Guillem Farres über seinen ersten Grand-Prix-Sieg
Guillem Farres lässt sich nach seinem Grand Prix Sieg von seinem team feiern. / Foto: Ray Archer
Für Guillem Farres wurde der MXGP of France in Lacapelle-Marival zum emotionalen Höhepunkt seiner bisherigen MX2-Karriere. Der Spanier feierte auf der schwierigen Hartbodenstrecke nicht nur seinen ersten Grand-Prix-Sieg, sondern gewann direkt beide Wertungsläufe.
Entsprechend groß fiel die Erleichterung nach dem Rennen aus. „Es war ein unglaublicher Tag für mich, endlich meinen ersten Grand-Prix-Sieg zu holen“, sagte Farres nach dem Rennen. „Mit zwei Laufsiegen macht es das noch spezieller.“
Vor allem nach den schwierigen vergangenen Wochen wirkte der Triumph-Pilot sichtbar erleichtert.
Die Pause brachte neue Energie
Besonders interessant: Farres sprach nach dem Grand Prix offen darüber, dass ihm die fünfwöchige MXGP-Pause auch mental geholfen hatte. „Während der Pause hatte ich Zeit, über einige Dinge nachzudenken“, erklärte der Spanier.
Dabei traf sich Farres während der Pause unter anderem mit seinem ehemaligen Teamchef Niklas Raths zum Abendessen – ein Detail, das zeigt, wie eng die Verbindung zwischen beiden ist. Gemeinsam hatten Farres und Raths 2022 den ADAC Youngster Cup gewonnen.
Gerade solche vertrauten Kontakte scheinen dem Spanier zuletzt zusätzlich Stabilität gegeben zu haben.
Aussagen von außen sorgten für zusätzliche Motivation
Gleichzeitig machte Farres deutlich, dass ihn die öffentliche Wahrnehmung rund um ihn und das Triumph Factory Team zusätzlich antrieb. „Viele Leute reden über mich und mein Team und sehen uns nicht als echte Titelkandidaten“, sagte Farres. „Das hat mich schon ein bisschen wütend gemacht – aber auf eine gute Art.“
Genau diese Energie schien der Triumph-Fahrer anschließend in Frankreich auf die Strecke zu bringen.
„Wir haben gezeigt, dass wir die Geschwindigkeit haben“
Bereits am gesamten Wochenende gehörte Farres zu den konstant schnellsten Fahrern der MX2-Klasse. Besonders auf der technisch schwierigen Strecke wirkte der Spanier auffallend ruhig und kontrolliert.
„Wir haben gezeigt, dass wir an diesem Wochenende die Geschwindigkeit hatten“, erklärte Farres. Gerade im zweiten Lauf musste der Spanier dabei lange geduldig bleiben. Überholen war in Lacapelle-Marival extrem kompliziert, viele Fahrer scheiterten an den engen Linien und den tiefen Rillen.
Farres blieb trotzdem ruhig. „Ich habe versucht, Druck aufzubauen und auf meine Chance zu warten“, sagte er. Etwa fünf Minuten vor Schluss gelang schließlich das entscheidende Manöver zum Laufsieg.
Farres denkt längst an den Titelkampf
Mit seinem Doppelsieg machte Farres gleichzeitig deutlich, dass er in der MX2-WM künftig eine deutlich größere Rolle spielen könnte als bislang viele erwartet hatten.
Und genau das scheint inzwischen auch sein eigener Anspruch zu sein. „Ich werde bis zum letzten Lauf um diese Meisterschaft kämpfen“, erklärte der Spanier selbstbewusst. „Ich kämpfe jede einzelne Runde um diesen Titel.“
Gerade die vergangenen beiden Rennen hätten laut Farres gezeigt, dass er und Triumph endgültig konkurrenzfähig seien.
Frankreich könnte ein Wendepunkt gewesen sein
Noch vor wenigen Wochen spielte Farres im Titelkampf eher eine Außenseiterrolle. Nach Lacapelle-Marival dürfte sich das jedoch deutlich verändert haben.
Denn während andere Spitzenfahrer mit Fehlern, Starts oder den schwierigen Bedingungen kämpften, blieb Farres über das komplette Wochenende stabil.
Und genau deshalb könnte dieser erste Grand-Prix-Sieg weit mehr gewesen sein als nur ein einzelner Erfolg. Vielleicht war Frankreich genau jener Moment, in dem Guillem Farres endgültig im Titelkampf angekommen ist.
