Die Stimmen nach dem MXGP of Germany

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Coenen Lucas gewinnt den MXGP of Germany 2026

Der 30. MXGP im Teutschenthaler Talkessel hatte einiges zu bieten. Schwierige Streckenbedingungen, enge Zweikämpfe und ein weiteres Kapitel im Titelkampf der MXGP-Weltmeisterschaft. Nach dem Rennende standen mit Lucas Coenen, Andrea Adamo und Ruben Fernandez drei Fahrer auf dem Podium, deren Aussagen unterschiedlicher kaum hätten ausfallen können.

Während Coenen vor allem die Kontrolle über das Rennen hervorhob, sprach Adamo über seinen bislang größten Erfolg in der MXGP-Klasse. Ruben Fernandez wiederum machte deutlich, dass ihn sein Podestplatz zwar freut, er sich fahrerisch aber noch längst nicht dort sieht, wo er sein möchte.

Lucas Coenen fährt wie ein Titelkandidat

Mit seinem dritten Grand-Prix-Sieg der Saison verließ Lucas Coenen Teutschenthal als großer Gewinner des Wochenendes. Der Belgier gewann beide Wertungsläufe und baute seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft deutlich aus.

Bemerkenswert war dabei weniger die reine Geschwindigkeit als vielmehr die Art und Weise, wie Coenen seine Rennen inzwischen angeht. Noch zu Saisonbeginn war der Belgier für kleinere Fehler und riskante Aktionen bekannt. Im Talkessel präsentierte er sich dagegen auffallend kontrolliert.

Selbst als Jeffrey Herlings im zweiten Lauf permanent Druck ausübte, blieb Coenen ruhig. Der KTM-Pilot erklärte später, dass die Strecke jederzeit einen Fehler bestraft habe und man deshalb ständig zwischen Angriff und Risiko abwägen musste. Genau diese Ruhe könnte sich im weiteren Saisonverlauf noch als entscheidender Faktor im Titelkampf erweisen.

Trotz seines inzwischen komfortablen Vorsprungs in der WM denkt Coenen allerdings nicht daran, seine Herangehensweise zu verändern. Für ihn gehe es weiterhin darum, jedes Wochenende das Maximum herauszuholen und sich nicht mit Tabellenständen zu beschäftigen.

Andrea Adamo gelingt der nächste Karriereschritt

Für Andrea Adamo wurde Teutschenthal zu einem besonderen Wochenende. Der Italiener stand erstmals in seiner Karriere bei einem MXGP-Lauf auf dem Gesamtpodium. Entsprechend groß war die Erleichterung nach Rennende.

Dabei sah es nach dem ersten Lauf zunächst nicht danach aus. Ein Sturz kostete Adamo wichtige Positionen und ließ die Podesthoffnungen zunächst schwinden. Erst im zweiten Rennen nutzte er die sich bietenden Chancen konsequent aus.

Interessant war vor allem seine Einschätzung zur MXGP-Klasse. Adamo erklärte, dass der Unterschied zwischen MX2 und MXGP weniger in der Geschwindigkeit liege als vielmehr in der Erfahrung und Cleverness der Fahrer. In der Königsklasse treffe man auf mehrere Weltmeister, die kaum Fehler machen und Rennsituationen deutlich besser lesen würden.

Dass er als Rookie nun erstmals auf dem Podium stand, wertete Adamo deshalb weniger als Zielerreichung, sondern vielmehr als Bestätigung seines bisherigen Lernprozesses. Der ehemalige MX2-Weltmeister machte deutlich, dass er die Saison weiterhin als Ausbildungsjahr betrachtet.

Ruben Fernandez freut sich über das Ergebnis, sucht aber weiter nach dem perfekten Gefühl

Auch Ruben Fernandez hatte allen Grund zur Freude. Der Spanier stand erstmals seit dem Grand Prix von China wieder auf dem Podium. Dennoch klang Fernandez nach dem Rennen fast kritischer als seine beiden Mitstreiter auf dem Podest.

Der Honda-Pilot erklärte offen, dass er sich auf dem Motorrad aktuell noch nicht so wohl fühle, wie er es von sich selbst gewohnt sei. Zwar habe das Team in den vergangenen Wochen verschiedene Änderungen vorgenommen und die Richtung stimme inzwischen, von seiner Bestform sehe er sich jedoch noch entfernt.

Gerade deshalb war das Ergebnis für ihn wichtig. Nach einem schwierigen Saisonstart und starken Teamkollegen wie Jeffrey Herlings und Tom Vialle konnte Fernandez in Teutschenthal ein wichtiges Ausrufezeichen setzen.

Teutschenthal bleibt ein besonderer Grand Prix

Neben den sportlichen Themen spielte auch das Jubiläum des Veranstalters eine Rolle. Zum 30. Mal wurde ein Solo-Motocross-WM-Lauf im Talkessel ausgetragen.

Lucas Coenen lobte nach dem Rennen ausdrücklich die Arbeit der Streckencrew. Trotz wechselhafter Wetterprognosen habe der MSC Teutschenthal eine anspruchsvolle, aber faire Strecke vorbereitet. Besonders die Tatsache, dass der Vertrag für den deutschen Grand Prix langfristig verlängert wurde, bewertete der Belgier positiv.

Damit endet das Jubiläumswochenende mit einem klaren sportlichen Gewinner. Lucas Coenen reist mit einer deutlich gewachsenen WM-Führung nach Lettland. Doch auch Andrea Adamo und Ruben Fernandez nehmen aus Teutschenthal wichtige Erkenntnisse mit – und zeigten, dass der Kampf hinter dem Belgier in den kommenden Wochen mindestens genauso spannend bleiben dürfte.

Ergebnis des MXGP of Germany