Romain Febvre rudert zurück: Franzose entschuldigt sich bei der FIM

Romain Febvre relativiert seine Kritik an der FIM mit einem öffentlichen Statement.

Romain Febvre relativiert seine Kritik an der FIM mit einem öffentlichen Statement.

Noch vor einer Woche stand Romain Febvre im Mittelpunkt einer Diskussion, die weit über das Renngeschehen hinausging. Nach dem schweren Unfall von Thibault Benistant beim MXGP of France in Lacapelle-Marival hatte der Kawasaki-Pilot die FIM öffentlich kritisiert und die Entscheidungen rund um den Vorfall infrage gestellt.

Nun hat der Franzose seine Aussagen deutlich relativiert.

Kritik nach emotionalem Rennende

Unmittelbar nach dem Grand Prix von Frankreich war Febvre sichtlich aufgewühlt. Der schwere Unfall seines Landsmanns Thibault Benistant hatte das gesamte Fahrerlager erschüttert.

In der anschließenden Pressekonferenz kritisierte der Franzose nicht nur die fehlende Rennunterbrechung, sondern warf der FIM auch vor, den Fahrern nicht den nötigen Respekt entgegenzubringen. Seine Aussagen sorgten in den folgenden Tagen für intensive Diskussionen innerhalb der Motocross-Szene.

Dabei stand vor allem die Frage im Raum, ob die Verantwortlichen zum Zeitpunkt des Unfalls ausreichend Informationen über den Gesundheitszustand Benistants hatten, um eine andere Entscheidung treffen zu können.

Kehrtwende in Teutschenthal

Beim MXGP of Germany schlug Febvre nun deutlich andere Töne an. Der Kawasaki-Werksfahrer erklärte öffentlich, dass ihm inzwischen weitere Informationen vorliegen würden und die Situation anders zu bewerten sei als unmittelbar nach Rennende in Frankreich.

„Ich möchte mich bei der FIM für einige Worte entschuldigen, die ich am vergangenen Wochenende gesagt habe. Inzwischen ist klar, dass sie nicht alle Informationen darüber hatten, was mit Benistant passiert ist.“

Damit widerspricht Febvre indirekt einem zentralen Teil seiner ursprünglichen Kritik. Denn genau die vermeintliche Untätigkeit der Verantwortlichen hatte ihn in Lacapelle-Marival zu seinen deutlichen Aussagen veranlasst.

„Ich hätte sie nicht kritisieren sollen“

Noch bemerkenswerter war die Selbstkritik des Franzosen. „Ich hätte sie nicht kritisieren sollen, aber es war eine Reaktion direkt nach dem Rennen.“ Mit diesen Worten räumt Febvre ein, dass seine Aussagen stark von den Emotionen des Moments geprägt waren. Angesichts der Bilder des regungslos auf der Strecke liegenden Benistant sei die Situation für viele Beteiligte schwer zu verarbeiten gewesen.

„Niemand möchte sehen, dass sich ein Fahrer auf diese Weise verletzt. Hoffentlich erleben wir eine solche Situation nie wieder.“

Ein bemerkenswerter Schritt

Öffentliche Entschuldigungen sind im Profisport eher selten. Umso bemerkenswerter fällt die Kehrtwende des Franzosen aus. Während die Diskussionen rund um den Unfall von Benistant und die Abläufe in Lacapelle-Marival sicherlich noch länger geführt werden dürften, hat Febvre seinen persönlichen Konflikt mit der FIM zumindest vorerst beendet.

Aus einem der schärfsten Kritiker der vergangenen Woche wurde innerhalb weniger Tage ein Fahrer, der seine Aussagen öffentlich korrigiert und eingesteht, in der emotionalen Situation möglicherweise vorschnell geurteilt zu haben.