Noah Ludwig rückt ins MXoN Team Germany
Noah Ludwig ersetzt den verletzten Max Spies im MXoN Team Germany. / Foto: Ralph Marzahn
Wie gut kann Team Germany den kurzfristigen Ausfall von Maximilian Spies auffangen? Nach dessen schwerem Sturz beim ADAC MX Masters in Vellahn ist die Antwort nun zumindest personell geklärt: Noah Ludwig fährt beim Motocross of Nations in Ernée.
Ludwig übernimmt den Platz des verletzten Spies und wird bei seinem ersten MXoN in der Open-Klasse antreten. Damit geht Deutschland vom 2. bis 4. Oktober mit Tom Koch in der MXGP-Klasse, Valentin Kees in der MX2 und Noah Ludwig in der Open-Klasse an den Start.
Die Startnummern folgen der Klassenverteilung: Koch fährt mit der 43, Kees mit der 44 und Ludwig mit der 45.
Nach Vellahn war ein Start von Spies kaum noch vorstellbar
Spies war im ersten Masters-Lauf in Vellahn schwer gestürzt. Das Rennen wurde daraufhin abgebrochen, der 22-Jährige anschließend medizinisch versorgt. Wie inzwischen bekannt ist, zog er sich dabei eine Verletzung an der Halswirbelsäule zu und musste operiert werden.
Damit war schnell klar, dass es nicht mehr nur um die Frage geht, ob Spies für Ernée rechtzeitig fit wird. Bei einer solchen Verletzung steht zunächst etwas anderes im Vordergrund.
Die Teamleitung hat seinen Ausfall inzwischen offiziell bestätigt. Für Spies ist das besonders bitter, denn nach seinem MXoN-Debüt im vergangenen Jahr in den USA sollte Ernée sein zweiter Einsatz für Deutschland werden.
Ludwig war ohnehin dicht an der Mannschaft
Die Nachnominierung von Noah Ludwig kommt nicht aus dem Nichts. Der KTM Sarholz Racing Team-Pilot gehörte bereits mehrfach zum erweiterten deutschen Kader und war auch für die ursprüngliche Aufstellung 2026 ein ernsthafter Kandidat.
Schon bei der ADAC MX Masters-Runde in Gaildorf hatte Ludwig durchblicken lassen, dass er bereitstehen würde, sollte einer der nominierten Fahrer ausfallen. Nun ist genau dieser Fall eingetreten.
Auch Marcel Dornhöfer und Karsten Schneider machen keinen Hehl daraus, dass Ludwig bereits vor der endgültigen Auswahl auf ihrem Zettel stand.
„Mit Noah haben wir einen Fahrer nachnominiert, der schon seit Jahren im Kader steht und von uns bis zur Entscheidung über die ursprüngliche Teamaufstellung auch sehr ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. Er startet gut und ist auch auf harten Böden wie in Ernée schnell.“
Gerade der letzte Punkt dürfte bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Ludwig kennt die 450er aus dem ADAC MX Masters und seinen MXGP-Einsätzen, bringt gute Starts mit und sollte mit den Bedingungen in Ernée zurechtkommen.
Er muss also nicht erst auf ein anderes Motorrad wechseln oder sich für die Open-Klasse großartig umstellen.
Ludwig: „Was mich erwartet, weiß ich noch gar nicht so richtig“
Für den 21-Jährigen wird es trotzdem Neuland. Ein normales internationales Rennen ist das MXoN ohnehin nicht, und Ernée gehört mit seinen vollen Hängen und der Stimmung der französischen Fans zu den besonderen Austragungsorten.
Ludwig selbst freut sich entsprechend auf die Chance, vergisst dabei aber nicht, weshalb er sie überhaupt bekommt.
„Ich freue mich mega, dass ich nachgerückt bin, auch wenn die Ursache dafür natürlich nicht schön ist. Ich bin zum ersten Mal beim Motocross of Nations dabei, und ich glaube, es wird eine mega Erfahrung.“
Was ihn dort erwartet, kann er bislang nur schwer einschätzen.
„Was mich genau erwartet, weiß ich noch gar nicht so richtig, aber die Fans in Frankreich sind schon extrem. Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben und dann sehen, was dabei herauskommt.“
Das klingt nicht nach großen Ansagen. Muss es auch nicht. Für Ludwig geht es bei seinem ersten Nationenpreis zunächst darum, seine Leistung aus dem Masters auf eine Veranstaltung zu übertragen, bei der jeder einzelne Fehler Auswirkungen auf das Teamergebnis haben kann.
Kleines Fragezeichen hinter Valentin Kees
Ganz ohne gesundheitliches Fragezeichen ist die deutsche Mannschaft allerdings noch nicht. Valentin Kees musste die ADAC MX Youngster Cup-Runde in Vellahn verletzungsbedingt auslassen.
Nach Angaben des Teams hat der MX2-Pilot von seinen Ärzten inzwischen grünes Licht erhalten, in Kürze wieder mit dem Motorradtraining zu beginnen. Derzeit geht die Teamleitung davon aus, dass Kees genügend Zeit für die Vorbereitung auf Ernée bleibt.
Damit steht die deutsche Mannschaft: Koch auf der 450er in MXGP, Kees auf der 250er in MX2 und Ludwig auf der 450er in Open.
Der Ausfall von Spies trifft Team Germany trotzdem. Er war fest eingeplant und hätte nach seinem Debüt im vergangenen Jahr bereits MXoN-Erfahrung mitgebracht. Mit Ludwig kommt nun ein Fahrer nach, der diese Erfahrung noch nicht hat, dessen Nominierung aber sportlich nachvollziehbar ist.
Und für Spies gibt es nach seinem Unfall ohnehin Wichtigeres als die Frage, wer in Ernée seine Startnummer übernimmt. Jetzt zählt, dass seine Halswirbelverletzung vollständig ausheilt.
