Jeremy Sydow holt sich in Streitberg den DEM-Championats-Titel
Jeremy Sydow auf seiner Triumph beim Finale der Deutschen Enduro Meisterschaft. / Foto: Marcel Sänger
Zehn Sonderprüfungen, zehn Bestzeiten und am Ende der Titel im Championat. Jeremy Sydow ließ beim Finale der Deutschen Enduro Meisterschaft in Streitberg keinen Zweifel daran, wer an diesem Wochenende der schnellste Fahrer war. Der Triumph-Werksfahrer sicherte sich nach dem bereits feststehenden E1-Titel auch die klassenübergreifende Meisterschaft und machte damit seine Saison 2026 perfekt.
Dabei war die Entscheidung im Championat vor dem letzten Lauf noch offen. Vor allem Sherco-Pilot Luca Fischeder hatte sich Hoffnungen gemacht, Sydow den Gesamttitel streitig zu machen. Doch auf der rund 65 Kilometer langen Runde durch die Fränkische Schweiz fand er kein Mittel gegen den späteren Sieger.
Zehn Prüfungen ohne einen einzigen Zeitverlust
Schon im ersten Test setzte Sydow auf der Triumph TF250-E die Bestzeit. Was zunächst nach einem guten Auftakt aussah, entwickelte sich im weiteren Tagesverlauf zu einer ziemlich eindeutigen Angelegenheit. Der Triumph-Pilot gewann sämtliche zehn Sonderprüfungen und blieb dabei ohne größere Fehler.
Ein Spaziergang war das Finale trotzdem nicht. Der MSC Fränkische Schweiz hatte drei unterschiedliche Sonderprüfungen vorbereitet, dazu kamen anspruchsvolle Auffahrten und technisch schwierige Waldpassagen. Besonders der erstmals gefahrene Bechtold Canyon verlangte den Teilnehmern einiges ab. Auf der steilen Auffahrt im Nadelwald mussten einige Fahrer sogar auf die Hilfe der Streckenposten zurückgreifen.
Auch das Wetter spielte mit. Nach zunächst freundlichen Bedingungen am Freitag setzte am Samstag kräftiger Regen ein, der bis zum Rennsonntag anhielt. Als die ersten Fahrer morgens um acht Uhr starteten, lag zudem dichter Nebel über dem Tal. Gerade in den Waldpassagen waren die Sichtverhältnisse entsprechend schwierig.
Sydow ließ sich davon nicht aus dem Rhythmus bringen. Mit seinem Sieg im Championat krönte er eine Saison, in der er nach einem wechselhaften Beginn zunehmend stärker geworden war.
Fischeder verliert Zeit durch Reifenwahl
Für Luca Fischeder verlief der letzte DEM-Lauf dagegen nicht ganz nach Wunsch. Zwar sicherte sich der Sherco-Fahrer den Meistertitel in der E3, im direkten Vergleich mit Sydow fehlte ihm jedoch deutlich Zeit.
Ein wesentlicher Grund war offenbar die Wahl von Reifen und Mousse. Auf den nassen Wurzeln und glatten Steinen fand Fischeder nicht die gewünschte Traktion, was sich besonders auf den technisch schwierigen Abschnitten bemerkbar machte.
Am Ende betrug sein Rückstand im Championat rund eine Minute und 20 Sekunden. Damit war der Kampf um den Gesamtsieg deutlicher entschieden, als es die Ausgangslage vor dem Finale vermuten ließ.
Ganz vorbei ist die Saison für die beiden Kontrahenten allerdings noch nicht. Anfang November wollen sowohl Sydow als auch Fischeder bei der Enduro-Europameisterschaft in Woltersdorf antreten.
Koch und Stradtner sichern sich die Juniorentitel
Während die Entscheidung im Championat recht eindeutig ausfiel, ging es in den Juniorenklassen vor allem darum, die gute Ausgangsposition aus den vorherigen Veranstaltungen ins Ziel zu bringen.
In der J1 gelang das Leo Koch. Nachdem sein Konkurrent Pascal Sadecki beim vorangegangenen Lauf in Rehna ausgefallen war, hatte Koch die Führung in der Meisterschaft übernommen. Mit Platz zwei beim Finale in Streitberg ließ er sich den Titel nicht mehr nehmen.
Für Max Stradtner wurde das Heimrennen ebenfalls zu einem besonderen Tag. Der 18-jährige Bayer war zu Saisonbeginn noch auf einer 125er unterwegs gewesen und wechselte ausgerechnet beim letzten Lauf auf eine 250er. Das hinderte ihn nicht daran, die J2 zu gewinnen und sich gleichzeitig die Meisterschaft zu sichern.
Viel Zeit zum Feiern blieb ihm allerdings nicht. Bereits am Montagmorgen musste Stradtner um 6:30 Uhr wieder bei der Arbeit erscheinen.
Löfqvist gewinnt die E2, Winkler den Enduro Cup
In der E2 setzte sich Franz Löfqvist durch. Der Schwede gewann auf seiner Yamaha die Klasse und beendete die Saison als Vizemeister. Die Titelentscheidung war bereits zuvor in Rehna gefallen.
Neben der DEM wurde in Streitberg auch der Deutsche Enduro Cup ausgetragen. Dort lieferten sich Luis Winkler und Moritz Schüpferling einen engen Kampf um den Tagessieg. Winkler setzte sich schließlich mit nur vier Sekunden Vorsprung durch und gewann neben der Gesamtwertung auch die E2B. Schüpferling entschied die E3B für sich.
Dritter wurde Gaststarter Leon Volland, der normalerweise in der Hard-Enduro-Weltmeisterschaft unterwegs ist. Bei seinem Heimrennen hielt er lange Kontakt zur Spitze, verlor aber durch einen abgestorbenen Motor in der letzten Sonderprüfung entscheidende Sekunden.
Auch in den weiteren Klassen gab es Siege zu feiern. Eric Neubert setzte sich in der Jugendklasse 5 gegen Jannis Schwabe durch, Dirk Peter gewann bei den Senioren und Thomas Günther bei den Supersenioren. Die Damenwertung entschied Lisa Richter für sich.
In den Mannschaftswertungen gingen die Siege an den ADAC Sachsen in der DEM und den ADAC Hessen-Thüringen im Deutschen Enduro Cup.
Während die Deutsche Enduro Meisterschaft mit dem Rennen in Streitberg abgeschlossen ist, steht für die Cup-Fahrer noch ein weiterer Termin an. Am kommenden Wochenende werden in Kempenich die letzten Meisterschaftsentscheidungen der Saison 2026 fallen.
