Lettenbichler schreibt Erzberg-Geschichte

Manuel Lettenbichler zum fünten Mal am Erzberg siegreich

Manuel Lettenbichler zum fünten Mal am Erzberg siegreich. / Foto: Future7Media

Manuel Lettenbichler hat beim Red Bull Erzbergrodeo 2026 ein weiteres Kapitel seiner außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte geschrieben. Der KTM-Werksfahrer gewann den Red Bull Hare Scramble zum fünften Mal in Folge und zog damit mit den erfolgreichsten Fahrern der Geschichte des Rennens gleich.

Auf der berüchtigten Erzberg-Strecke ließ der Deutsche der Konkurrenz am Ende kaum eine Chance.

Das Rennen blieb zunächst offen

Dabei deutete in der Anfangsphase noch wenig auf einen derart deutlichen Ausgang hin.

Nach dem Start entwickelte sich zunächst ein enger Kampf an der Spitze. Lettenbichler, Trystan Hart und Mitch Brightmore bewegten sich über die ersten Kontrollpunkte hinweg nahezu auf Augenhöhe. Die Abstände waren gering, Fehler konnten jederzeit entscheidend werden.

Doch spätestens nach dem vierten Checkpoint übernahm Lettenbichler die Kontrolle.

Der KTM-Pilot setzte sich an die Spitze und begann, seinen Vorsprung Schritt für Schritt auszubauen. Während die Verfolger immer wieder Zeit verloren, fand der Deutsche einen konstanten Rhythmus und bewegte sich nahezu fehlerfrei durch die schwierigsten Passagen des Kurses.

Entscheidung bei den Schlüsselstellen

Besonders an den legendären Hindernissen des Erzbergrodeos spielte Lettenbichler seine Erfahrung aus.

Ob Carl’s Dinner, Dynamite oder Lazy Noon – der Deutsche meisterte die berüchtigten Sektionen souverän und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Bereits im letzten Renndrittel hatte er die Konkurrenz deutlich distanziert.

Am Ende überquerte Lettenbichler die Ziellinie mit fast neun Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Trystan Hart.

„Fünf Siege beim Erzbergrodeo – ich finde kaum Worte dafür“, sagte Lettenbichler nach dem Rennen. „Zu Beginn haben Mitch und Trystan enorm Druck gemacht. Danach habe ich mich auf dem Motorrad unglaublich wohlgefühlt und jede einzelne Sektion genossen.“

KTM-Doppelsieg auf dem Erzberg

Hinter dem Sieger sorgte Trystan Hart für das nächste starke Ergebnis aus KTM-Sicht.

Der Kanadier arbeitete sich im Verlauf des Rennens bis auf Rang zwei nach vorne und lieferte sich dabei ein intensives Duell mit GASGAS-Pilot Mitch Brightmore. Nach mehreren Positionswechseln gelang es Hart schließlich, sich entscheidend abzusetzen und den zweiten Platz sicher ins Ziel zu bringen.

„Ich bin zufrieden mit Platz zwei“, erklärte Hart. „Es war ein unglaublich hartes Rennen und ich musste einige Probleme managen. Es gab Bereiche, in denen ich stark war, aber auch Stellen, an denen ich Zeit verloren habe. Daraus werden wir lernen.“

Mit den Plätzen eins und zwei unterstrich KTM einmal mehr seine Dominanz beim prestigeträchtigsten Hard-Enduro-Rennen der Welt.

Schon im Prolog setzte KTM Maßstäbe

Bereits vor dem eigentlichen Hauptrennen hatte KTM ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt.

Im Iron Road Prologue belegten KTM-Piloten die ersten vier Positionen. EnduroGP-Star Andrea Verona fuhr die schnellste Zeit des gesamten Feldes und verwies Rallye-WM-Spitzenreiter Daniel Sanders auf Rang zwei. Carson Brown und Lettenbichler komplettierten die Top Vier.

Auch Edgar Canet und Trystan Hart qualifizierten sich problemlos für das Hauptrennen und sorgten dafür, dass KTM bereits vor dem Start des Hare Scramble als großer Favorit galt.

Ein Platz in den Geschichtsbüchern

Mit seinem fünften Erfolg in Serie hat Lettenbichler seinen Namen endgültig in den Geschichtsbüchern des Erzbergrodeos verankert.

Der Deutsche gehört inzwischen nicht nur zu den erfolgreichsten Fahrern der Veranstaltung, sondern prägt aktuell eine ganze Ära des Hard-Enduro-Sports. Die Art und Weise, wie er die Konkurrenz auch 2026 kontrollierte, machte deutlich, warum er weiterhin als Maßstab der Szene gilt.

Für die Konkurrenz bleibt die Herausforderung damit unverändert: Wer das Erzbergrodeo gewinnen will, muss zuerst Manuel Lettenbichler schlagen.

 2026 Red Bull Erzbergrodeo

1. Manuel Lettenbichler (GER), KTM, 3:05:39.953
2. Trystan Hart (CAN), KTM, 3:14:10.574
3. Mario Roman (ESP), Husqvarna, 3:18:10.926
4. Teodor Kabakchiev (BUL), Sherco, 3:22:01.999
5. Mitch Brightmore (GBR), GASGAS, 3:24:56.786