Mattia Guadagnini: Jetzt geht es nicht mehr nur um eine Saison

Mattia Guadagnini beim MXGP of Trentio - seinem vorerst letzten Grand Prix der Saison 2026.

Mattia Guadagnini beim MXGP of Trentio - seinem vorerst letzten Grand Prix der Saison 2026.

Für Mattia Guadagnini ist die Saison 2026 wohl vorzeitig aus der Bahn geraten. Der Italiener verletzte sich bei einem Testtag erneut schwer und zog sich einen weiteren Schlüsselbeinbruch zu – ausgerechnet an jener Schulter, die ihm bereits seit Jahren Probleme bereitet.

Der Italiener bestätigte, dass es sich um dieselbe Seite handelt, an der er bereits sechs- oder siebenmal verletzt war. Eine Operation ist notwendig. Wie lange er ausfallen wird, steht noch nicht endgültig fest, allerdings rechnet Guadagnini selbst damit, einen Großteil der Saison zu verpassen.

Mehr als nur die nächste Verletzung

Die Situation wirkt diesmal anders als bei vielen vorherigen Rückschlägen. Nicht, weil die Verletzung schwerer wäre – sondern weil inzwischen klar scheint, dass eine schnelle Rückkehr keine nachhaltige Lösung mehr ist.

Guadagnini spricht offen davon, dass seine Schulter endlich vollständig behandelt und stabil aufgebaut werden müsse. Genau das habe in den vergangenen Jahren oft gefehlt. Statt langfristigem Aufbau stand meist die möglichst schnelle Rückkehr in den Rennbetrieb im Vordergrund.

Und genau darin liegt vermutlich das eigentliche Problem seiner letzten Jahre.

Denn das Talent des Italieners war nie die große Frage. Immer wieder zeigte er, welches Potenzial in ihm steckt – besonders dann, wenn er über längere Zeit konstant trainieren und Rennen fahren konnte. Doch genau diese Stabilität fehlte fast durchgehend.

Jetzt zählt Geduld statt Tempo

Die erneute Operation zwingt Guadagnini nun zu einer Pause, die deutlich größer werden könnte als frühere Ausfälle. Gleichzeitig entsteht dadurch aber vielleicht erstmals die Möglichkeit, die Probleme an der Schulter vollständig in den Griff zu bekommen.

Im aktuellen Statement klingt deshalb auch mit, dass der Fokus diesmal nicht auf einem möglichst schnellen Comeback liegt. Vielmehr geht es darum, körperlich wieder eine Basis zu schaffen, auf der überhaupt dauerhaft Leistung möglich ist.

Wann Guadagnini zurückkehren wird, bleibt offen. Klar ist nur: Für den Italiener geht es inzwischen um deutlich mehr als nur einzelne MXGP-Ergebnisse.