Fantic-Debüt mit neuer Teamstruktur: Ein erster Fingerzeig in Alghero

Brent van Doninck und Alberto Forato bilden das neue Fantic Factory MXGP Team

Brent van Doninck und Alberto Forato bilden das neue Fantic Factory MXGP Team. / Foto: Fantic

Der Auftakt der Internazionali d’Italia 2026 war für Fantic weit mehr als ein klassisches Vorbereitungstraining. In Alghero feierte das neue Fantic Factory Racing MXGP Team sein erstes offizielles Rennen unter der sportlichen Leitung von Jacky Martens – und lieferte dabei bereits ein Ergebnis ab, das aufhorchen lässt.

Auf dem tiefen, kräfteraubenden Sandkurs von Sardinien zeigte sich früh, dass die neu formierte Struktur greift. Sowohl Alberto Forato als auch Brent Van doninck positionierten sich im Zeittraining in den Top sechs der stark besetzten MX1-Klasse. Ein erstes Indiz dafür, dass Fantic nicht nur angetreten ist, um Kilometer zu sammeln.

Foratos Comeback als starkes Signal

Im Fokus stand Alberto Forato. Für den Italiener war es nicht nur das erste Rennen im Fantic-Trikot, sondern zugleich das Comeback nach rund acht Monaten Verletzungs- und Reha-Pause. Trotz zweier Stürze über den Renntag hinweg bewahrte Forato die Ruhe, kämpfte sich im ersten Lauf bis auf Rang sieben nach vorne und legte im zweiten Durchgang mit Platz drei nach. Rang vier in der Tageswertung war die logische Konsequenz.

Entsprechend positiv fiel sein Fazit aus:
„Mein erstes Rennen mit Fantic – und gleichzeitig mein erstes Rennen nach acht Monaten – lief wirklich gut, auch wenn ich in beiden Läufen gestürzt bin. Im ersten Lauf musste ich mich von weit hinten nach vorne kämpfen, im zweiten konnte ich trotz eines Umfallers Dritter werden. Wir wussten vorher nicht genau, wo wir stehen, da ich noch mehr Trainingsstunden auf dem neuen Bike brauche, aber wir haben gesehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Gerade unter diesen Umständen war das Ergebnis mehr als nur ein solides Comeback. Forato wirkte körperlich stabil, fahrerisch präsent und mental voll im Rennmodus.

Van Doninck überzeugt mit Speed und Fitness

Auch Brent Van Doninck hinterließ einen starken Eindruck. Nach Problemen im ersten Lauf und einem Sturz in der Startphase des zweiten Rennens kämpfte sich der Belgier dennoch bis auf Rang sechs nach vorne. Vor allem seine Pace im tiefen Sand unterstrich, dass er bereits früh in der Saison konkurrenzfähig ist.

„Es war das erste Rennen hier in Alghero und ich hatte den ganzen Tag über ein gutes Gefühl“, erklärte Van Doninck. „Im ersten Lauf hatten wir ein kleines Problem, aber genau dafür sind diese Vorbereitungsrennen da. Im zweiten Rennen bin ich in der ersten Runde gestürzt, konnte aber trotzdem noch Sechster werden. Insgesamt war es ein guter erster Test – wir arbeiten weiter daran, Schritt für Schritt näher an 100 Prozent zu kommen.“

Technik, Struktur und Richtung stimmen

Mindestens ebenso wichtig wie die nackten Resultate war das Gesamtbild hinter den Kulissen. Fantic-Motocross-Manager Davide Guarneri zog ein positives Fazit: Die Starts waren stark, beide Motorräder konstant im Vorderfeld, und die Weiterentwicklung der XXF 450 zeigte bereits bei ihrem ersten Renneinsatz ein solides Niveau. Besonders betont wurde die enge Zusammenarbeit zwischen Werk und Team – ein zentraler Baustein der neuen Struktur.

Funfact am Rande: AXO ist zurück – erinnert sich noch jemand?

Ein kleines, aber charmantes Detail rundet den Fantic-Neustart ab: 2026 tritt das Team mit AXO als neuem Bekleidungspartner an. Ja, AXO – jene ikonische italienische Marke, die in den 90er- und frühen 2000er-Jahren aus dem Fahrerlager kaum wegzudenken war.

Die vielleicht berechtigte, augenzwinkernde Frage lautet also: Wer kann sich eigentlich noch daran erinnern? Zwischen Neonfarben, Stretch-Pants und legendären Logos war AXO einst fester Bestandteil der Motocross-DNA. Dass die Marke nun ausgerechnet im Rahmen der neu aufgestellten Fantic-MXGP-Struktur ihr Comeback feiert, passt erstaunlich gut ins Bild – italienische Tradition trifft modernen Neustart einer italienischen Motorradmarke.

Mehr als nur ein Test

Alghero war kein perfektes Wochenende, aber ein aufschlussreiches. Für Fantic ging es weniger um Podestplätze als um Standortbestimmung – und genau diese fiel positiv aus. Mit einem konkurrenzfähigen Forato, einem schnellen Van doninck und einer funktionierenden Teamorganisation unter neuer Führung wurde eine Basis gelegt, auf der sich aufbauen lässt.

Der Blick richtet sich nun nach Argentinien, wo am 8. März der Startschuss zur MXGP-Weltmeisterschaft fällt. Wenn der erste Auftritt ein Hinweis auf das Potenzial ist, dann dürfte das neue Fantic-Werksteam dort nicht nur mitfahren – sondern mitmischen.