Farrés übernimmt die WM-Führung – Triumph feiert Heimsieg in Foxhill

Guillem Farrés dominiert den MXGP of Great Britain 2026 in Foxhill

Guillem Farrés dominiert den MXGP of Great Britain 2026 in Foxhill

Besser hätte das Wochenende für Guillem Farrés kaum laufen können. Der Triumph-Pilot gewann den MX2-Gesamtsieg in Foxhill, feierte seinen dritten Grand-Prix-Erfolg in Serie und übernahm gleichzeitig die Führung in der Weltmeisterschaft.

Dass er derzeit in Bestform unterwegs ist, kommt für den Spanier allerdings nicht überraschend. Das Vertrauen in seine eigene Leistung sei schon seit Saisonbeginn da gewesen. In den vergangenen Wochen seien nun auch die Ergebnisse dazugekommen.

Der Knoten ist geplatzt

Nach dem Rennen erklärte Farrés, dass sich an seiner Herangehensweise kaum etwas verändert habe. Der Unterschied sei vielmehr, dass inzwischen die Starts gelingen und ihm kaum noch Fehler unterlaufen. „Ich war seit Argentinien überzeugt von mir. Manchmal läuft es einfach nicht in deine Richtung. In den letzten Rennen hat einfach vieles zusammengepasst.“

Einen großen Anteil daran habe auch das Motorrad. Seit mehreren Rennwochenenden fahre er mit derselben Grundeinstellung. Änderungen am Fahrwerk oder an der Abstimmung seien praktisch kein Thema mehr. „Ich komme an die Strecke und weiß, dass ich nichts verändern muss. Dadurch kann ich mich komplett auf mein Fahren konzentrieren.“

Heimsieg für Triumph

Der Erfolg in Foxhill hatte für Farrés noch eine besondere Bedeutung. Schließlich war es das Heimrennen von Triumph. Vor den eigenen Mitarbeitern und zahlreichen Gästen den Gesamtsieg einzufahren und gleichzeitig die Red Plate zu übernehmen, sei ein ganz besonderer Moment gewesen.

Für den Spanier ist die aktuelle Erfolgsserie kein Zufall. Fahrer und Team hätten in den vergangenen Monaten eine Basis geschaffen, die auf unterschiedlichsten Strecken funktioniere.

Trotz der neuen WM-Führung bleibt Farrés gelassen. „Meine Einstellung bleibt dieselbe. Ich denke von Rennen zu Rennen. Natürlich wird es schwierig, aber genau dafür bin ich hier.“

Längenfelder arbeitet sich zurück

Auch Simon Längenfelder konnte Foxhill mit einem positiven Gefühl verlassen. Der KTM-Werksfahrer stand erneut auf dem Podium und sieht sich nach schwierigen Wochen wieder auf dem richtigen Weg. Eine einzelne Erklärung für den Aufschwung gebe es allerdings nicht. „Es sind viele kleine Dinge, die zusammenkommen.“

Nach dem Gewinn des WM-Titels im vergangenen Jahr sei die aktuelle Saison alles andere als einfach gewesen. Inzwischen fühle er sich jedoch wieder deutlich wohler auf dem Motorrad und komme Schritt für Schritt an seine alte Form heran.

Der Titelkampf bleibt offen

Obwohl Farrés nun die WM anführt, hat Längenfelder die Meisterschaft noch lange nicht abgeschrieben. „Vorbei ist es erst, wenn es vorbei ist.“

Auch die Strecke in Foxhill hinterließ beim Deutschen einen positiven Eindruck. Vor dem Wochenende sei er wegen der zahlreichen Berichte über den harten Untergrund und die Holzschnitzel noch skeptisch gewesen. Nach den ersten Runden habe sich diese Einschätzung jedoch schnell geändert.

„Sie haben die Strecke richtig gut vorbereitet. Es gab viele Linien und sie war technisch anspruchsvoll. Genau solche Strecken machen Spaß.“

McLellan findet zurück zu alter Stärke

Camden McLellan komplettierte das Podium und konnte nach zuletzt schwierigen Wochen wieder ein Ausrufezeichen setzen.

Besonders wichtig seien für ihn die Tage nach seinem Heimrennen in Südafrika gewesen. Dort habe ihn das Ergebnis stärker beschäftigt, als viele vermutet hätten. Erst die Zeit mit Familie und Freunden habe ihm geholfen, den Kopf wieder freizubekommen. „Ich war nach Südafrika mental wirklich nicht an einem guten Punkt. Zuhause habe ich wieder gesehen, wo ich herkomme. Das hat vieles ins richtige Verhältnis gerückt.“

Sportlich sieht der Triumph-Pilot keinen Grund zur Sorge. Geschwindigkeit, Fitness und das Gefühl für das Motorrad seien vorhanden. Jetzt gehe es darum, den Schalter auch im Rennen endgültig umzulegen. Im zweiten Lauf bewies McLellan bereits, welches Potenzial in ihm steckt. Nach einer Aufholjagd aus dem Mittelfeld kämpfte er sich bis an die Spitze heran und sammelte wichtige Punkte.

Mit dem nächsten Grand Prix in Loket vor der Tür reist der Südafrikaner jedenfalls mit deutlich mehr Selbstvertrauen weiter. Sein Ziel hat sich nicht geändert: Er will wieder Rennen gewinnen.

Ergebnis MXGP of Great Britain – Foxhill 2026