MXGP zurück in Südafrika: Heimspiel für Vlaanderen und McLellan
Pre-Pressekonferenz zum MXGP of South Africa 2026. / Foto: IMR
Knapp zwei Jahrzehnte lang musste Südafrika auf die Rückkehr der Motocross-Weltmeisterschaft warten. An diesem Wochenende ist es endlich so weit. In Johannesburg gastiert die MXGP wieder auf afrikanischem Boden – und die Vorfreude ist bei allen Beteiligten riesig. Das wurde bereits bei der offiziellen Pressekonferenz deutlich, bei der neben den Verantwortlichen auch die beiden südafrikanischen WM-Piloten Calvin Vlaanderen und Camden McLellan auf der Bühne standen.
Ein Land mit großer Motocross-Leidenschaft
Für Infront Moto Racing ist die Rückkehr nach Südafrika ein wichtiger Schritt. Geschäftsführer David Luongo machte keinen Hehl daraus, wie viel ihm dieser Grand Prix bedeutet.
Südafrika gehöre seit vielen Jahren zu den größten Motocross-Märkten der Welt. Umso wichtiger sei es gewesen, das Land wieder in den WM-Kalender aufzunehmen. Gleichzeitig bedankte er sich bei den Organisatoren, die in den vergangenen Monaten enorme Arbeit geleistet hätten.
Auch die Strecke hinterließ bei ihm einen positiven Eindruck. Sie sei breit, flüssig angelegt und verspreche mit ihren großen Sprüngen spannende Rennen.
„Afrika gehört zur MXGP“
Ähnlich sieht es Antonio Alia, Direktor der FIM-Motocross-Kommission. Für den Motorrad-Weltverband sei es wichtig, wieder auf dem afrikanischen Kontinent präsent zu sein. Südafrika gehöre zur MXGP-Familie, und genau dort solle das Land auch bleiben. Gleichzeitig zeigte sich Alia gespannt, wie sich die Strecke im Laufe des Wochenendes entwickeln wird.
Viel Arbeit bis zum ersten Start
Hinter dem Grand Prix steckt viel Vorbereitung. Das machte auch Rudi Mutombo, deutlich, der die Organisatoren hinter dem MXGP South Africa in der gestrigen Pressekonferenz vertrat.
Nach 18 Jahren wieder einen WM-Lauf nach Südafrika zu holen, sei alles andere als einfach gewesen. Jetzt freue sich das gesamte Organisationsteam darauf, dass es endlich losgeht und die Zuschauer erleben können, worauf so lange hingearbeitet wurde.
Auch Joshua Mlimi, dessen Unternehmen die Strecke betreibt, verfolgt mit dem Projekt mehr als nur ein erfolgreiches Rennwochenende. Seit der Übernahme der Anlage im Jahr 2024 wurde der Kurs umfassend umgebaut und auf internationales Niveau gebracht.
Das soll nicht nur der Weltmeisterschaft zugutekommen. Mlimi hofft, dass südafrikanische Fahrer künftig bessere Trainingsbedingungen vorfinden und dadurch der Sprung nach Europa leichter wird.
Vlaanderen: Vom Autogrammjäger zum WM-Fahrer
Für Calvin Vlaanderen schließt sich an diesem Wochenende ein Kreis. Als 2006 der bislang letzte Grand Prix in Südafrika stattfand, stand er als kleiner Junge an der Strecke und sammelte Autogramme seiner Idole. Jetzt ist er selbst einer der Fahrer, die vor heimischem Publikum an den Start gehen. „Für mich ist das ein Traum. Meine Familie und meine Freunde sind hier. Vor ihnen zu fahren, bedeutet mir unglaublich viel.“
Trotz aller Emotionen verliert der Ducati-Werksfahrer den sportlichen Teil nicht aus den Augen. Sein Ziel ist klar. „Ich möchte das Wochenende genießen, aber natürlich auch zwei starke Rennen fahren. Die Top Fünf sind das Ziel.“
McLellan will mehr als nur ein Heimrennen
Auch Camden McLellan fiebert dem Wochenende entgegen. Der Triumph-Pilot ist nur rund 45 Minuten von Johannesburg entfernt aufgewachsen und kennt die Region wie kaum ein anderer Fahrer im Fahrerlager. „Ich glaube, ich fahre im Moment so gut wie noch nie.“
Die Strecke habe sich seit seinen Jugendtagen zwar deutlich verändert, trotzdem fühle sich das Rennen wie ein echtes Heimspiel an. Familie, Freunde und viele bekannte Gesichter werden am Streckenrand stehen.
Natürlich bringe das zusätzliche Termine und Ablenkung mit sich. Für McLellan gehört das aber einfach dazu. „Früher war ich selbst einer der Jungen, die Autogramme gesammelt haben. Heute kommen die Kinder zu mir. Das ist schon etwas Besonderes.“
Sportlich macht der Triumph-Pilot keinen Hehl aus seinen Ambitionen. „Ich bin hier, um zu gewinnen. Das ist mein Ziel bei jedem Grand Prix. Vielleicht will ich es hier sogar noch ein bisschen mehr.“
Nach einem Wochenende, mit dem er zuletzt nicht ganz zufrieden war, möchte McLellan vor heimischer Kulisse wieder ganz vorne angreifen.
Jetzt kann es losgehen
Schon vor dem ersten Training war zu spüren, welche Bedeutung dieser Grand Prix für Südafrika hat.
Nach knapp 20 Jahren ist die Motocross-Weltmeisterschaft zurück. Viele Fans haben auf diesen Moment gewartet. Mit Calvin Vlaanderen und Camden McLellan kämpfen gleich zwei Südafrikaner in ihren Klassen um Spitzenplätze – vor Familie, Freunden und den Fans, die sie jahrelang nur aus der Ferne unterstützen konnten.
Die Bühne für ein besonderes Rennwochenende ist jedenfalls bereitet.
