MX2-Podium MXGP of Germany – Warum nur einer glücklich war

Mathis Valin gewann den MX2 MXGP of Germany 2026

Mathis Valin gewann den MX2 MXGP of Germany 2026

Der MXGP of Germany im Teutschenthaler Talkessel brachte in der MX2-Klasse drei völlig unterschiedliche Gefühlslagen hervor. Mathis Valin feierte seinen ersten Grand-Prix-Sieg, Sacha Coenen holte sich die WM-Führung und Camden McLellan stand zwar ebenfalls auf dem Podium, wirkte nach Rennende jedoch wie ein Fahrer, der gerade einen Sieg verloren hatte.

Mathis Valin belohnt sich für schwierige Monate

Für Mathis Valin wurde der MXGP of Germany in Teutschenthal zum bislang größten Erfolg seiner Karriere. Der Franzose sicherte sich den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Laufbahn und bescherte Kawasaki gleichzeitig den ersten MX2-Gesamtsieg seit fast zehn Jahren. Entsprechend groß war die Erleichterung nach dem Rennen.

„Wir arbeiten dafür, so viele Rennen wie möglich zu gewinnen. Kawasaki wieder einen MX2-Sieg zu bringen, ist etwas Besonderes“, erklärte Valin nach dem Rennen. 

Dabei war der Weg dorthin alles andere als einfach. Nach seiner Verletzungspause musste der Franzose mehrere schwierige Monate überstehen. Erst in den vergangenen Wochen kehrte das Gefühl auf dem Motorrad langsam zurück. „Die Geschwindigkeit kommt zurück und wir kommen dem Sieg immer näher“, hatte Valin bereits vor wenigen Wochen erklärt. In Teutschenthal wurde daraus Realität. 

Sacha Coenen verliert den Sieg, aber gewinnt die Führung

Sacha Coenen gehörte erneut zu den schnellsten Fahrern des Wochenendes. Der Belgier gewann den ersten Lauf und lag damit auf Kurs Richtung Gesamtsieg. Ein Fehler im zweiten Rennen verhinderten jedoch den ganz großen Erfolg.

Trotzdem ist das Red Plate nach dem Grand Prix in Teutschnethal nun in seinem Besitz. Kleiner Wermutstropfen – nach dem Rennen kassierte er eine Fünf-Punkte-Strafe für das Missachten von gelb-geschwenkten Flaggen.

Besonders stolz zeigte sich Coenen auf eine außergewöhnliche Konstellation in der Weltmeisterschaft. Sowohl er als auch sein Bruder Lucas reisen derzeit als WM-Spitzenreiter zu den Rennen. „Es ist etwas Besonderes, wenn zwei Brüder am selben Wochenende die Red Plate tragen“, erklärte der Belgier nach dem Rennen.

McLellan verzichtet sogar auf die Champagnerdusche

Die deutlichsten Emotionen zeigte allerdings Camden McLellan. Der Südafrikaner hatte am Samstag das Qualifikationsrennen gewonnen und galt als einer der Favoriten auf den Gesamtsieg. Entsprechend groß war die Enttäuschung nach Rang drei.

Das war bereits auf dem Podium sichtbar. Während Valin seinen Premierensieg genoss und Coenen wichtige Punkte mitnahm, wirkte McLellan alles andere als glücklich. Auf die obligatorische Champagnerdusche verzichtete er sogar komplett.

Nach dem Rennen machte er keinen Hehl aus seinem Frust. „Ich habe beide Starts vermasselt. Bei den Streckenbedingungen war das Rennen damit praktisch gelaufen“, erklärte McLellan. 

Vor allem der zweite Lauf beschäftigte ihn sichtbar. „Ich war stinksauer. Ich habe 35 Minuten lang versucht, irgendwo eine Möglichkeit zum Überholen zu finden. Da war einfach nichts.“ 

Dabei lag das Problem aus seiner Sicht weder bei der Fitness noch bei der Geschwindigkeit. „Die Geschwindigkeit ist nicht das Problem. Die Fitness auch nicht. Ich muss einfach konstant besser aus dem Gatter kommen.“  Interessant dabei: Trotz aller Enttäuschung klang McLellan gleichzeitig so selbstbewusst wie selten zuvor. Nach der vierwöchigen Pause habe er wieder das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo er hingehört.

Drei Fahrer, drei Geschichten

Genau das machte das MX2-Podium von Teutschenthal so interessant. Valin feierte den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere und belohnte sich für schwierige Monate. Coenen verteidigte die WM-Führung und ließ sich von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen. Und McLellan verließ Deutschland trotz Podiumsplatz mit dem Gefühl, deutlich mehr hätte erreichen können.

Am Ende stand deshalb nur einer der drei Fahrer wirklich mit einem Lächeln auf dem Podium. Und das war der Mann in Grün.

Ergebnis MXGP of Germany