Romain Febvre und Kawasaki gehen getrennte Wege – folgt jetzt die große Überraschung?
Romain Febvre bescherte Kawasaki in Foxhill ein weiteres Podium
Was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hatte, ist nun offiziell: Romain Febvre und Kawasaki werden nach der Saison 2026 getrennte Wege gehen. Nach sieben gemeinsamen Jahren endet eine der erfolgreichsten Partnerschaften der jüngeren MXGP-Geschichte.
Mit dem Gewinn der MXGP-Weltmeisterschaft 2025, zwei Vizeweltmeisterschaften sowie insgesamt 13 Grand-Prix-Siegen und 28 Laufsiegen im Kawasaki-Dress prägte der Franzose eine Ära bei den Grünen. Noch ist die gemeinsame Geschichte allerdings nicht zu Ende. Die letzten WM-Läufe der Saison 2026 wollen Fahrer und Team gemeinsam bestreiten – mit dem klaren Ziel, die Zusammenarbeit mit einem weiteren Spitzenergebnis abzuschließen.
„Es ist Zeit für ein neues Kapitel“
Für Febvre fällt der Abschied nach sieben Jahren nicht leicht. „Ein großer Teil meiner Karriere wird für immer mit Kawasaki verbunden bleiben“, erklärt der Franzose. „Wir haben unser großes Ziel erreicht und im vergangenen Jahr gemeinsam den WM-Titel gewonnen. Ich hatte vom ersten Tag an großartige Menschen um mich herum.“
Besonders hebt Febvre die gemeinsame Entwicklung der aktuellen KX450-SR hervor. Nachdem das Motorrad 2023 grundlegend überarbeitet worden war, fehlten damals nur wenige Punkte zum Titel. Ein Jahr später bremste ihn eine Verletzung aus, ehe schließlich 2025 der langersehnte WM-Gewinn gelang.
Auch wenn der Wechsel bereits feststeht, richtet sich der Blick zunächst auf den Saisonendspurt. „Die Saison ist noch nicht vorbei. Bis zur Zielflagge des letzten Rennens werde ich alles geben.“
Wohin führt der Weg?
Mit der offiziellen Bestätigung der Trennung richtet sich der Blick nun auf Febvres Zukunft. Für welches Werksteam der Franzose 2027 an den Start gehen wird, wurde zwar noch nicht bekannt gegeben, im Fahrerlager gilt jedoch als offenes Geheimnis, dass seine Entscheidung längst gefallen ist.
Über Monate hinweg galt Romain Febvre als heißer Kandidat für das neue 450er-Werksprojekt von Triumph. Kein Wunder: Hinter dem aktuellen Werkseinsatz der Briten steht jenes Team, mit dem der Franzose bereits 2021 zusammenarbeitete.
Stattdessen verdichten sich inzwischen die Hinweise auf ein anderes Szenario. So wird zunehmend darüber gesprochen, dass Febvre künftig das Ducati-Werksteam verstärken könnte. Dort soll er das von Louis Vosters geführte MXGP-Projekt vorantreiben.
Sollte sich dieser Wechsel bewahrheiten, wäre das zweifellos eine der größten Überraschungen der vergangenen Jahre. Ducati hat mit der Desmo450 MX zwar bereits beachtliche Fortschritte erzielt, befindet sich mit seinem MXGP-Projekt aber weiterhin in einer Aufbauphase. Podestplätze sind bislang die Ausnahme, meist bewegt sich das Werksteam im Mittelfeld. Mit einem Fahrer vom Kaliber eines Romain Febvre würde Ducati ein deutliches Signal senden, dass der Angriff auf die Weltspitze deutlich schneller erfolgen soll.
Ein klares Signal von Ducati?
Gerade deshalb wäre eine Verpflichtung von Febvre ein deutliches Zeichen. Der Franzose zählt seit Jahren zu den konstantesten Fahrern der MXGP und bringt nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch enorme Erfahrung mit. Genau diese Qualitäten könnten für Ducati von unschätzbarem Wert sein, wenn das Werk den nächsten Schritt Richtung Spitze machen möchte.
Ob sich die Gerüchte bestätigen, bleibt allerdings abzuwarten. Weder Ducati noch das Management von Febvre haben sich bislang zu seiner Zukunft geäußert.
Ein Abschied mit Respekt
Auch Kawasaki-Teammanager Antti Pyrhönen verabschiedet den Weltmeister mit warmen Worten. Für ihn sei es ein Privileg gewesen, über viele Jahre mit einem der erfolgreichsten Fahrer der vergangenen Dekade zusammenzuarbeiten. Der gemeinsame WM-Titel sei das Ergebnis des großen Engagements aller Beteiligten gewesen.
Bis zum Saisonende wollen sich beide Seiten nun noch einmal voll auf den Sport konzentrieren. Erst danach wird sich zeigen, ob Romain Febvre tatsächlich das grüne Motorrad gegen Rot tauscht – und damit das nächste Kapitel seiner Karriere bei Ducati aufschlägt oder ob ihn sein Weg doch an einen anderen Ort führt.
