MXGP-Titelkampf nach Foxhill plötzlich wieder offen
Jeffrey Herlings gewinnt den MXGP of Great Britain 2026 in Foxhill.
Jeffrey Herlings hat beim MXGP von Großbritannien genau das gemacht, was ein Titelanwärter in dieser Phase der Saison tun muss: gewinnen. Mit zwei Laufsiegen in Foxhill feierte der Niederländer seinen sechsten Grand-Prix-Erfolg des Jahres und hat den Rückstand in der Weltmeisterschaft auf nur noch elf Punkte verkürzt. Noch vor wenigen Tagen betrug der Abstand 68 Zähler.
Trotz der perfekten Punkteausbeute war Herlings nach dem Rennen alles andere als ausgelassen. Seine Gedanken galten zunächst Lucas Coenen, dessen Wochenende durch einen Sturz im Quali-Race stark beeinflusst wurde.
Herlings zeigt Mitgefühl für Coenen
Der Honda-Pilot weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell sich eine Meisterschaft drehen kann. Deshalb sprach er seinem Rivalen unmittelbar nach dem Rennen Mut zu. „Ich habe selbst schon viele Weltmeisterschaften durch Verletzungen verloren. Deshalb hoffe ich einfach, dass Lucas schnell zurückkommt und wir wieder diese alten, harten Duelle erleben können.“
Für Herlings war klar: Ein kaputtes Motorrad sei immer noch besser als gesundheitliche Probleme. Als Sportler wünsche er niemandem Verletzungen – auch keinem direkten Konkurrenten.
Zwei Holeshots und eine fehlerfreie Vorstellung
Sportlich ließ der 31-Jährige kaum etwas anbrennen. Nach einem schwierigen Qualifikationsrennen, in dem er nach einem Sturz noch bis auf Rang vier nach vorne fuhr, kontrollierte er am Sonntag beide Wertungsläufe von der Spitze.
Ganz ohne Nervenkitzel verlief das Wochenende dennoch nicht. Im zweiten Lauf sorgte eine Gelbflaggensituation für Unsicherheit. Herlings nahm bewusst Tempo heraus, um keine Strafe wegen eines möglichen Sprungs unter Gelb zu riskieren.
„Ich wollte auf keinen Fall Punkte verlieren. Deshalb bin ich lieber etwas vorsichtiger gefahren.“
Am Ende zahlte sich diese Entscheidung aus. Zwei Startsiege, zwei Laufsiege und die maximale Ausbeute für die WM.
Warum Foxhill ihm liegt
Dass Herlings in Großbritannien regelmäßig stark unterwegs ist, kommt nicht von ungefähr. Bereits in der britischen Meisterschaft sammelte er dort Erfahrungen und fühlt sich auf den traditionsreichen Strecken wohl. „England fühlt sich fast wie meine zweite Heimat an. Ich komme gerne hierher und genieße die Rennen.“
Besonders das anspruchsvolle Layout von Foxhill mit seinen Auf- und Abfahrten sagt ihm zu. Im Vergleich zu Matterley Basin sei die Strecke langsamer und technisch abwechslungsreicher. Genau deshalb freue er sich, dass Foxhill auch im kommenden Jahr wieder Teil des WM-Kalenders sein soll.
Rekordjäger mit einem letzten großen Ziel
Mit inzwischen 118 Grand-Prix-Siegen baut Herlings seinen historischen Rekord weiter aus. Trotzdem fehlt ihm noch der eine Erfolg, der für ihn wichtiger wäre als jede weitere Statistik. „Es wäre schön, bevor ich meine Karriere beende, noch einmal Weltmeister zu werden.“
Genau dieses Ziel ist nach Foxhill plötzlich wieder greifbar. Der Rückstand ist deutlich geschrumpft und die Saison geht in ihre entscheidende Phase. Sollte Herlings seine aktuelle Form beibehalten, könnte aus einer lange aussichtslos wirkenden Aufholjagd tatsächlich noch ein packender Titelkampf werden.
