Lucas Coenen räumt mit USA-Gerüchten auf

Die Fans von Lucas Coenen werden auch weiterhin auf sein Comeback warten müssen

Die Fans von Lucas Coenen werden auch weiterhin auf sein Comeback warten müssen

Lucas Coenen wird auch beim MXGP of Sweden in Uddevalla nicht ans Startgatter rollen. Der 19-jährige Red-Bull-KTM-Pilot kämpft weiterhin mit den Folgen seiner beim Grand Prix in Foxhill erlittenen Verletzung. Die Probleme im Bereich der linken Hüfte und des Ischiasnervs lassen einen Renneinsatz beim 15. von 19 Grands Prix der Saison noch nicht zu.

Nach den verpassten Rennen in Loket und Lommel verliert Coenen damit ein weiteres Wochenende. Besonders bitter: Nach seinem Ausfall beim Heim-GP hatte der Belgier gehofft, die zusätzliche Zeit bis Schweden würde für die Rückkehr reichen.

Schmerzen verhindern den nächsten Comeback-Versuch

Coenen hatte zuletzt Fortschritte gemacht und seine Behandlung intensiv fortgesetzt. Beim MXGP of Flanders in Lommel versuchte er bereits, wieder auf das Motorrad zurückzukehren. Im Freien Training fuhr er sogar die fünftschnellste Zeit.

Die Stoppuhr erzählte allerdings nur einen Teil der Geschichte. Coenen konnte wegen der Schmerzen kaum mehr als zwei Runden am Stück fahren. Noch vor Qualifying und Rennen zog er gemeinsam mit dem Team die Konsequenz und beendete seinen Heim-GP vorzeitig.

Auch zwei Wochen später reicht es nicht für einen kompletten Renneinsatz.

„Es ist natürlich sehr schade für mich und das Team. Es war schon hart, meinen Heim-GP zu verpassen, und ich hatte gehofft, dass die zusätzlichen Tage reichen würden, um für Schweden fit zu werden“, erklärt Coenen.

Das Risiko eines zu frühen Comebacks spielt bei der Entscheidung eine entscheidende Rolle. „Ich habe immer noch Schmerzen und ein weiterer Sturz könnte uns wieder an den Anfang zurückwerfen oder etwas noch Schlimmeres verursachen. Ich habe das Gefühl, dass ich meiner Fitness näherkomme, aber ich bin noch nicht so weit.“

Coenen: „Das hat nichts mit den USA zu tun!“

Parallel zu seiner Zwangspause sah sich Coenen offenbar mit Kommentaren und Nachrichten zur Ursache seiner Verletzung konfrontiert. Im Raum stand offenbar die Vermutung, seine aktuellen Probleme könnten mit seinem zwischenzeitlichen Aufenthalt in den USA zusammenhängen.

Darauf reagierte der KTM-Pilot selbst und stellte klar: „Nur damit das für alle klar ist: Meine Verletzung stammt vom GP in Foxhill. Das hat nichts mit den USA zu tun!“

Damit verweist Coenen ausdrücklich auf den Grand Prix von Großbritannien als Ursprung seiner aktuellen Beschwerden. Seit Foxhill kämpft der Belgier mit den Folgen der Verletzung auf der linken Seite und den daraus resultierenden Problemen mit dem Ischiasnerv.

Seine Reise in die USA und der Sturz beim Rennen in Southwick steht nach eigener Aussage in keinem Zusammenhang mit der Verletzung, die nun auch seinen Start in Uddevalla verhindert.

De Carli will kein unnötiges Risiko eingehen

Auch Teammanager Davide De Carli sieht keinen Spielraum für einen verfrühten Wiedereinstieg. Eine Verletzung dieser Art brauche Zeit. Wer in der MXGP antreten wolle, müsse körperlich nahezu vollständig einsatzfähig sein.

Coenen hat diesen Punkt noch nicht erreicht.

KTM und der Physiotherapeut des Teams setzen deshalb die intensive Behandlung fort. Statt einen neuen Rückkehrtermin festzulegen, wollen die Beteiligten den Zustand des Belgiers von Tag zu Tag beurteilen.

Aus dem WM-Kampf wird ein Rennen gegen die Zeit

Sportlich hat die Verletzung Coenens Saison bereits erheblich verändert. Mit fünf Grand-Prix-Siegen gehörte der ehemalige Red-Plate-Träger über weite Strecken zu den Fahrern, die den Kampf an der Spitze der MXGP-Weltmeisterschaft bestimmten.

Die wiederholten Ausfälle kosten entsprechend viele Punkte. Nach dem Grand Prix von Schweden bleiben nur noch vier Veranstaltungen der Saison 2026.

Ein schneller Wiedereinstieg um jeden Preis kommt trotzdem nicht infrage. Ein MXGP-Wochenende verlangt wesentlich mehr als einige schnelle Trainingsrunden. Starts, lange Motos, tiefe Spurrillen, Sprünge und Zweikämpfe erhöhen das Risiko eines erneuten Sturzes.

Wann die Nummer 96 wieder auf seiner KTM sitzt, bleibt deshalb offen. Coenen fühlt sich nach eigener Aussage inzwischen näher an der notwendigen Fitness. Erst wenn Hüfte und Ischiasnerv die Belastung eines kompletten Grand-Prix-Wochenendes zulassen, soll sein nächster Comeback-Versuch folgen.