MXGP gegen AMA: Luongos Traum vom großen US-Duell lebt
David Luongo träumt auch weiterhin von einem MXGP in den USA, bei dem zahlreiche Fans und Fahrer teilnehmen könnten
Ein gemeinsames Rennen mit den besten MXGP- und AMA-Piloten steht weiter auf der Wunschliste von Infront-Moto-Racing-Präsident David Luongo. Aus einer seit Jahren diskutierten Idee könnte eines Tages ein US-Grand-Prix entstehen, bei dem deutlich mehr Spitzenfahrer beider Serien aufeinandertreffen als beim Motocross of Nations.
Luongo sprach zuletzt im MXGP-Podcast mit Lewis Phillips und Adam Wheeler über das Projekt. Seine Aussagen passen zu früheren Interviews, in denen er bestätigt hatte, dass Infront Moto Racing mit MX Sports und Feld über eine engere Zusammenarbeit spricht. Ein gemeinsames MXGP/AMA-Rennen bezeichnete er bereits im Frühjahr als Projekt, an dem weiterhin gearbeitet werde.
Ironman liefert Luongo die Vorlage
Einen wichtigen Punkt in diesen Überlegungen nimmt das Motocross of Nations ein. Die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Verantwortlichen funktioniert nach Luongos Einschätzung inzwischen deutlich besser als noch vor einigen Jahren.
Den gemeinsamen Auftritt beim MXoN in Ironman führte der Infront-Chef gegenüber Vital MX als Beispiel an. Organisation, Präsentation und die Zusammenarbeit rund um die Veranstaltung hätten gezeigt, was möglich sei, wenn die verschiedenen Seiten gemeinsam an einem Event arbeiten.
Luongo sieht einen USGP deshalb als möglichen nächsten Schritt. Ähnliche Aussagen hatte bereits sein Vater Giuseppe gemacht. Auch er bestätigte, dass an einer Rückkehr der Motocross-Weltmeisterschaft in die USA gearbeitet werde, verwies aber auf mehrere offene Punkte.
Mehr Fahrer als beim Motocross of Nations
Luongos Vorstellung geht über einen normalen Grand Prix mit einigen zusätzlichen amerikanischen Gaststartern hinaus. Ihn reizt ein Starterfeld, in dem sich ein großer Teil der MXGP-Spitze direkt mit den schnellsten Fahrern aus dem AMA Pro Motocross messen könnte.
Genau hier unterscheidet sich die Idee vom MXoN. Beim Nations schicken die teilnehmenden Länder jeweils drei Piloten ins Rennen. Ein gemeinsamer USGP könnte wesentlich mehr der international besten Motocrosser an dasselbe Startgatter bringen.
Luongo sprach gegenüber Vital MX sinngemäß von rund 20 Topfahrern aus dem GP-Fahrerlager und 20 Spitzenpiloten aus den USA. Diese Größenordnung ist bislang keine bestätigte Starterzahl oder fertige Regel, sondern beschreibt seine Vorstellung von einem solchen Event.
Der Reiz liegt auf der Hand. Statt der ewigen Diskussion darüber, ob die MXGP- oder AMA-Piloten im Motocross schneller sind, würden wesentlich mehr direkte Vergleiche auf derselben Strecke und unter denselben Bedingungen möglich.
MX2 und die US-250er passen noch nicht einfach zusammen
Der sportliche Wunsch ist allerdings leichter formuliert als umgesetzt. Vor allem die unterschiedlichen Regeln der beiden Systeme müssen die Verantwortlichen unter einen Hut bekommen.
Das betrifft unter anderem die MX2 und amerikanische 250er-Klasse. Beide Kategorien folgen nicht in allen Punkten denselben Vorgaben. Soll daraus ein gemeinsames Rennen entstehen, braucht es Regeln, mit denen Fahrer beider Meisterschaften unter fairen Voraussetzungen antreten können.
Luongo sprach deshalb davon, dass für dieses eine Event spezielle Regelungen oder Ausnahmen notwendig sein könnten. Einen USGP möchte Infront nach seinen Angaben nicht allein aufziehen, sondern gemeinsam mit den amerikanischen Partnern entwickeln.
Aus der Idee ist noch kein fertiges Rennen geworden
Genau hier sollte man die Erwartungen bremsen. Gespräche und gegenseitiges Interesse bedeuten noch nicht, dass bereits ein Termin, eine Strecke oder ein fertiges Reglement existieren.
Luongo hatte erst vor wenigen Monaten erklärt, dass bei einem gemeinsamen MXGP/AMA-Event noch ein längerer Weg vor den Beteiligten liege. Das Projekt sei die Arbeit wert, aber nichts, womit kurzfristig zu rechnen sei.
Auch die Terminplanung dürfte eine Rolle spielen. Ein Rennen dieser Größenordnung funktioniert nur, wenn die wichtigsten Fahrer aus beiden Meisterschaften verfügbar sind. Dazu kommen Verträge, Herstellerinteressen und die Frage, wie ein solches Event in die bestehenden Programme eingebaut werden kann.
Die Beziehungen zu MX Sports und Feld sind enger geworden
Ein entscheidender Unterschied zu früheren USGP-Diskussionen liegt in der Zusammenarbeit hinter den Kulissen. Luongo beschreibt das Verhältnis zu MX Sports und Feld inzwischen als eng. Informationen und Erfahrungen würden ausgetauscht, wenn dies für die jeweiligen Serien hilfreich sei.
Diese Entwicklung bestätigte er auch in anderen Interviews. Dort sprach er von sehr guten Beziehungen zwischen Infront Moto Racing und den amerikanischen Promotern und davon, dass beide Seiten weiter an zukünftigen MXGP-Veranstaltungen in den USA arbeiten.
Damit bleibt vorerst genau das bestehen, was dieses Projekt seit Jahren begleitet: eine konkrete Idee, großes Interesse und mehrere offene Fragen.
Sollten Infront Moto Racing, MX Sports und die beteiligten Verbände eine gemeinsame Lösung für Reglement und Termin finden, könnte aus einem USGP allerdings etwas entstehen, das weit über einen gewöhnlichen WM-Lauf hinausgeht. Luongos Wunsch ist klar: möglichst viele der besten Motocross-Piloten aus MXGP und AMA sollen gemeinsam hinter einem Startgatter stehen.
