sicherten sich die maximal mögliche Punkteausbeute und sorgten damit für einen der bemerkenswertesten Momente der laufenden Saison.
„Es ist unglaublich. Ich habe eigentlich keine Worte dafür. Mein Bruder und ich gewinnen beide Läufe am selben Wochenende. Das ist wirklich etwas Besonderes“, sagte Coenen.
Für die Brüder schloss sich damit auch ein Kreis. Kegums war bereits in der Vergangenheit Schauplatz wichtiger Erfolge der Familie Coenen. Nun kam ein weiteres Kapitel hinzu.
Camden McLellan mit Back to Back Podium
Hinter dem KTM-Piloten bestätigte Camden McLellan seine starke Form der vergangenen Wochen. Der Triumph-Fahrer sicherte sich erneut Rang zwei und stand damit zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium.
Ganz zufrieden war der Südafrikaner dennoch nicht. „Wenn ich bessere Starts hätte, könnte ich mit Sacha mitfahren“, erklärte McLellan nach dem Rennen. Genau dort sieht er aktuell den größten Unterschied zwischen sich und dem WM-Spitzenreiter.
Besonders die Anfangsphase der Rennen beeindruckt ihn. „Sacha ist unglaublich gut in den ersten zwei oder drei Runden. Wenn man kurz blinzelt, hat er schon zehn Sekunden Vorsprung.“
Trotzdem zeigte sich McLellan optimistisch. Die Geschwindigkeit sei vorhanden, nun gehe es darum, die Voraussetzungen für den Kampf um Siege zu verbessern.
Valin bleibt konstant auf Podiumskurs
Mit Mathis Valin stand ein weiterer Fahrer auf dem Podium, der aktuell zu den konstantesten Piloten der MX2-Klasse gehört. Der Franzose sicherte sich bereits sein viertes Podium in Folge und festigte damit seine Position in der Spitzengruppe der Weltmeisterschaft.
Bemerkenswert dabei: Nach eigener Aussage gehörte Kegums nicht unbedingt zu seinen Lieblingsstrecken. „Ich habe mich auf dieser Strecke nicht besonders wohlgefühlt“, gab Valin offen zu.
Umso wichtiger war das Ergebnis aus seiner Sicht. Statt Risiken einzugehen, konzentrierte sich der Kawasaki-Pilot darauf, möglichst viele Punkte mitzunehmen. „Mental fühle ich mich gut. Ich nehme einfach ein Rennen nach dem anderen und gebe jedes Wochenende mein Bestes.“
Auch beim Thema Meisterschaft bleibt der Franzose gelassen. „Wenn ich um die Meisterschaft kämpfen kann, dann werde ich es tun. Aber im Moment schaue ich einfach von Rennen zu Rennen.“
Die Red Plate bleibt auf der KTM
Während hinter ihm die Verfolger um jedes Podium kämpfen, wirkt Sacha Coenen derzeit bemerkenswert entspannt.
Der Belgier vermeidet es, zu weit in die Zukunft zu schauen, und konzentriert sich stattdessen auf die unmittelbar bevorstehenden Aufgaben. Genau diese Herangehensweise scheint aktuell aufzugehen.
Mit dem dritten Kegums-Sieg in Folge, dem nächsten Grand-Prix-Erfolg und der weiterhin roten Nummerntafel reist Coenen nun zum nächsten Rennen. Nach dem Auftritt in Lettland bleibt vor allem eine Erkenntnis: Wer 2026 MX2-Weltmeister werden will, wird an Sacha Coenen vorbeimüssen.
