Guillem Farres gelingt in Agueda das perfekte Wochenende

Guillem Farres siegte beim MXGP of Portugal 2026

Guillem Farres siegte beim MXGP of Portugal 2026

Guillem Farres war beim MXGP of Portugal der Mann des Wochenendes. Der Spanier gewann das Qualifikationsrennen sowie beide Wertungsläufe und ließ der Konkurrenz in Águeda keine Chance. Hinter dem Triumph-Werksfahrer feierte Janis Reisulis als Zweiter das erste Grand-Prix-Podium seiner Karriere. Sacha Coenen komplettierte das Podium, verteidigte trotz eines Sturzes im ersten Lauf seine Führung in der MX2-Weltmeisterschaft und reist weiterhin mit dem Red Plate zum nächsten Grand Prix.

Farres: „Mein erstes perfektes Wochenende“

Schon nach den ersten Runden in Portugal hatte Farres das Gefühl, dass an diesem Wochenende vieles zusammenpassen würde. Anders als noch zu Saisonbeginn musste das Triumph-Werksteam an der TF 250-X praktisch nichts verändern. „Das war mein erstes perfektes Wochenende. Es fühlt sich großartig an.“

Besonders zufrieden zeigte sich der Spanier mit dem Grundsetup seines Motorrads. Während an vielen Rennwochenenden ständig an Fahrwerk oder Motor gearbeitet wird, blieb seine Maschine über alle Sessions hinweg unverändert. „Wir hatten von Anfang an ein gutes Basis-Setup. Ich habe das ganze Wochenende keinen einzigen Klick verstellt.“

Für einen Fahrer sei genau das ein entscheidender Faktor. Statt sich ständig auf technische Änderungen einstellen zu müssen, könne man sich vollständig auf Linienwahl und Fahrstil konzentrieren. „Das gibt mir sehr viel Vertrauen. Ich konnte mich komplett auf mein Fahren konzentrieren.“

Dass der Grand Prix unmittelbar vor den Toren seiner Heimat stattfand, machte den Erfolg zusätzlich besonders. Familie und Freunde waren nach Portugal gereist und sorgten entlang der Strecke für lautstarke Unterstützung. „Es ist etwas Besonderes, vor den Menschen zu gewinnen, die man liebt.“

Montevarchi noch im Hinterkopf

Die Enttäuschung aus Italien spielte ebenfalls eine Rolle. In Montevarchi hatte Farres nach einem Fehler in der ersten Runde den Anschluss an die Spitze verloren und sich anschließend über sich selbst geärgert. „Ich war nicht wegen des Ergebnisses sauer, sondern weil ich mir selbst die Chance genommen hatte, vorne mitzukämpfen.“

Gerade solche Rennen seien entscheidend. „An guten Tagen kann jeder schnell sein. An den schwierigen Tagen zeigt sich, wer wirklich um eine Meisterschaft kämpfen kann. Dann muss man den Schaden begrenzen.“

In Portugal gelang ihm genau das Gegenteil: fehlerfreie Rennen, starke Starts und drei Siege.

Ganz ohne Nachspiel blieb das Wochenende allerdings nicht. Nach dem Grand Prix belegten die Sportkommissare Farres wegen des Missachtens einer Gelbflagge mit einer Fünf-Punkte-Strafe. Auf den Tagessieg hatte diese Entscheidung jedoch keinen Einfluss. Der Triumph-Pilot blieb Gesamtsieger des MXGP of Portugal.

Reisulis belohnt seine Entwicklung

Auch Janis Reisulis verließ Águeda mit einem breiten Grinsen. Der Yamaha-Pilot stand erstmals in seiner Karriere auf dem Podium einer MX2-Weltmeisterschaft und wirkte nach dem Rennen fast erleichtert. „Ich war dieses Wochenende erstaunlich ruhig. Nach den letzten beiden Rennen hatte ich das Gefühl, nichts mehr verlieren zu können.“

Diese Gelassenheit zahlte sich aus. Zwei gute Starts brachten ihn sofort in die Spitzengruppe, wo er das Tempo von Farres lange mitgehen konnte. „Ich hatte einen guten Rhythmus und konnte das Rennen kontrollieren.“

Der Lette sprach anschließend auch über den größten Unterschied zwischen der EMX250 und der MX2-Weltmeisterschaft. „In der Europameisterschaft kann man zum Ende eines Rennens manchmal etwas durchatmen. In der MX2 wird am Schluss oft sogar noch schneller gefahren als am Anfang.“

Gerade diese Intensität habe ihn in den ersten Saisonrennen überrascht. In Portugal sei es ihm erstmals gelungen, das hohe Tempo bis zum Ziel mitzugehen. „Dieses Wochenende hat mir viel Erfahrung gebracht – vor allem, wie man vorne bis in die letzten Runden mitkämpft.“

Dass Starts in der MX2 eine Schlüsselrolle spielen, unterstrich der Yamaha-Pilot ebenfalls. „Wenn der Start nicht passt, liegt man nach wenigen Runden schon 20 Sekunden zurück.“

Coenen begrenzt den Schaden

Für Sacha Coenen verlief das Wochenende deutlich turbulenter. Im ersten Lauf wollte der KTM-Pilot früh auf Rang zwei nach vorne fahren, stürzte jedoch bei seinem zweiten Überholversuch und fand sich plötzlich am Ende des Feldes wieder. „Ich war Dritter und wollte den Zweiten angreifen. Der erste Versuch hat funktioniert, der zweite leider überhaupt nicht.“

Trotz schwieriger Bedingungen kämpfte sich Coenen noch auf Rang sechs nach vorne. „Die Strecke war sehr rutschig. Man durfte sich praktisch keinen Fehler erlauben.“

Im zweiten Lauf lief es deutlich besser. Nach einem guten Start etablierte sich der Belgier zunächst auf Rang drei, übernahm später Platz zwei und brachte dieses Ergebnis sicher ins Ziel.

Mit Blick auf die Tageswertung fiel sein Fazit entsprechend nüchtern aus. „Für ein nicht ganz einfaches Wochenende sind das trotzdem gute Punkte.“

Red Plate bleibt bei KTM

Besonders wichtig: Coenen verlor in Portugal trotz des Sturzes kaum Boden im Titelkampf. Als Gesamtdritter verteidigte er die Führung in der Weltmeisterschaft und reist weiterhin als Spitzenreiter zum nächsten Grand Prix.

Dass er nicht jede Strecke gleichermaßen mag, wollte der Belgier gar nicht verheimlichen. „Ich hatte manchmal etwas Probleme mit dem Vorderrad. Aber das gehört dazu. Man kann nicht jede Strecke lieben.“

Mit Farres, Reisulis und Coenen standen in Águeda drei Fahrer auf dem Podium, die das Wochenende aus ganz unterschiedlichen Gründen in Erinnerung behalten werden: Farres feierte den ersten perfekten Grand Prix seiner Karriere, Reisulis erreichte den größten Erfolg seiner bisherigen MX2-Laufbahn und Coenen verteidigte trotz eines Rückschlags seine Position an der Spitze der Weltmeisterschaft.

Ergebnis MXGP of Portugal 2026 – Klasse MX2