KTM Factory Editions 2027: Erster Blick auf die nächste SX-F-Generation
Die 2027 KTM 250 SX F FACTORY und EDITION and KTM 450 SX F FACTORY EDITION.
KTM stellt die 250 SX-F Factory Edition und die 450 SX-F Factory Edition für 2027 auf eine neue technische Basis. Beide Crosser erhalten einen leichteren Rahmen, ein überarbeitetes WP-Fahrwerk und eine schlankere Ergonomie. Bei der 250er geht KTM am Motor besonders weit: Ansaugung und Ventiltrieb wurden neu entwickelt, das Drehzahllimit steigt auf 14.500 U/min. Damit zeigen die beiden Factory Editions bereits, wohin sich die reguläre SX-F-Baureihe für 2028 entwickeln soll.
Neuer Rahmen, leichteres Heck und Spielraum beim Radstand
KTM hat für beide Hubraumklassen die Rahmengeometrie und die Flexeigenschaften überarbeitet. Auch die Lenkkopfpartie und die Motoraufnahmen wurden geändert. Dazu kommt ein neu entwickelter Aluminium-Heckrahmen, laut KTM der leichteste, den der Hersteller bislang in Serie gebaut hat. Wie viel Gewicht der neue Rahmen spart und was die beiden Motorräder insgesamt wiegen, geht aus der Vorstellung nicht hervor.
Der Radstand lässt sich verlängern. Damit bekommt der Fahrer neben der Fahrwerksabstimmung eine weitere Möglichkeit, das Motorrad an die Strecke anzupassen. Auf schnellen, ausgefahrenen Passagen kann ein längerer Radstand mehr Ruhe bringen. Wie groß der Unterschied ausfällt und was er in engen Kurven kostet, muss sich auf der Strecke zeigen.
Zum neuen Chassis gehören neu gestaltete CNC-gefräste Gabelbrücken, eine überarbeitete WP XACT Closed Cartridge Gabel und ein darauf abgestimmtes Federbein. KTM will damit die Rückmeldung über einen breiteren Einsatzbereich verbessern. Gerade weil Rahmen, Motoraufnahmen und Dämpfung gleichzeitig geändert wurden, wird ein Fahrtest zeigen müssen, wie das Paket als Ganzes funktioniert.
250 SX-F: Mehr Verdichtung und 14.500 U/min
Die größeren Eingriffe am Motor betreffen die 250 SX-F Factory Edition. Sie erhält ein ovales Drosselklappengehäuse, ovale Einlasskanäle, einen von oben einspritzenden Injektor und einen neu entwickelten Ventiltrieb. Die Verdichtung steigt auf 15,5:1, der Drehzahlbegrenzer greift bei 14.500 U/min ein. Damit erreicht die Serienmaschine laut KTM beim Drehzahllimit das Niveau der aktuellen Werksmotorräder aus MXGP und AMA SuperMotocross.
Eine konkrete Spitzenleistung nennt KTM für die 250er noch nicht. Für den Fahrer ist ohnehin entscheidend, wie lange der Motor bis zum Begrenzer kräftig weiterzieht. Dann kann die zusätzliche Drehzahl helfen, einen Gang bis zur nächsten Kurve stehen zu lassen und sich einen kurzen Schaltvorgang zu sparen. Auch die Einbaulage ändert sich: Der Motor sitzt 2,3 Millimeter höher im Rahmen. KTM begründet das mit der angestrebten Massenzentralisierung und einem präziseren Handling.
450 SX-F: 63,8 PS und eine schnellere Motorsteuerung
Für die 450 SX-F Factory Edition nennt KTM 63,8 PS bei 10.000 U/min und 52 Nm bei 7.000 U/min. Neben der neuen Abgasanlage wurden Ansaugung, Motorsteuerung und Kraftstoffdosierung aufeinander abgestimmt. Bei einer 450er ist dabei vor allem die Gasannahme am Kurvenausgang wichtig: Auf losem Boden bringt die Mehrleistung erst dann etwas, wenn sie sich sauber dosieren lässt.
Eine leistungsfähigere ECU verarbeitet die Sensordaten schneller und steuert Zündung, Einspritzung und gangabhängige Kennfelder. Auch der Quickshifter soll von der neuen Elektronik profitieren. KTM nennt zudem ein leichteres und zugleich robusteres Getriebe, das sich präziser schalten lassen soll.
Mehr Platz auf dem Motorrad, einfacherer Service
Die beiden Factory Editions fallen an den Seiten schlanker aus, bieten im Kniebereich aber größere Kontaktflächen. Eine neue Sitzbank und geänderte Fußrasten ergänzen die Ergonomie. Der Fahrer soll sich beim Wechsel zwischen Sitzen und Stehen leichter bewegen können und zugleich genug Fläche haben, um das Motorrad in tiefen Spurrillen mit den Beinen zu führen.
Zur Ausstattung gehören EXCEL-Räder mit geänderter Speichenanordnung und ein leichterer NEKEN-Lenker mit zwei Montagepositionen. Hinten verwendet Brembo eine neue Bremsbelagmischung, die sich gleichmäßiger dosieren lassen soll. KTM hat außerdem die Kühlung überarbeitet, den Luftfilterkasten neu konstruiert und den Betriebsstundenzähler besser zugänglich platziert. Hinweise zu Wartungsarbeiten stehen direkt am Motorrad.
Factory Editions als Vorläufer für 2028
KTM kündigt für beide Factory Editions größere Stückzahlen und den Vertrieb über autorisierte Händler in zahlreichen Märkten an. Wie viele Motorräder nach Deutschland kommen und was sie hier kosten, geht aus der Vorstellung noch nicht hervor.
Für Fahrer, die auf die nächste reguläre SX-F warten, sind die beiden Modelle trotzdem relevant. KTM nennt ihre technische Plattform ausdrücklich als Grundlage für die SX-Generation 2028. Welche Details und welche Factory-Komponenten es in die reguläre Serie schaffen, bleibt offen.
