Foxhills – What Does the Fox Say?

Start der MXGP Klasse beim Grand Prix in Foxhills

Start der MXGP Klasse beim Grand Prix in Foxhills

Wer beim Namen Foxhills sofort an den 2013 veröffentlichten Welthit „The Fox (What Does the Fox Say?)“ des norwegischen Duos Ylvis denkt, liegt gar nicht so falsch. Zum Glück nahmen sich die Fahrer aber kein Beispiel an dem Song. Ein „Ring-ding-ding-ding-dingeringeding!“ hätte nach dem Grand Prix wohl kaum jemand als passende Antwort akzeptiert.

Statt Fantasielauten lieferten die Protagonisten klare Aussagen – über gelungene Comebacks, verpasste Chancen, den Einfluss der Starts und den aktuellen Stand im Titelkampf. Genau diese Stimmen verraten oft mehr als das nackte Rennergebnis.

Herlings nutzt die Chance – und denkt an Coenen

Jeffrey Herlings hätte sich kaum ein besseres Wochenende wünschen können. Zwei Holeshots, zwei Laufsiege und der Grand-Prix-Erfolg. Dass er anschließend trotzdem nicht nur über seinen eigenen Erfolg sprach, fiel auf.

„Ich hoffe, dass Lucas schnell wieder gesund wird.“

Der Niederländer weiß aus eigener Erfahrung, wie bitter eine Verletzung im Titelkampf sein kann. Gleichzeitig dürfte ihm bewusst sein, dass sich das WM-Rennen mit Coenens Ausfall völlig verändert hat. Sportlich spielte Herlings seine Erfahrung perfekt aus. Mit freien Sichtlinien an der Spitze konnte er das Tempo kontrollieren und Fehler vermeiden.

Febvre spürt, dass der Sieg näher rückt

Romain Febvre verließ England zwar erneut ohne Grand-Prix-Sieg, seine Aussagen klangen dennoch optimistisch. „Ich komme dem Sieg jede Woche näher.“

Vor wenigen Rennen sprach der Kawasaki-Pilot noch davon, den Anschluss an die Spitze herstellen zu müssen. In Foxhills klang das bereits anders. Gute Starts, konstante Pace und eine starke körperliche Verfassung geben ihm das Gefühl, jederzeit gewinnen zu können.

Gajser meldet sich zurück

Für Tim Gajser war das Podium fast wichtiger als die Platzierung selbst. „Es ist gut, wieder auf dem Podium zu stehen.“

Der Slowene zeigte erstmals seit einigen Wochen wieder, dass er das Tempo der Spitze mitgehen kann. Selbst Herlings konnte er phasenweise unter Druck setzen. Dass am Ende ein kleiner Fehler den letzten Angriff verhinderte, störte ihn weniger als die Erkenntnis, wieder konkurrenzfähig zu sein.

Längenfelder findet zurück zu alter Stärke

Noch vor wenigen Wochen wirkte Simon Längenfelder ungewohnt selbstkritisch. In Foxhills hörte sich der Deutsche deutlich anders an. „Ich komme langsam wieder dahin, wo ich Rennen gewinnen kann.“ Längenfelder führt seine Entwicklung auf viele kleine Veränderungen zurück. Keine große Revolution, sondern zahlreiche Details hätten dafür gesorgt, dass das Vertrauen Schritt für Schritt zurückkehrt.

Dass ihn ausgerechnet ein eigener Sturz im zweiten Lauf den möglichen Gesamtsieg kostete, passte irgendwie ins Bild. Die Geschwindigkeit stimmt wieder – jetzt müssen die Fehler verschwinden.

Farres etabliert sich ganz vorne

Guillem Farres entwickelt sich immer mehr zu einem der konstantesten Fahrer der MX2. Drei Grand-Prix-Siege in Folge sprechen eine deutliche Sprache. Bemerkenswert ist dabei vor allem seine Ruhe. Der Spanier spricht kaum über Ergebnisse oder Meisterschaftspunkte. Stattdessen hebt er immer wieder das Motorrad und die Arbeit seines Teams hervor.

Sein Duell mit Simon Längenfelder gehörte zu den Highlights des Wochenendes. Mehrfach wechselte die Führung, ehe Farres die Oberhand behielt.

Sacha Coenen denkt langfristig

Dass Sacha Coenen überhaupt in Foxhills antrat, war alles andere als selbstverständlich. „Ich wusste vorher gar nicht, ob ich überhaupt fahren kann.“ Nach seiner Verletzung stand für den Belgier nicht das maximale Ergebnis im Mittelpunkt. Viel wichtiger war es, möglichst viele Punkte mitzunehmen und kein unnötiges Risiko einzugehen.

Gerade im zweiten Lauf verzichtete er bewusst auf einen Angriff in der Schlussphase. Im Titelkampf kann sich diese Entscheidung noch auszahlen.

Honda macht Fortschritte

Auch Honda konnte Foxhills mit einem positiven Gefühl verlassen. Rubén Fernández sammelte sein bislang punktbestes Wochenende der Saison und ordnete sich direkt hinter den Top Drei ein. Der Spanier machte keinen Hehl daraus, dass er gern aufs Podium gefahren wäre, gleichzeitig erkannte er aber an, dass die Spitze aktuell noch einen kleinen Schritt entfernt ist.

Tom Vialle wiederum bestätigte seine Fortschritte bei den Starts. Genau dort lag in den vergangenen Rennen häufig sein größtes Problem. Diesmal fehlte ihm lediglich ein Fehler weniger, um ganz vorne mitzumischen.

Yamaha sucht weiter Antworten

Während Gajser Grund zum Optimismus hatte, bleibt die Situation bei Maxime Renaux schwierig. Der Franzose kämpft weiterhin mit den Folgen seines Virus und sprach offen darüber, dass ihm im ersten Lauf am Ende komplett die Kräfte ausgingen. „Es ist frustrierend.“

Mehr sagte Renaux eigentlich nicht. Viel mehr musste er auch nicht sagen. Seine Aussagen zeigen deutlich, dass er derzeit gegen den eigenen Körper fährt und nicht gegen seine Konkurrenten.

Reisulis-Brüder mit unterschiedlichen Gefühlen

Janis Reisulis verpasste das Podium nur knapp. Aus seiner Sicht lag das jedoch weniger an der Geschwindigkeit als an einem kleinen Sturz im zweiten Lauf, der ihn entscheidende Zeit kostete.

Sein Bruder Karlis nahm dagegen vor allem den Aufwärtstrend aus dem zweiten Rennen mit. Nachdem ihm am Samstag noch das Gefühl für die Strecke gefehlt hatte, fand er am Sonntag deutlich besser in seinen Rhythmus.

Foxhills belohnt Mut – aber nur mit einem guten Start

Fast alle Fahrer erwähnten unabhängig voneinander dieselben beiden Punkte. Die Strecke bot zahlreiche Linien und machte das Racing abwechslungsreich. Gleichzeitig waren gute Starts wichtiger denn je. Wer vorne aus der ersten Kurve kam, konnte das Rennen kontrollieren. Wer im Verkehr festhing, verlor oft zu viel Zeit.

Genau deshalb fiel das Fazit vieler Fahrer ähnlich aus: Die Geschwindigkeit stimmt, entscheidend wird nun, dieses Tempo schon in den ersten Kurven auf die Strecke zu bringen.

Foxhills hat damit nicht nur starke Rennen geliefert, sondern auch gezeigt, wie eng das Feld inzwischen zusammengerückt ist. Vor Loket wirken viele Fahrer überzeugt, dass ihnen nur noch Kleinigkeiten zum ganz großen Wurf fehlen.