Ducati Desmo450 MX: Detailarbeit für 2027

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DUCATI DESMO450MX und DESMO450MX FACTORY Modelljahr 2027

Wo setzt Ducati nach dem ersten Jahr mit der Desmo450 MX an? Bei den Modellen für 2027 stehen vor allem die Übersetzung, die Bedienung und die Haltbarkeit auf der Liste. Dazu kommt eine Wartungsplanung, die sich an der tatsächlichen Nutzung orientieren soll. Sowohl die Desmo450 MX als auch die Factory-Version erhalten diese Updates.

Wer auf einen grundlegend neuen Motor oder ein anderes Fahrwerkskonzept gewartet hat, findet das in der Ankündigung nicht. Ducati arbeitet an der bestehenden Basis. Einige Änderungen betreffen dabei Bauteile, deren Bedeutung sich weniger im Datenblatt als während eines Trainingstags zeigt.

Kürzere Übersetzung, überarbeitete Hebel

Für 2027 verbaut Ducati ein Kettenrad mit 51 Zähnen. Die kürzere Endübersetzung soll das Herausbeschleunigen aus Kurven verbessern. Mehr Motorleistung entsteht dadurch nicht, wohl aber eine stärkere Drehmomentübersetzung zum Hinterrad.

Auch die Kontaktflächen von Schalthebel und Hinterradbremshebel wurden neu gestaltet. Gerade mit steifen Crossstiefeln zählt, wie gut sich beide Hebel erreichen und bedienen lassen. Ob die neue Form hier einen spürbaren Fortschritt bringt, muss sich beim Fahren zeigen.

Weniger aufwendig lässt sich der Nutzen der größeren Tanköffnung beurteilen: Mit 40 Millimetern Durchmesser soll sie das Auftanken erleichtern. Der Tank fasst weiterhin 7,2 Liter. Als Bereifung kommen Pirelli Scorpion MX32 Mid-Soft in den Dimensionen 80/100-21 vorne und 110/90-19 hinten zum Einsatz.

Ducati arbeitet an der Haltbarkeit

Die umfangreichste Liste betrifft die überarbeiteten Komponenten. Ducati nennt neue Toleranzen an der Verzahnung des Starterantriebs, eine Wasserpumpendichtung mit geänderter Geometrie und Teflonbeschichtung sowie einen verstärkten Auspuffkrümmer im Übergang zum Schalldämpfer.

Hinzu kommen Änderungen an der Halterung der Kettenführung, den Gabelprotektoren und den vorderen Motorhalterungen am Rahmen. Das sind Stellen, an denen Schläge, Vibrationen und dauerhafte Belastung zusammenkommen.

Laut Ducati flossen Erfahrungen aus der ersten Rennsaison in die Überarbeitung ein. Welche konkreten Befunde hinter den einzelnen Änderungen stehen, erläutert der Hersteller allerdings nicht. Aus der Teileliste allein lässt sich deshalb keine pauschale Aussage über die Zuverlässigkeit des bisherigen Modells ableiten. Sie zeigt aber, wo Ducati für 2027 nachgebessert hat.

Neu ist außerdem ein System für vorausschauende Wartung. Es analysiert Nutzungsdaten und soll die Motorwartungsintervalle an die tatsächlichen Einsatzbedingungen anpassen. Bei der Standardversion wird dafür das optionale WLAN-Modul benötigt, bei der Factory gehört es zur Ausstattung.

Für Fahrer wäre vor allem entscheidend, wie nachvollziehbar diese Empfehlungen ausfallen. Ducati nennt in der Mitteilung weder konkrete Intervalle noch die Kriterien, nach denen das System sie verändert.

Die technische Basis bleibt

Der 449,6-cm³-Einzylinder mit desmodromischer Ventilsteuerung wird weiterhin mit 63,5 PS bei 9.400 Umdrehungen und 53,5 Nm bei 7.500 Umdrehungen angegeben.

Zum Paket gehören der Aluminium-Brückenrahmen und das voll einstellbare Showa-Fahrwerk. Die 49-mm-Gabel bietet 310 Millimeter Federweg, hinten stehen 301 Millimeter zur Verfügung. Brembo-Komponenten arbeiten mit Galfer-Scheiben in 260 Millimetern vorne und 240 Millimetern hinten.

Auch die Elektronik bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Desmo450 MX: Ducati Traction Control, Power Launch, Schaltautomat und Engine Brake Control gehören zur Serienausstattung. Über das WLAN-Modul und die X-Link App lassen sich unter anderem Gasannahme, Launch Control, Motorbremswirkung und Traktionskontrolle konfigurieren.

Was bietet die Factory zusätzlich?

Die Factory übernimmt sämtliche Änderungen des Standardmodells und ergänzt sie um die höherwertige Ausstattung. Dazu gehört eine komplette Akrapovič-Titanauspuffanlage mit eigenem Mapping. Laut Ducati spart sie gegenüber der Standardanlage 1,7 Kilogramm ein und verändert Leistungsentfaltung sowie Beschleunigung. Einen separaten Leistungswert für die Factory nennt die Mitteilung nicht.

Beim Showa-Fahrwerk setzt Ducati auf Kashima-Extra-Dark-Beschichtungen sowie TiO-Behandlungen mit Superfinish an Gleitrohren und Kolbenstange. Diese sollen Reibung und Verschleiß reduzieren. Gefräste Gabelbrücken, Holeshot-System, Motorschutz, eine Abdeckung der vorderen Bremsscheibe und eine RK-MXU-O-Ring-Kette ergänzen das Paket.

Ducati bezeichnet die Factory trotz ihrer zusätzlichen Ausstattung als leichter als das Standardmodell. Konkrete Gesamtgewichte fehlen in den vorliegenden Angaben.

Optisch erhält die Standardversion schwarze statt weißer Logos auf Ducati Red. Die Factory trägt die neue Ducati-Corse-Gestaltung für 2027 mit rot-schwarzem Ducati-Logo.

Beide Ausführungen sollen zunächst bei ausgewählten europäischen Ducati-Händlern angeboten werden, weitere Märkte folgen.